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Bühnenkünste in Groningen

Das Jahr 2008 war für die Stadt Groningen ein ganz besonderes Jahr. Es gab etwas zu feiern. Das Stadttheater hatte Geburtstag. Über 125 Jahre ist es her, dass die Groninger Stadsschouwburg am 8. Oktober 1883 eröffnet wurde.

Das ist Anlass für mich, ein bisschen tiefer in die Geschichte der Groninger Stadsschouwburg und anderer kultureller Einrichtungen in Groningen-Stadt einzutauchen. Detaillierte und umfangreiche Informationen hierzu bietet mir das eigens zu diesem Jubiläum erschienene Buch La Grande Dame - Eeuwenlange podiumkunsten en 125 jaar Groninger Stadsschouwburg von Beno Hofman.

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Vor mir liegt dieser reich bebilderte, 119 Seiten starke Jubiläumsband, der mich wie ein roter Faden durch einen Teil der kulturellen Geschichte Groningens geleiten und begleiten wird.

Der Autor des Buches geht im ersten Kapitel darauf ein, welche Rolle die Bühnenkünste und musikalische Darbietungen im Mittelalter in Groningen spielten und welche Ausdrucksformen sie bis zur Reformation fanden. Die Darstellenden Künste zu jener Zeit hatten ihr Forum auf dem einmal jährlich stattfinden Freimarkt und auf Jahrmärkten.

Ein Komödiant und ein Minnesänger, ein Gaukler, ein Akrobat und allerlei andere Arten von “Künstlern”. Von nah und fern kamen sie im Mittelalter während der Freimärkte und Jahrmärkte nach Groningen. Das Hochverehrte Publikum bestaunt ihre Künste. Jahrhunderte lang bildeten die Freimärkte den Höhepunkt der Theater- und Musiksaison. In Groningen ist das nicht anders als in anderen Städten der Niederlande (1).

Doch es folgte eine Zeit, in der die Calvinisten über den Kirchenrat zunehmenden Einfluss auf das öffentliche Leben nahmen und öffentliche Darbietungen zunächst stark beschränkt wurden.

“Denn nachdem Maurits und Willem Lodewijk die Stadt 1594 erobert hatten, wehte ein anderer Wind. Durch die ‘Reduktion’ wurde Groningen offiziell reformiert und die Calvinisten betrachteten Theater und Musik anders als die Katholiken. Nach der Calvinistischen Interpretation der Bibel war jegliches Vergnügen Teufelswerk und das Böse schlechthin.” (2)

Erst Mitte des 18. Jahrhunderts ging der Einfluss der Calvinisten auf das öffentliche Leben zurück, die Darstellenden Künste konnten sich wieder frei entwickeln.

Viele Initiativen führten ab 1750 dazu, dass das kulturelle Leben in Groningen wieder eine breite Zustimmung bei der Groninger Bevölkerung fand.

Ein wichtiger Förderer des Musiklebens in Groningen ist von ca. 1750 an der aus der Grafschaft Nassau-Dillenburg stammende Johann Philip Riedel. Im Jahr 1752 wird er zum Musiklehrer an der städtischen Lateinschule ernannt. Ab 1764 organisiert Riedel in seinem Haus (Poelestraat 34) Konzerte mit beispielsweise italienischen Stars wie Francesco Guarini und Rossignolo die Malta. Zur gleichen Zeit wird eine Gruppe Groninger auf dem Gebiet des Schauspiels unter dem Namen “Pro excolenda eloquentia” aktiv (3) . […] Doch als “Pro excolenda eloquentia” es im Februar 1769 wagte, eine Komödie aufzuführen, war für den Kirchenrat das Maß voll. Die Schauspieler wurden vom Abendmahl ausgeschlossen. Doch auch für den Rat der Stadt war das Fass nun übergelaufen. Es wurde eine Beratungskommission eingerichtet. Im April 1769 empfahl die Kommission dem Rat der Stadt die Aufhebung des Unterschiedes zwischen Schauspiel und anderer Veranstaltungen wie Konzerte. Wenn die guten Sitten nicht verletzt würden, sollte Schauspiel fortan genauso akzeptiert sein wie Musik (4).

Solche gesellschaftlichen Auseinandersetzungen waren die Vorboten für das beispielsweise später entstehende “Concerthuis”, das bis in die zweite Hälfte des Neunzehnten Jahrhunderts die bedeutendste Musikbühne Groningens sein sollte.

Aber erst ab 1850 wurde wieder so richtig losgelegt mit dem Theaterspiel und den Konzerten. In der Nieuwe Kijk in’t Jatstraat entstanden die (alte) Schouwburg und ein großzügiger Billard- und Konzertsaal. Auch wurde das sogenannte ”Hooge Zomerhuis” gebaut, das dem noch bestehenden “Concerthuis” in den Folgejahren mit Konzerten kräftig Konkurrenz machen sollte. Die “Societeit de Harmonie” übernimmt den Komplex (Billard- und Konzertsaal/Hooge Zomerhuis) vom Gründer Christoffel van Elmt. Doch schon 1856 wurden beide Gebäude von der Stadt gekauft und einem anderen Verwendungszweck zugeführt. Die “Societeit de Harmonie” hielt Ausschau nach einem anderen neuen Gelände und wurde am Uurwerkersgang fündig. Dort baute die Societeit einen Konzertsaal, der nach den Plänen von J. Maris entworfen wurde. Zwei Jahre später gründete die “Societeit” eine Musikschule, die wichtige Impulse für das Musikleben der Stadt lieferte. Zwanzig Jahre später baute die “Societeit” dann nach einem Entwurf der Amsterdamer Architekten TH. G. Schill und D.H. Haverkamp noch einmal einen neuen Konzertsaal mit Musikpavillion im Stil der Neorenaissance.

Dieser Konzertsaal der “Societeit” wird noch bis Anfang der 70er Jahre des Zwanzigsten Jahrhunderts bestehen bleiben und in diesem Zeitraum der bedeutendste Konzertsaal Groningens sein. “De Harmonie” schloss offiziell am 1. Juli 1971 ihre Türen und wurde zwei Jahre später ein Opfer des Abrissbaggers.

Die (alte) Schouwburg genügte Ende des Achtzehnten Jahrhundert nicht mehr den Anforderungen des Spielbetriebes.

“Im Groninger Volksalmanach von 1920 beschreibt W.J. Roelfsema die Schouwburg an der Nieuwe Kijk in’t Jatstraat: Im Parterre standen harte Bänke, keine Klappstühle, so dass jeder Sitzplatz nur durch eine Nummer angedeutet wurde. Dadurch kam es regelmäßig zu Gezänk und Gedränge. Ein wenig höher um das Parterre herum, lag die Loge, zweireihig mit ganz normalen Küchenstühlen bestuhlt. Links neben der Bühne war, hinter Gardinen verborgen, die Loge des Eigentümers platziert. Die Galerie über den Logenplätzen war auch wieder mit zwei Reihen Bänken ausgestattet. Auf der hintersten Bank konnte man kaum hören und nur sehen, wenn man auf der Bank stand. Das war auch die Regel. (5)

Diese Bedingungen führten dazu, dass sich acht Groninger Notabeln 1876 mit einem Brief an den damaligen Kriegsminister wandten. Sie baten den Minister darum, das Gelände, auf dem das Munitionsdepot (Arsenal) der ehemaligen Festungsstadt Groningen stand, für den Bau eines neuen Theaters nutzen zu dürfen. Doch es sollte noch fünf Jahre dauern, bis die (neue) Groninger Schouwburg ihre Türen öffnete. Die (alte) Schouwburg blieb bis 1885 als Volkstheater in Betrieb.

Am 8. Oktober 1883 wurde die Schouwburg dann feierlich eröffnet. Erst Anfang 1916 wurde die Schouwburg dann städtisch, in dem die Stadt das Theater erwarb. Seitdem heißt das Theater Groninger Stadsschouwburg (Groninger Stadttheater).

stadsschouwburggroningen.jpg          ©Foto: Sander de Jong / Foto: GNU-Lizenz für freie Dokumentation

In 125 Jahren gab es viele Höhepunkte im Spielbetrieb.

“Auch für die legendäre französische Schauspielerin Sarah Bernhardt steht 1897 eine Kutsche mit vier Pferden vor dem Bahnhof für ein Geleit bereit. Ein Versuch, sie acht Jahre zuvor nach Groningen zu holen, scheiterte aus finanziellen Erwägungen. Doch 1897 konnte der rote Läufer ausgerollt werden. Trotz der hohen Eintrittspreise war die Schouwburg bis auf den letzten Platz ausverkauft. La Dame aux Camélias von Alexandre Dumas wurde sehr begeistert aufgenommen, und Bernhardt wurde am Ende des Stückes mit Blumen überhäuft. Die Französin sollte nicht die einzige Schauspielerin bleiben, die in Groningen auf Händen getragen wurde.” (6)

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde eine Kommission für Wiederaufbau eingesetzt. Nachdem in der Stadt Stimmen für den Bau eines neuen Kulturzentrums laut wurden, dass für alle Bürger zugänglich sein sollte, wurde dieses Ziel weiter verfolgt. Die Planung für dieses Kulturzentrum hatte auch Auswirkungen auf andere kulturelle Einrichtungen, wie “De Harmonie” und die “Groninger Stadsschouwburg”. Das neue Kulturzentrum sollte, wenn möglich, diese beiden Institutionen ersetzen.

“Durch die ‘Harmoniefrage’ und das umfangreiche Mitspracherecht dauerte es bis zum 16. Oktober 1967, als ein Entwurf von Marius Frans Duitjer und Jan Kramer durch den Stadtrat angenommen wurde. Aber erst im Frühjahr 1971 kommt der Bau des ‘De Oosterpoort’ so richtig in Gang. Als das Kulturzentrum zwei Jahre später fertig ist, merkt der inzwischen zum Beigeordneten ernannte Jacques Wallage diplomatisch an, dass das Kulturzentrum ein ursprünglich ungeliebtes Kind zu sein scheint, dass man aber doch gut finden muss, wenn es fertig ist. […] (7)

Das De Oosterpoort wurde mit einem großen Konzertsaal und einem kleinen Theatersaal ausgestattet, in dem auch Konzerte stattfinden sollten. Das wiederum hatte Auswirkungen auf die Groninger Stadsschouwburg. Im De Oosterpoort sollte nämlich ursprünglich auch ein großer Theatersaal gebaut werden, auf den man dann aber aus Kostengründen verzichtet hatte.

1975 entschlossen sich die Verantwortlichen des Kulturzentrum De Oosterpoort und der Groninger Stadsschouwburg, ihre Institutionen gemeinsam zu verwalten. Doch zu dieser Verwaltungskooperation kam es vorerst nicht. Ein beunruhigender Bericht über den Zustand der Stadsschouwburg wurde von der Stadtverwaltung zum Anlass genommen, die Stadsschouwburg am 22. Oktober 1976 vorübergehend zu schließen. Die Gegebenheiten erforderten umfangreiche Umbaumaßnahmen. Selbst ein Abriss wurde in Erwägung gezogen. Eine kontrovers geführte öffentliche Diskussion führte letzten Endes zum Erhalt des historischen Gebäudes. Man wollte nicht wie zuvor bei “De Harmonie”  ein historisches schützenswertes Gebäude zerstören.  Am 6. März 1978 beschloss der Stadtrat dann endgültig einen umfangreichen Umbau der Groninger Stadsschouwburg und verzichtete auf einen Abriss.

“Ein höheres und größere Theaterhaus, eine vergrößerte Bühnenöffnung, ein größerer und teilweise in der Höhe verstellbarer Orchesterboden, Künstlergarderoben und Stimmzimmer, ein Bühnenausstattungsraum und Platz zum Be- und Entladen. Außerdem eine größere Halle und Foyer und eine zentrale Garderobe.  […] (8)

Ende April 1984 wurde die Groninger Stadsschouwburg nach umfangreichen Umbaumaßnahmen mit dem “Groninger Manifest” von Urban Sax (F), einem Musiktheaterspektakel, wiedereröffnet. Am 16. Mai 1984 wurde die (neue) Groninger Stadsschouwburg dann auch durch Königin Beatrix feierlich eingeweiht. 

Bis heute zählen die Stadsschouwburg Groningen und das Kulturzentrum De Oosterpoort zu den wichtigsten Bühnen in den Niederlanden mit einer qualitativ hochwertigen Programmgestaltung. Das Jubiläumsprogramm der Stadsschouwburg beispielsweise zählte nicht weniger als sechs niederländische Premieren internationaler Spitzenproduktionen. Zwei von diesen Premieren stammen  mit My dearist…My fairest in der Stadsschouwburg Groningen und mit Gezeiten im De Oosterpoort von der Choreographin Sascha Waltz.

In den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts sollte aber noch ein weiteres neues Theater in Groningen entstehen, welches nach seiner Gründung einen nicht unwesentlichen Beitrag zur Groninger Theaterlandschaft beisteuerte.

“Das durch G. Saville im Stil des Art Déco entworfene Grand Theatre wurde im April 1930 als Kino eröffnet. Im Mai 1980 wurde das Gebäude, das schon zweieinhalb Jahre leer stand, von einer Bürgerinitiative ‘Raum für Kultur’ besetzt. Es sollte als Spiel- und Probenraum genutzt werden. Nach fünf Jahren wurde das Grand Theatre als Theater-Produktionshaus anerkannt und wurde vom Reich finanziell gefördert. Das Gebäude wurde unter Denkmalschutz gestellt und 1995 wurde es tief greifend umgebaut und erweitert. ‘Das in der Zwischenzeit berühmte Künstler aus aller Welt das Grand Theatre als einen Ort schätzen, an dem sie ‘groß’ geworden sind, erfüllt uns schon mit einem Gefühl von angemessenem Stolz’, schreibt der künstlerische Leiter (des Theaters) Jan Stelma zum 25jährigem Jubiläum.” (9)

Für ganz große Theaterproduktionen entstand in Groningen 2002 zudem mit dem Martiniplaza Theater eines der größten Theatersäle in den Niederlanden. Es hat eine Kapazität von 1600 Sitzplätzen.

Zusammenfassend kann festgestestellt werden, das Groningen mit seinem Stadttheater , dem Kulturzentrum “De Oosterpoort”, dem Grand Theatre, dem Martiniplaza Theater   und als Ausrichter großer Festivalevents für die Zukunft auf dem Gebiet der Darstellenden Künste bestens gerüstet ist.

Ziel dieses Artikels ist es, einen ersten Einblick in und eine erste Orientierung zur Theaterlandschaft Groningens gestern und heute zu bieten. 

Die im Text verwendeten Originalzitate wurden von mir aus dem Niederländischen ins Deutsche übersetzt. Sie stammen alle aus dem oben erwähnten Buch von Hofman, BenoLa Grande Dame - Eeuwenlange podiumkunsten en 125 jaar Groninger Stadsschouwburg. Assen: In Boekvorm Uitgevers, 2008. Groningen van alletijden; 11 

(1)  S. 8; (2)  S. 12; (3) S. 20;  (4) S. 21; (5) S. 38; (6) S.76; (7) S. 60; (8) S. 66; (9) S. 84;

Beno Hofman  ©Foto: Sander de Jong / Foto: GNU-Lizenz für freie Dokumentation

Über den Autor des Buches: Beno Hofman ist Stadthistoriker für Groningen. Er präsentiert ein Fernsehprogramm mit dem Titel Beno’s Stad. Außerdem publiziert er regelmäßig historische Bücher und Zeitungsartikel. Ferner wird seit 2000 eine Radiokolumne von ihm auf Radio Noord gesendet, in der er jeden Donnerstagmorgen eine historische Geschichte erzählt. In Groningen hängen um die 85 Texttafeln, die Beno Hofman verfasst hat. Sie sind an oder in der Nähe von historischen Gebäuden angebracht. Beno Hofman erzählt auf diesen Informationstafeln etwas über die Herkunft und Geschichte des jeweiligen historischen Gebäudes. (Quelle Text über den Autor: Wikipedia.nl) 

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Cohen auf Friesisch

Vor ein paar Tagen bin ich auf eine Initiative aufmerksam geworden, die besonders für Leonard Cohen Fans von Interesse sein dürfte. In der niederländischen Provinz Friesland haben sich im Jahr 2008 Cohen Enthusiasten daran gemacht, Lieder von Leonard Cohen ins Friesische zu übersetzen und eine CD und DVD mit diesen Liedern herauszugeben.

Entstanden ist ein audiophiles Kunstwerk, das sowohl atmosphärisch wie auch musikalisch und technisch von ausgezeichneter Qualität ist.  An diesem Projekt waren die verschiedensten friesischen Musiker beteiligt, die die Cohen Lieder dann auch ganz unterschiedlich interpretiert haben.

Auch Leonhard Cohen selbst wurde auf dieses Projekt aufmerksam und bedankte sich bei den beteiligten Musikern für ihre hervorragende Arbeit.

Ich habe den Text von der Homepage http://www.coheninhetfries.nl/ zur Entstehung des Projektes frei ins Deutsche übersetzt, um zu dokumentieren, wie es zu dieser Initiative kam.

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Zwölf friesische Künstler ehren Leonard Cohen mit einer CD und DVD. Der Kanadier, der diesen Herbst (gemeint ist Herbst 2008) durch Europa tourt, wurde schon von vielen gecovert. Aber die Art und Weise, wie diese CD und DVD zu Stande gekommen ist, ist schon etwas ganz Besonderes. Jeder der Künstler nahm live mit verschiedenen Musikern in einer wechselnden Zusammensetzung ein Lied auf. Von diesen Liedern wurde ein Livemitschnitt in Form von Audio- und Videoaufnahmen gemacht.

Das Projekt wurde von Bart Kingma, Harry Zwerver und Bart van Sinderen ins Leben gerufen. Bart Kingma übersetzte die Lieder von Cohen ins Friesische und plante mit dem Audiotechniker Harry Zwerver die Herausgabe eines Samplers, auf der ganz unterschiedliche Musiker zusammen treffen sollten. Als Produzent fungierte dann Bart van Sinderen, der insbesondere für die Realisierung der Aufnahmen für die DVD und für die Vermarktung der CD/DVD verantwortwortlich zeichnet.

Gemeinsam mit dem Arrangeur und musikalischen Leiter Peter van der Zwaag wurde intensiv an der musikalischen Umsetzung gearbeitet. Künstler wurden angesprochen und “ausgewählt”. Roel Slofstra, “Grand Old Man” der friesischen Folkmusik, war der geeignete Interpret für das Lied Suzanne. Nynke Lavermann schien schon jahrelang von Jeff Buckley’s Hallelujah beeindruckt zu sein. Gurbe Douwstra hatte noch alle LP’s aus den Anfangsjahren von Cohen auf dem Dachboden liegen und bekam deshalb das Lied aus Cohens erstem Album zugewiesen: The Stranger Song.

So nahm das Projekt nach und nach Gestalt an. Inzwischen hatten die Initiatoren sich für Liveaufnahmen an einem urwüchsigen Ort entschieden. Ihr Augenmerk fiel auf einen prächtigen alten Bauernhof in Boer nahe Franecker, wo das rote Streiflicht durch das goldene Spinngewebe schimmernd auf das braune Heu fällt. Eine echte Partisanen Atmosphäre.

Während der Aufnahmen zur DVD “Cohen in het Fries”  Während der Aufnahmen zur DVD auf dem Bauernhof in Boer /© Foto: Rita Bloo / ACB Wommels BV

Die Musiker Peter van der Zwaag, Hubert Heeringa, Christiaan van Hemert, Ward Veenstra, Johannes Adema und Sytze Huisman waren für die Künstler ein Garant für eine vielseitige Begleitung. Dabei wurde darauf geachtet, dass jedem Interpreten die ausreichende künstlerische Freiheit für sein zu bearbeitendes Lied gegeben wurde.

Elske de Wall schrieb ein eigenes Arrangement für Dance Me To The End Of Love. Sido Martens sang das Lied The Partisan. Auke Busman und Robbie van Wieren legten jeweils in voller Besetzung los mit So long, Marianne und First We Take Manhattan.
Jaap Louwes ließ bei Famous Blue Raincoat die Violine eine Hauptrolle spielen. Gerbrich van Dekken schuf bei Hey, that’s no way to say goodbye eine countryartige Stimmung. Piter Wilkens brachte seine eigene Sängerin mit für Lover lover lover. Gerrit Breteler schrieb auf If it be your will selbst einen eigenen Text und Marius de Boer sang außergewöhnlich Take This Waltz.

Die CD (incl.DVD) kann über die Homepage Cohen in het Fries  oder beispielsweise bei Bol.com bestellt werden.

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Veranstaltungstipp: Musiker aus Flandern zu Gast in Groningen

Die Stiftung Folk Groningen (Stichting Folk Groningen) und das Kulturzentrum “De Oosterpoort” bieten am Samstag, den 21. März 2009 um 20 Uhr unter dem Titel “De Avond van de Vlaamse Intieme liedkunst” die Möglichkeit, zwei flämische Künstler kennen zu lernen oder wieder zu entdecken.

Um ehrlich zu sein, mir war von den in der Pressemitteilung der Stichting Folk Groningen angekündigten Musikern als einziger Lieven Tavernier ein Begriff.  Kennenlernen durfte ich diesen bekannten flämischen Musiker durch einen befreundeten Musiker aus Aachen. Dirk Schulte hat das bekannte von Lieven Tavernier geschriebene und komponierte Lied “De Fanfare van Honger en Dorst” ins Deutsche übersetzt und nachgedichtet. “Die Fanfare von Hunger und Durst” ist auf seiner CD Werkspuren 1/2005 : Wolken zählen erschienen. Dirk Schulte schreibt zu diesem Lied : “Als mir 1996 ein Freund aus Belgien diesen Song vorspielte, war ich berührt, weil er auch einen Teil meiner eigenen Geschichte als Straßenmusiker beschreibt”.

Das ist einer meiner Beweggründe um hier für diese außergewöhnliche Veranstaltung zu werben und jedem, der an flämischer Liedkunst interessiert ist, diese Veranstaltung wärmstens ans Herz zu legen. Ich habe die im Pressetext enthaltenen Informationen über die teilnehmenden Künstler frei ins Deutsche übersetzt.  Am Ende des Beitrages habe ich wieder relevante Links zusammengestellt. Ich bitte um Beachtung! Darunter sind auch einige Hörproben zu den Künstlern auf YouTube.

Jetzt aber zu den Künstlerportraits aus dem Pressetext:

Soetkin Collier Quartett

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1996 stand Soetkin Collier mit 19 Jahren als Sängerin von Lais auf der Hauptbühne des legendären belgischen Dranouter Folkfestivals. 1997 gründete sie zusammen mit vier Musikern die Folkband Ambrozijn. Danach nahm sie Unterricht für klassischen Gesang an der Musikakademie in Gent.

1999 ging Soetkin für ein halbes Jahr nach Schweden, um an der Stockholmer Universität zu studieren. Außerdem nahm sie Gesangsunterricht an der Folkmusikhögsskolen und wurde u.a. von Malin Foxdal und Lena Willemark unterrichtet. Als Sängerin trat sie in diesem Zeitraum vor allem als Duo “Soetkin Collier und Tom Theuns” mit Gitarrist Tom Theuns zusammen auf. Sie spielten Traditionals und eigene Kompositionen in Niederländisch, Französisch und Schwedisch.
Seit 2002 ist Soetkin feste Sängerin der belgischen Band Urban Trad, die 2003 den zweiten Platz im Eurovision Songcontest gewonnen hat. Die Band nahm an großen Festivals auf nationaler und internationaler Ebene teil und hat bisher drei CDs veröffentlicht: One o Four, Kerua und Elem. Die vierte CD erschien im März 2007.

Soetkin ist außerdem Sängerin bei Floes, gegründet von Texter und Zitterspieler Guido Piccard. Momentan arbeitet die Band an einem Projekt über die sozialen Bedingungen im Flandern des neunzehnten Jahrhunderts und Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts.

Januar 2007 ist Soetkins erste Solo CD ”Nocturne” erschienen. Darauf bringt sie Lieder über Liebe, Verzweiflung und Vertrauen in einer romantisch verträumten Stimmung zu Gehör.

In Groningen tritt Soetkin Collier in folgender Besetzung auf:

Soetkin Collier – Gesang
Tom Theuns – Gitarre
Didier Francois – Nickelharfe
Fons van Hamel – Kontrabass und Bassklarinette

Lieven Tavernier und Freunde

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Für ein breites Publikum wurde der Name Lieven Tavernier erst bekannt, als Jan de Wilde für seine CD Héhé (1991) nicht weniger als drei Lieder von Tavernier in das kollektive Bewusstsein der Belgier sang. Es waren die drei Lieder Eerste Sneeuw (Erster Schnee), De verdwenen Karavaan (Die verschwundene Karawane) und das ultimative Lied der Stadt Gent, De Fanfare van Honger en Dorst (Die Fanfare von Hunger und Durst).

Viele wurden neugierig auf diesen Lieven Tavernier, aber er verschwand danach von der Bildfläche oder besser gesagt aus dem Scheinwerferlicht der Bühne. Bei den späteren seltenen Auftritten von Tavernier waren die Eindrücke des Publikums einhellig: schöne Lieder, aber warum muss er unbedingt Lieder von de Wilde singen. 
Erst 1995 sollte er wieder als Singer/Songwriter mit der CD “Doe het licht”, in einer Produktion von Patrick Riquelle in Erscheinung treten. Fast acht Jahre nach Erscheinen von “Doe het licht” erschien “Ilja” . “Warum hat das so lange gedauert?” fragten viele sich besorgt. Warum ging das so schnell? war Taverniers Gegenfrage. Andere jagen wie ein Wirbelwind von einer CD zur anderen (siehe beispielsweise Jan de Wilde). Lieven Tavernier aber betrachtet den Zeitraum von zehn Jahren als einen kaum hörbaren Hauch im großen Wind der Zeit.

Hinter dem rätselhaften Titel “Ilja” (do not ask, my friend, do not ask…) verbergen sich elf Lieder, die als sehr alte Flaschen im Dunkeln gelegen haben, ab und zu wurden sie umgedreht und es legte sich der Staub der Zeit auf die kaum lesbaren Titel und Jahreszahlen nieder. Es hat Tavernier nie gestört, dass er seine Songs schrieb, in eine Schublade legte und sich nie mehr nach ihnen umsah. Lass andere nur fröhlich wiehern und zum Mitmachen gezwungen sein. “Kabul” wurde vor nicht weniger als zwanzig Jahren geschrieben, sagte Tavernier, “wenn sie verstehen, was ich meine”.

Ende vorigen Jahres erschien die vierte CD von Lieven Tavernier. Titel: Wind & Rook. 

In Groningen tritt Lieven Tavernier in folgender Besetzung auf:

Lieven Tavernier und Sarah dHondt  -  Gesang
H.T.Roberts -  Bassgitarre, Gitarre, Mandoline
Niels Delvaux - Schlagzeug
Gijs Hollebosch  -  Gitarre, Dobro, Mandoline
Bruno Deneckere -  Gitarre, Banjo

Veranstaltungsort: Kulturzentrum “De Oosterpoort” Groningen, Samstag, den 21. März 2009 um 20 Uhr. Eintritt: 16 Euro. Titel der Veranstaltung:  “De Avond van de Vlaamse Intieme liedkunst” 

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Das Portrait: Der Toonkunstkoor Bekker Groningen

Der Tonkunstchor Bekker ist ein großer Chor mit mehr als 100 Mitgliedern. Kennzeichnendes Merkmal für den Chor ist eine gute Balance zwischen ernsthafter Arbeit an klassischen Stücken einerseits und einer entspannten Atmosphäre innerhalb des Chores andererseits. Das Repertoire des Chores umfasst die Musik des 19., 20. und 21. Jahrhunderts und von Zeit zu Zeit macht der Chor auch einen Abstecher ins 18. Jahrhundert.

Der Chor beschränkt sich nicht nur auf große Oratorien, sondern führt auch andere Werke beispielsweise im Bereich Opern auf. Konzertiert wird regelmäßig einmal bis zweimal im Jahr.

Bekker kann in seiner mehr als 130-jährigen Geschichte, gegründet wurde der Chor 1877, auf eine reichhaltige Vergangenheit zurückblicken. Bekker will auch in Zukunft sein Profil als ambitionierter Amateurchor ausbauen.

Für die Stadt Groningen nimmt dieser Chor aufgrund der herausragenden Qualität seiner Arbeit eine besondere Position ein. Er besteht aus guten Amateursängern, von denen viele Gesangsunterricht nehmen. Neue Sänger müssen erst vorsingen, und jeder Sänger wird einmal alle drei Jahre aufs Neue geprüft. Ein Chorcoach begleitet den Chor durchgängig und sorgt für eine fachgerechte Weiterbildung. Auf den Konzerten arbeitet der Chor mit einem professionellen Orchester und professionellen Solisten unter Leitung eines eigenen Dirigenten zusammen.

©TKK Bekker ©Foto: TKK Bekker

Bekker ist ein Gesangverein par excellence mit einem hohen Engagement seiner Mitglieder. Die Übungsabende am Montag werden verbindlich besucht, und die Mitglieder bilden ein festes Team. Es herrscht eine angenehme Arbeitsatmosphäre während der Übungen, und die Aufführungen werden mit angemessener Konzentration vorbereitet. Um eine angenehme Atmosphäre zu fördern, wird nicht nur ernsthaft geübt, sondern es werden auch regelmäßig gesellige Abende organisiert.

Der Tonkunstchor Bekker wurde 1877 vom Dirigenten der damaligen Groninger Orchestervereinigung J. H. Bekker als Konzertchor des Orchesters gegründet. Der Chor war allgemein als der Bekker Chor bekannt und hat deshalb diesen Namen in der Folgezeit übernommen.

tkkbekker1.JPG  ©Foto: TKK Bekker

Auch als die Groninger Orchestervereinigung dann in das Nördliche Philharmonische Orchester aufgegangen war, waren die Chordirigenten fester Bestandteil des Orchesters. Charles de Wolff war der letzte Dirigent, der beide Funktionen innehatte (1961 bis 1989).

Unter Charles de Wolff arbeitete Bekker an folgenden großen Projekten mit: das Te Deum von Van der Horst, die Grande Messe des Morts von Berlioz und La Damnation de faust und einige Opern in Konzertfassung, darunter Boris Godunow von Mussorski und Othello von Verdi. Auch trat Bekker oft mit Darbietungen von Bachs Matthäus-Passion und dessen Johannes-Passion, als auch mit Beethovens Neunter Symphonie auf.

Die Matthäus Tradition wurde unter Oane Wierdsma fortgeführt, der von 1992 bis 2007 als Dirigent mit dem Chor verbunden war. Auch dieser Dirigent war Garant für ein breites Repertoire. Unter seiner Leitung wurden in den letzten Jahren Werke von Vaughan Williams, Honnegger und Rutter aufgeführt. Ein Höhepunkt in der reichen Tradition des Chores war die Zusammenarbeit mit dem Chrouch End Festival Chor mit Darbietungen von Brittens War Requiem In London und Groningen. 1996 wirkte der Chor an der im großen Rahmen organisierten Freilichtvorstellung der Oper Norma von Bellini auf dem Grote Markt in Groningen mit.

Nächster Konzerttermin  des TKK Bekker:

Verdi: Stabat Mater & Te Deum - Puccini: Messa di Glori

20. Mai 2009, 20.15 Uhr in Groningen “De Oosterpoort

Dirigent: Geert-Jan van Beijeren Bergen en Henegouwen

Begleitung: Noord Nederlands Orkest

Solisten - Sopran: Ellen Schuring, Tenor: André Post, Bass: Dario Russo

Der neue Dirigent

Seit Februar 2008 arbeitet der junge, vielversprechende Dirigent Geert-Jan van Beijeren Bergen en Henegouwen als fester Dirigent für den Tonkunstchor Bekker. Im Oktober 2008 fand das erste Konzert unter seiner Leitung statt, auf dem das Stabat Mater von Antonín Dvořák dargeboten wurde.

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Über den neuen Dirigenten

Geert-Jan van Beijeren Bergen en Henegouwen bekam seine ersten Klavierstunden bei Erwin Wiersinga und nachdem er mit dem Gymnasium fertig war, studierte er bei Paul Komen Piano am Konservatorium in Groningen. Im Januar 2002 schloss er sein Studium erfolgreich ab. Außerdem studierte er Chordirigieren bei Louis Buskens am Konservatorium in Groningen. Sein Studium Chordirigieren schloss er ebenfalls 2002 mit dem Requiem von M. Duruflé in der Version für Solisten, Chor, Kleine Orchester und Orgel erfolgreich ab.

Geert-Jan ist Dirigent des Kammerchores Dualis, des Kammerchores Cantatrix und seit Februar 2008 des TKK Bekker in Groningen. Er dirigierte auch einige Jahre die Oratoriumvereinigung Dominum zu Surhuisterveen, den Königlichen Tonkunstchor Concordia Leeuwarden, den Kammerchor Consortium Locale Groningen, den Studentenchor Gica und den Kammerchor Winschoten.

Mit seinem Kammerchor Cantatrix gewann er 2005 einen ersten Preis auf dem Concours d’Arezzo im Pflichtprogramm. In 2007 gewann Geert-Jan mit Cantatrix den ersten Preis im Renaissance Wettbewerb des internationalen Concours für Chöre in Tours.

Im Sommer 2005 wurde Geert-Jan als einziger Niederländer ausgewählt für den Eric Ericson Masterclass mit als Dozenten Simon Halsey (Chef-Dirigent des Großen Rundfunkchores) und Andre Thomas (USA). Als Folge hiervon wurde Geert-Jan für die Saison 2006/2007 als Assistent des Dirigenten des Großen Rundfunkchores (Chef-Dirigent Simon Halsey) angestellt und war im Dezember 2006 verantwortlich für eine Produktion für den Frauenchor unter Leitung von Hartmut Haenchen.

Danach war er im Dezember Gast als Repetitor beim professionellen Kammerchor Capella Frisiae, um das Magnificat von J.S.Bach einzustudieren. Im Frühjahr 2007 dirigierte Geert-Jan das Vokalensemble “The Gents” während einer Anzahl von “Cross-over” Konzerten in Leeuwarden und Enschede. Auch führte er in Dokkum zweimal mit Cantatrix und The Northern Consort die Matthäus-Passion von J.S.Bach auf.

Geert-Jan arbeitet regelmäßig mit dem Großen Rundfunkchor zusammen. Im September 2007 studierte er mit dem Chor das Stabat Mater von Joseph Haydn für Andrea Marcon ein, der die Radio Zimmer Philharmonie in der Samstagsmatinee im Het Concertgebouw Amsterdam dirigierte. Im November 2008 arbeitete er für den Großen Rundfunkchor an den Bußpsalmen von Schnittke mit.

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Nächster Konzerttermin  des TKK Bekker: 

Verdi: Stabat Mater & Te Deum - Puccini: Messa di Glori

20. Mai 2009, 20.15 Uhr in Groningen “De Oosterpoort

Dirigent: Geert-Jan van Beijeren Bergen en Henegouwen

Begleitung: Noord Nederlands Orkest

Solisten - Sopran: Ellen Schuring, Tenor: André Post, Bass: Dario Russo


Literatur über den Tonkunstkoor Bekker:
We blijven zingen… : Toonkunstkoor Bekker Groningen van 100 jaar naar 125 jaar / [red.: Carolien ten Bruggencate … et al. ; bijdr. van: Klaas Iwema … [et al.] Groningen: 2002. 95 S.

Gedenkboek Toonkunstkoor “Bekker” Groningen : 1877-1977 / [red. E.B. Ebels … et al.]
Groningen: Toonkunstkoor “Bekker”, 1977. - 162 S.

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Kabarettduo Trockenes Brot

Das niederländische Kabarettduo Droog Brood (Trockenes Brot) ist keineswegs dröge, wie es der Name vermuten lassen könnte. Ganz im Gegenteil. Die Besucher eines Theaterabends mit dieser Kabarettgruppe kommen meist aus dem Lachen nicht mehr raus.  Dabei kann es schon einmal passieren, dass ihnen das Lachen vergeht.

Droog Brood sind Bas Hoeflaak und Peter van de Witte. Beide lernten sich auf der Akademie für Kleinkunst in Amsterdam kennen. Nach ihrer Ausbildung beschlossen sie, als Duo Droog Brood aufzutreten und gewannen im Jahr 2000 den Wim Sonneveldprijs. Dabei handelt es sich um einen Kleinkunstpreis, der alljährlich auf dem Amsterdamer Kleinkunst Festival verliehen wird. Droog Brood zählt mit zu den besten und zur Zeit beliebstesten Kabarettgruppen in den Niederlanden.

Bas und Peter                         Foto: Bob Bronshoff

Themenschwerpunkt ihrer Theaterstücke ist die zwischenmenschliche Kommunikation. Dabei geht es meist um das Unvermögen, vernünftig miteinander zu kommunizieren. Dargestellt werden Szenen, in denen sich der Zuschauer wiedererkennen kann und die vordergründig lustig sind. Alles hat man irgendwie und irgendwann schon einmal selbst erlebt und so übertrieben bis ins Absurde dargestellt kann man nur darüber lachen. Das scheinbar Lustige entpuppt sich aber nicht selten als etwas grausiges Schönes. Der Clou einer Szene ist selten sofort zu erkennen. Er versteckt sich vor dem Betrachter.

So auch in dem Sketch, in dem die beiden Darsteller in die Rolle von Babys schlüpfen. Eines der beiden Kinder ist glücklich und zufrieden. Das andere Kind spielt diesem zufriedenen und in sich ruhendem Kind einen Streich, indem es sein gegenüber zu Tode erschreckt. Eine urkomische und absurde Szenerie mit sehr viel Bezug zur Realität.

foto_droog_brood__kleur_liggend.jpeg                                         Foto: Bob Bronshoff

Den Sketch im Internet ansehen (keine niederländischen Sprachkenntnisse erforderlich).

Ein weiterer Sketch, in dem Bas Hoeflaak und Peter van de Witte sich einfach nur so lange Löffelbiskuits in den Mund stecken (und zwar quer), bis sie den Mund so voll haben, dass es eigentlich für das Singen eines Liedes längst zu spät ist… urkomisch.

Löffelbiskuits                        Foto: Bob Bronshoff

Diesen Sketch im Internet ansehen (keine niederländischen Sprachkenntnisse erforderlich)

Der Sketch Appel of Oorlog beginnt mit folgender Frage, die Peter van de Witte seinem Gegenüber stellt: “Stell Dir vor, Du musst zwischen drei Alternativen wählen:

a) Du musst in einem Nylon-Trainingsanzug, ohne etwas darunter an, in ein brennendes Haus hineingehen und zwanzig Minuten drin bleiben.

b) Du musst auf einen roten Knopf drücken, damit irgendwo am Himmel ein Verkehrsflugzeug explodiert und abstürzt, mit deiner ganzen Familie inclusive angetrauter Familie darin.

c) Du musst zusammen mit Deiner Freundin essen gehen. Wenn Du fertig bist mit dem Essen, musst Du mit Deiner Freundin auch noch ins Kino gehen, um einen Film nach Wahl anzuschauen. Alles wird bezahlt!

Für welche der drei Alternativen entscheidest Du Dich? ”

Nach dieser Frage entsteht ein Dialog zwischen den beiden Darstellern Bas Hoeflaak und Peter van de Witte, der so nicht vorhersehbar ist.

Diesen Sketch im Internet ansehen (niederländische Sprachkenntnisse vorausgesetzt)

Zur Zeit ist Droog Brood mit einem vierten Theaterprogramm “DE KIP MET DE GOUDEN ENKELS (2007)” (Das Huhn mit den goldenen Fesseln), auf den Bühnen niederländischer und belgischer Theater zu sehen. Gezeigt werden Szenen aus Beziehungen und Freundschaften. Mit diesem Programm wurden sie in diesem Jahr sogar für den wichtigsten Kabarettpreis der Niederlande, dem Poelifinario 2008 nomininiert.

Kip Plakat: Studio Jona/Arjan Benning

Die in Amsterdam erscheinende Tageszeitung Het Parool titelt in einem Artikel von Ruud Buurman über das aktuelle Theaterprogramm: “Humor, der weh tut”  Die gespielten Szenen sind so “erkennbar” und “beinah menschlich” aber “jedes Wort,  jede Geste oder jeder Gesichtsausdruck entwickeln sich in den Szenen zu etwas Irrsinnigem hin.” “Dann tut es weh, und man möchte lieber Abstand halten”.

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Niederländische Königliche Bibliothek stellt ihre spektakulärsten Anschaffungen aus den letzten 17 Jahren vor

Unter dem Ausstellungstitel Stijl – 17 jaar spraakmakende aanwinsten werden im Verbindungsgebäude zwischen der Koninklijken Bibliotheek (Nationalbibliothek der Niederlande) und dem Nationaal Archief (Nationalarchiv), in der sogenannten Niederlandeetage (De Verdieping van Nederland), 60 zwischen 1991 - 2008 erworbene Spitzenexponate ausgestellt. Anlass für die Ausstellung ist der scheidende Direktor Dr. Wim van Drimmelen, der am 17. November 2008 in den wohlverdienten Ruhestand geht. Während seiner Amtszeit wurden die ausgestellten Stücke angeschafft.

Darunter befindet sich die legendäre Gruuthuse-Handschrift (ca. 1395-1408). Dieses Werk ist in der Hochzeit der mittelalterlichen Kulturgeschichte der Niederen Lande entstanden und befand sich bis vor kurzem noch in Privatbesitz. Es zählt zu den aktuellen Neuanschaffungen der Bibliothek aus dem Jahre 2007. Die Gruuthuse-Handschrift wurde vollständig digitalisiert und kann auch über die Homepage der Bibliothek eingesehen werden.  

028ra4.jpg    Blattseite 28r der auch in der Ausstellung gezeigten Gruuthuse-Handschrift mit dem Egidiuslied, siehe rechts unten (© Foto: Koninklijke Bibliotheek, Den Haag).

Das Trivulzio Getijdenboek (Trivulzio Gezeitenbuch, ca.1470) galt lange Zeit als verschollen und gehört zu den wertvollsten privaten Schenkungen, die jemals einer kulturellen Institution gemacht wurden. Diese Handschrift war Teil der berühmten Sammlung der Fürsten Trivulzio.  

Aus den sechziger und siebziger Jahren werden Dokumente der so genannten Provo-Beweging ausgestellt. Die Provobewegung entstand 1965 in Amsterdam. Die Kommunikation unter den Mitgliedern verlief über zahlreiche Publikationen in kleiner Auflage und wurde vielfach auf der Matrizenmaschine hergestellt. Die Sammlung enthält viele äußerst obskure Titel wie die Stakkerkrant, Bijou Funnies und auch De koerant met de beterre nietjes.  

Neben vielen weiteren interessanten Exponaten wird auch der Fabrieksbode, eine Mitarbeiterzeitung der DSM (Niederlassung Delft), ausgestellt. Mit seinen 121 Jahrgängen (1882-2001) ist es die am längsten erschienene Mitarbeiterzeitschrift eines Unternehmens weltweit. Diese Zeitschrift spielte lange Zeit eine wichtige Rolle bei der Stärkung von gegenseitigen Kontakten zwischen den Arbeitnehmern und der Geschäftsleitung.  

Die in dieser Ausstellung gezeigten eindrucksvollen Bücher, Zeitschriften, Einbände und Handschriften sind nur die Spitze eines Eisberges. Die Sammlung der Koninklijken Bibliotheek wächst jährlich um 180000 gedruckte und digitale Publikationen. In den letzten 17 Jahren, der Zeitraum, aus dem in dieser Ausstellung einige Stücke gezeigt werden, ist der Bestand um 3 Millionen Einheiten gewachsen. Gezeigt werden bekannte und unbekannte, alte und neue, extrem seltene und ganz normale Stücke.    

Die Ausstellung Stijl – 17 jaar spraakmakende aanwinsten läuft vom 16. November 2008 bis zum 18 Januar 2009.    

De Verdieping van Nederland (Niederlandeetage) ist sieben Tage in der Woche geöffnet. Eintritt frei.  

Öffnungszeiten:

Montag: 12 Uhr - 17 Uhr

Dienstag 9 Uhr - 20 Uhr

Mittwoch bis Samstag 9 Uhr - 17 Uhr

Sonntag 12 Uhr - 17 Uhr   

Besucheradresse: Prins Willem Alexanderhof 5, Den Haag

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Rezension: Ich aber seh die Halme wehn….

…weil ich mich gerade zurücklehne und eintauche in die Reise- und Naturlyrik des 19. und 20. Jahrhunderts. Das neueste Projekt aus Dirk Schultes kreativer Werkstatt liegt in meinem Player und es ist so gelungen, dass ich es euch schnellstens vorstellen möchte.

Ich aber seh die Halme wehn…
Dirk Schulte spricht Reise- und Naturgedichte

 schulte_hoerbuch_cover.jpg

.
Auf dieser CD spricht Dirk 27 Gedichte bekannter und weniger bekannter deutscher Lyriker und Lyrikerinnen. Er führt uns in eine Zeit, in der das Herz noch mit auf die Reise ging:

„O rüste dich. Leg jeden Abend leise
von deinen Dingen eines in die Truhen.
Denn wenn wir eine weite Reise tuen,
soll alles dienen dieser weiten Reise. (R.M.Rilke)

Wie wir es schon kennen, formuliert Dirk wieder wohlakzentuiert, lässt sich auf sprachliche Kapriolen und den Zeitgeist ein, interpretiert mal ironisch und humorvoll, mal den romantischen Vorgaben entsprechend – und meistert auch einige zungenbrecherische Hürden.

Ich zumindest empfinde es als wohltuend, dass er weitgehend auf das Görner’sche Pathos verzichtet.

Eingebunden werden die Gedichte in zwölf von Dirk eigens für diese Edition komponierte Pianofantasien, die sein Musik-Gefährte Bernhard Dolfus einfühlsam zum Leben erweckt. (Dirk, denk doch mal bitte über eine eigene Cd mit Pianokompositionen nach !)

Die romantische Reise wird richtig rund und perfekt durch das liebevoll und aufwändig gestaltete Booklet. Hier hat Winfried Kock ein kleines Kunstwerk geschaffen, indem er den vollständig abgedruckten Gedichten wunderschöne alte Illustrationen und neue Naturfotos zur Seite gestellt hat. Neben der CD erhält man also noch einen kleinen hübschen Gedichtband als Zugabe!

Wer in der Schule die ganze „Gedichtaufsagerei“ aus tiefstem Herzen gehasst hat, könnte der Lyrik nun tatsächlich eine zweite Chance geben. Alte Bekannte sind nämlich auch mit unbekannten Texten vertreten. Um nur ein paar zu nennen:
Theodor Storm, Max Dauthendey, Bettina von Arnim, Georg Heym, Christian Morgenstern….
und die längst vergessene Anna Ritter:

„Die hohen, grauen Häuser stehn
In langen Reihen, steif und grad’-
Ich aber seh’ die Halme wehn
Um jenen schmalen, stillen Pfad.“

Die CD in großzügiger DVD-Box ist erhältlich über:
Terra Allegra Audition
Ruth Rick-Walther
Buheleite 17
97340 Marktbreit
audition@terra-allegra.de

Der Preis beträgt bis 30. November 15 Euro inkl. Versand, danach 18 Euro inkl. Versand.

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Radiotipp: Stef Bos im Deutschlandfunk

Am 12. November 2008 ist es so weit, der Deutschlandfunk in Köln  stellt den niederländischen Singer/Songwriter Stef Bos in seiner einstündigen Sendung Lieder-Laden vor. Gesendet wird von 1.05 Uhr - 2 Uhr. Die Moderation übernimmt Antje Hollunder.

Diese Sendung bietet die Gelegenheit, einen Künstler kennen zu lernen, der in den Niederlanden, Belgien und Südafrika sehr beliebt ist. Hier bei uns wurde er in den Medien bislang noch sehr wenig beachtet. Dies ist umso erstaunlicher, weil seine Musik von sehr hoher Qualität ist und seine Stimme ein unverwechselbares, berührendes und charis- matisches Timbre hat.

Stef Bos

Sein Interesse an universellen Themen spiegelt sich in seinen Liedtexten wider. Stef Bos beschreibt die Welt in seinen Liedern so, wie er sie sieht. Er lässt den Hörer an einer Reise teilnehmen, die immer wieder überrascht und Neues entdecken lässt. Er schafft eine Nähe zu seinem Publikum, die schnell zur Brücke wird. Eine Brücke, die Verständnis schafft, die hinterfragt, die neugierig macht, die Erlebtes wieder ins Bewußtsein ruft. Inspirieren ließ sich Stef Bos unter anderem von Erich Kästner, Kurt Tucholsky, Jacques Brel und Leo Ferré.

Bisher ist Stef Bos dreimal in Deutschland (2002, 2004 und 2008) in Oldenburg im Theater Laboratorium aufgetreten. Jedesmal hat er sein Publikum begeistert und einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Seit mehr als zehn Jahren hat er eine besonders enge Verbindung nach Afrika und hier besonders nach Südafrika. Hier hat er mit ganz vielen Künstlern zusammengearbeitet. Zu diesen Künstlern gehören Johannes Kerkorrel, Amanda Strydom, Koos Kombuis, Tandie Klaasen, Louis Mhlanga, Stella Khumalo, Faith Kekana und Wes Lee.  Durch diese Zusammenarbeit sind viele schöne Lieder entstanden.

Am 29. Oktober 2008 stellt Stef Bos während eines Konzertes zusammen mit Alex Rouka in Antwerpen im Stadttheater “Arenbergschouwburg” seinen neuen Gedichtband “Stillewe” (Stilleben) und seine neue DVD “Storm” vor. Sein Gedichtband wurde von der südafrikanischen Malerin Varenka Paschke illlustriert. Die DVD enthält Liveaufnahmen aus Antwerpen und Brügge während der vergangenen Theatertour “Storm”.

Ich freue mich auf eine Radiosendung, die einen Künstler vorstellt, näherbringt, zum Wiederentdecken einlädt und der auch in Deutschland mehr Aufmerksamkeit verdient hat. Vielleicht ist er ja demnächst auch öfter in deutschen Theatern zu sehen!?

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Groninger Bibel erscheint

Es ist vollbracht! Am Samstag, den 25. Oktober 2008 um 14 Uhr wird in der Martinikerk am Grote Markt in Groningen eine ganz besondere Bibel präsentiert.

Seit fast vierzig Jahren wurde an einer Übersetzung der Bibel in das Groninger Platt, dem Grunnegers, gearbeitet. Mehr als vierzig Freiwillige waren damit beschäftigt, unentgeltlich aus der Quellsprache der Bibel ins Grunnegers zu übersetzen. Von Umfang und Dauer war es ein Projekt, das in der Provinz Groningen seinesgleichen sucht. 

Von 1973 an wurde in verschiedenen Gruppen und Kommissionen und ab 1989 unter der Leitung der Liudgerstichten (Liudgerstiftung) an der Übersetzung der Bibel gearbeitet. Die Übersetzer haben für diese Bibel bewußt Worte und Verbformen verwendet, die in allen Regionen der Provinz Groningen verstanden werden.

 biebel.jpg

Diese Ausgabe der Bibel, die sowohl die kanonischen als auch die deuterokanonischen Bücher enthält, kam in Zusammenarbeit mit der Nederlands Bijbelgenootschap, der Katholieke Bijbelstichting, der Vlaams Bijbelgenootschap und der Vlaams Bijbelstichting zustande.

Biebel in t Grunnegers, Uitgeverij NBG,  ISBN 978-90-8912-007-6, ca. 49,50 Euro.

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Der Kinder Segen von Howard Brenton

Hamburg 1973. Im Kommunikationszentrum Fabrik an der Barnerstraße im Stadtteil Altona wurde das Theaterstück Der Kinder Segen aufgeführt. An das Datum erinnere ich mich nicht mehr. Aber mir sind in den letzten Tagen beim Stöbern in meinen Unterlagen ein paar Fotos in die Hände gefallen, die ich seinerzeit gemacht hatte. 

 kindersegen1a.jpg                ©Foto: Peter Mioch 

Gespielt wurde Der Kinder Segen (The Education of Skinny Spew; Heads; Gum and Goo). - Drei Etappen der Aufzucht und Ordnung von Howard Brenton in einer Inszenierung von Volker Lechtenbrink. Volker Lechtenbrink hatte das Stück für das Hamburger Schauspielhaus inszeniert. Es war sein Regiedebüt. SchauspielerInnen waren Claudia Amm, Volker Lechtenbrink und Knut Hinz.

kindersegen25a.jpg                                                 ©Foto: Peter Mioch

kindersegen8a.jpg                                             ©Foto: Peter Mioch

1973 war ich noch Auszubildender. Die Aufnahmen gehören zu meinen ersten fotografischen Gehversuchen mit einer Leicaflex SL, die ich über meinen Lehrherrn erstanden hatte und die ich dann von meinem Lehrlingsgehalt bei ihm abstottern durfte. Mit siebzehn Jahren hätte mich mein Weg nie in das Hamburger Schauspielhaus geführt. Ich hatte seinerzeit ganz andere Interessen.

kindersegen11a.jpg                                                               ©Foto: Peter Mioch

 kindersegen5a.jpg                                                    ©Foto: Peter Mioch

Da war es für mich ein Segen, dass das Programm in der Hamburger Fabrik so vielfältig war und auch Theaterstücke aufgeführt wurden.  

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