Infos

Sie befinden sich in den Archiven der Kategorie Friesland.

September 2010
M D M D F S S
« Aug    
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
27282930  

Archiv der Kategorie Friesland

Im Portrait: Henk Scholte

Henk ist Literatur, Musik und Geschichte

Selten hat man die Chance, einen Menschen wie den Groninger Henk Scholte mit so wenigen Worten so treffend zu charakterisieren, wie es Jan Veldmann, der Vorsitzende der Jury bei der Verleihung des “Wessel-Gansfort-Preises” im Jahr 2002 tat.

Henk Scholte

Henk Scholte wurde am 26. Juli 1959 in der niederländischen Stadt Emmen geboren. Emmen liegt in der Provinz Drenthe. Seine Eltern wohnten zur Zeit seiner Geburt eigentlich in Stadskanaal, einer Stadt in der Provinz Groningen. Das nächste Krankenhaus lag aber in Emmen. Aus diesem Grund wurde der Groninger Jung Henk Scholte nicht in der Provinz Groningen, sondern in der Provinz Drenthe geboren.

Henk und die Musik

Das erste Mal traf und erlebte ich Henk Scholte im Jahre 2004 während eines Konzertes der Groninger Folkgruppe Törf im Theater Laboratorium in Oldenburg. Henk Scholte ist einer der Gründungsmitglieder und der Sänger der 1975 gegründeten virtuosen Folkmusikgruppe. An diesem Abend in Oldenburg erlebte ich, wie Henk Scholte mit viel Energie, Witz und Anekdoten die musikalische Welt von Törf und die von ihm und seinen Musikerkollegen verkörperte Groninger Kultur präsentierte.  Törf ist die älteste Folkgruppe in den Niederlanden. Henk singt in Groninger Platt. Die „Grunneger toal“ zählt neben dem Drenths,  Twents, Veluws und Achterhoeks zu den Dialekten des Nedersaksisch (gehört zur Sprachgruppe des Niedersächsischen= Niederdeutsch / Plattdeutsch). Das Nedersaksisch wurde wie die Sprachen Friesisch und Limburgs von der niederländischen Regierung offiziell als Regionalsprache anerkannt. 

Wie alles anfing:

In den siebziger Jahren war Henk Scholte im NJN - Nederlandse Jeugdbond voor Natuurstudie aktiv. Der NJN ist vergleichbar mit der deutschen Naturfreundejugend. Hier wurde viel Musik gemacht. Henk begeisterte sich, wie viele andere in dieser Zeit auch, für die Lieder von Singer/Songwritern wie Bob Dylan oder Joan Baez. Irgendwann wurde ihm aber bewußt, dass die klassische Folkmusik doch nicht sein Stil war. Er entdeckte den Folkrock (1972-1974), repräsentiert unter anderem von Gruppen wie Fairport Convention und Steeleye Span.

Zur gleichen Zeit hatte er viele Kontakte in der Provinz Friesland. Henk war beeindruckt von dem Selbstverständnis, mit dem sich die Friesen mit ihrer Kultur und Sprache auseinander setzten und sie pflegten.  Die Friesen sind stolz auf ihre eigene Kultur, Identität und Sprache. Es gab seinerzeit die ersten Musikgruppen, die nicht auf Niederländisch sangen, sondern in ihrer regionalen Sprache. Die Gründung der legendären friesischen Folkgruppe Irolt fiel in jene Tage.
Diese Eindrücke waren der Beginn einer Umorientierung. Warum nicht auch eine Musikgruppe gründen und in der „Grunneger toal“ singen? Zusammen mit dem Gründer und Bassisten der Folkgruppe Törf, Eddy de Jonge, forschte Henk Scholte nach altem Liedgut in der Groninger Sprache.  Henk und Eddy entdeckten ein bereits 1930 veröffentlichtes Liederbuch. Interesse weckte dabei aber nicht nur die Musik, sondern auch die Entstehungsgeschichte und die Texte der Lieder.  Die Musiker von Törf vertonten Texte von Groninger Dichtern und eigene Texte. Die LPs ‘Kovvie kloar?’ (1978) und  ’t Wordt aans’ (1980) wurden produziert. Später folgten dann die CDs “‘t Braide woater” (1993), “Dr is n laand” (1996), “Törf speelt Beukema” (1998) und “Op Roemte” (2001).

Auf der CD “Op Roemte” (Musik: Eddy de Jonge) stehen beispielsweise die Texte des Dichters „Jan Boer“ im Mittelpunkt. Jan Boer(†1983) wurde am 18. Juli 1899 im Dorf Rottum in der Provinz Groningen geboren. Jan Boer zählt zu den klassischen Dichtern der Provinz. Seine Texte sind zeitlos und seine Landschaftsbeschreibungen mit ihren schönen Bildern sind auch heute noch genauso verständlich und aktuell wie in den dreißiger Jahren.

Törf haben es sich zur Aufgabe gemacht, Groninger Qualitätspoesie mit ihrer Musik zu verbinden und sie ihrem Publikum in dieser neuen Form vorzustellen. Im Oktober 2006 erschien eine neue CD mit dem Titel „Olipodrigo“. Sie enhält sowohl traditionelle Lieder, als auch eigene Texte und Musik. Olipodrigo ist aus dem Spanischen “olla podrida” abgeleitet und soll “spanischer Eintopf” bedeuten; auf die Musik bezogen, ein Eintopf vieler Musikstile. Auf dieser CD werden italienische, irische, schwedische Musikstile und Klezmer- und Folkrockeinflüsse miteinander vermengt.  Hier eine Rezension aus dem Folker März/April 2007.

Es gab schon Personen, die sich für die Pflege und Förderung der Groninger Kultur und Sprache eingesetzt hatten. Ein bekanntes Beispiel ist der Groninger Sänger Ede Staal, der, wie Henk Scholte es einmal ausdrückte, „maßgeblich dazu beitrug, dass sich die Groninger Sprache und Kultur emanzipierte“. Ähnlich wie auch bei uns in Deutschland setzten sich in den siebziger Jahren vermehrt Menschen mit ihrer eigenen regionalen Kultur und Sprache auseinander und erkannten die Notwendigkeit, sie zu fördern und zu erhalten. Henk Scholte und seine Musikerkollegen Bert Ridderbos, Geert Ridderbos, Eddy de Jonge und Flip Rodenburg gehörten auf diesem Gebiet zu den ‚Aktiven der ersten Stunde’. Später kamen noch Marius Greiner und Jos Kwakmann dazu.

Auch wenn die Folkgruppe Törf im Leben von Henk Scholte eine sehr wichtige Rolle spielt, würde ich ihm nicht gerecht werden, wenn ich sein zweites musikalisches “Standbein” verschweigen würde.

Ich hatte bereits ausgeführt, dass die Folkmusik, im Allgemeinen und im Besonderen, ein Steckenpferd von Henk Scholte ist. Er ist dadurch ein ausgewiesener Kenner der niederländischen, deutschen und internationalen Folkmusik Szene.
Dieser Umstand brachte ihn mit dem niederländischen Radio- und Fernsehsender RTV NOORD zusammen. Henk moderiert seit dem Jahr 2000 im Radio zur besten Feierabendzeit jeden Werktag ein einstündiges in der Region sehr beliebtes Musikprogramm. Die Sendung trägt den Titel “Twij Deuntjes veur ain Cent” (Zwei Liedchen für einen Cent). Geboten wird dem Hörer ein qualitativ hochwertiges Folkmusik Programm. Am Anfang hatte es keiner für möglich gehalten, dass Henk Scholte und seine Sendung mit dem Fernsehen konkurrieren könnte. Doch die Menschen schalten das Radio ein, wenn er auf Sendung geht.

Wer jetzt denkt, in diesem Programm werden nur Lieder aus der eigenen Region gespielt, der irrt. Natürlich sind die Lieder von Interpreten aus der Groninger Region ein Programmschwerpunkt. Aber Henk Scholte belässt es nicht dabei. Die Verwandtschaft der „Grunneger toal“ mit dem Plattdeutschen lassen ihn immer wieder auch Lieder norddeutscher Künstler spielen, wie beispielsweise von Jan Cornelius oder Helmut Debus. Durch die kleinen Geschichten und Anekdoten, die er zu jedem seiner Lieder für den Hörer bereithält, ist er in hohem Maße identitätsstiftend. Seine fundierten Kenntnisse über die Entstehung der Lieder, oft kennt er die Sänger persönlich, machen diese Sendung zu einem Juwel in diesem Genre. Manchmal verirrt sich sogar ein Konstantin Wecker in sein Programm. Auch irische, spanische, schwedische oder französische Folkmusik fanden durch Henk den Weg nach Groningen. Das Programm ist dadurch nicht provinzlerisch, sondern weltoffen im globalen Sinn.  Und seine Hörerschaft beschränkt sich in Zeiten des Internets nicht auf die Region. Henk Scholte hat sogar eine treue Hörerschaft in den USA. Wenn Henk jeden Abend aufs Neue seine Sendung präsentiert, wird das Studio, in dem er sitzt, zu einem globalen Dorf.

Henk und die Literatur

Henk der Dichter und Geschichtenerzähler ist eine andere Geschichte. Nach einem Aufenthalt in Irland und seiner Bekanntschaft mit Ulysses, dem zentralen Werk des irischen Schriftstellers James Joyce, entwickelte sich bei Henk ein sehr tiefgreifendes Interesse für die Dichter seiner Region.  Die Hauptfigur in Ulysses, Leopold Bloom, ist ein ‚Reisender in seiner eigenen Stadt Dublin’. Henk Scholte wurde nach seinem Irlandaufenthalt und der Lektüre des Romans Ulysses zu einem ‚Reisenden in seiner eigenen Provinz’. Er entdeckte die Groninger Dichter Simon van Wattum, Jan Boer, Hans Elema, Jelte Dijkstra, Sien Jensema, Wiepke van Palmar, Jan Niehoff, Tjaard de Haan, Peter van der Velde und andere für sich. Diese Dichter  hatten eines gemeinsam: sie schrieben Gedichte in ihrer eigenen regionalen Sprache. Henk erwarb im Laufe der Zeit „enzyklopädische Kenntnisse“ über die Literatur seiner Provinz. Wer also gerne einmal eine literarische Rundreise durch Groningen unternehmen möchte, sollte es nicht versäumen, sich mit Henk Scholte in Verbindung zu setzen.

Sehr bald begann Henk damit, selbst eigene Gedichte in der “Grunneger toal” zu schreiben. Im Jahre 1991 erschien sein Gedichtband “Vervrömd“. Auch hier wird wieder die Nähe zum Plattdeutschen deutlich. Der Gedichtband wurde zweisprachig, in der „Grunneger toal“ und auf Plattdeutsch, herausgegeben. Übersetzer ins Plattdeutsche war Carl Heinz Dirks.

Fischerhude
Lutje vlek op laandkoart bie Bremen.
Ondanks gries verleden nog jong en fris
te nuimen. Grootste boerenaarfenis
mos verswinne veur nij ondernemen.

Ook dou de kunst der weleg tierde
was t in dij olle tied hier nait te best.
Woaterege grond wör dreuglegd tot t lest.
t Was t vergraimd nosteg waark, dat sierde.

Mor diz’ wraide dreum komt nooit weerom.
Nee, t ainegste dat doar van overbleven
is binnen karakterstieke vakwaarkhoezen

Zo het dreumer weer tied om vot te soezen.
Waailand mit peerd let ol sfeer in leven.
Veur dörst en toerist, boerderij is kefee.
©Henk Scholte (Aus: Vervrömd)

Henk Scholte war auch Mitbegründer der Groninger Literaturzeitschrift “Krödde“. Diese Zeitschrift ist ein Forum für Groninger Dichter und für ihre Poesie.

Seit dem Jahr 2000 wird alljährlich in der Stadt Groningen ein Poesiemarathon  (Groninger Poëziemarathon) veranstaltet. Im Jahre 2002 beteiligte sich Henk Scholte als Dichter an diesem Marathon. Der Poesiemarathon findet am landesweiten Tag des Gedichtes statt. Marathon bedeutet in diesem Zusammenhang 24 Stunden lang Poesie an verschiedenen Orten in der Stadt Groningen zu erleben. Der landesweite Tag des Gedichtes wurde von Poetry International im Jahre 2000 ins Leben gerufen. Er wird mit vielen Aktivitäten und Initiativen für die Poesie jedes Jahr am letzten Donnerstag im Januar veranstaltet. Es ist schon zur Tradition geworden, dass Henk Scholte zum Abschluss des Poesiemarathons das offizielle Volkslied der Provinz Groningen singt.

Als Liebhaber und Kenner des irischen Schriftstellers James Joyce übersetzte Henk im Jahre 2000 anlässlich des Bloomsday Fragmente von Ulysses in einen speziellen Dialekt des Gronings, das Veenkoloniaals. Dieser Dialekt wird in der Gegend gesprochen, in der Henk aufwuchs. Henk Scholte beschäftigt sich schon über dreißig Jahre mit dem wichtigsten Werk des irischen Schriftstellers James Joyce. Nichts lag daher näher, als etwas von diesem Autor zu übersetzen. Bei den Fragmenten sollte es aber nicht bleiben. Henk Scholte arbeitet daran, den gesamten Ulysses zu übersetzen.

Der Bloomsday wurde auch wieder am 17. Juni 2005 in Groningen zelebriert. Beteiligt waren dieses Mal neben Henk Scholte, der den Abend mit einem Essay über James Joyce eröffnete, Peter O’ Ceallaigh,  Evert-Jan het Hart , Jan Glas, der irische Musiker Daithi Rua und Jos Rietveld.

Henk und die Geschichte Groningens

Schon als sechzehnjähriger Teenager interessierte Henk Scholte sich für die Geschichte der Menschen aus der Provinz Groningen.  Mit einem Tonbandgerät ausgestattet,  besuchte er seine Nachbarn zu Hause. Sie sangen Lieder in der „Grunneger toal“ für ihn. Es muss schon faszinierend gewesen sein, wenn ein Groninger der schon hundert Jahre alt ist, seinem Gegenüber ein zweihundert Jahre altes Lied vorsingt. Auch in den Folgejahren suchte Henk immer wieder das Gespräch mit seinen Mitmenschen in der Region. Er sprach mit ihnen über ihre Wünsche und Sehnsüchte. Ließ sie über ihr Leben erzählen. Neben ganz alltäglichen Geschichten kamen natürlich auch die großen Themen Glaube, Hoffnung, Liebe und Tod zur Sprache. Henk hörte Geschichten, die nirgendwo aufgeschrieben waren. Er behielt diese Geschichten nicht für sich, sondern erzählte sie, wo immer sich ihm eine Möglichkeit bot und die Menschen genauso neugierig auf ihre Wurzeln waren wie er. Zusammen mit dem Autor und Geschichtenerzähler Willem de Ridder organisierte Henk Scholte Ende der neunziger Jahre Lesungen und Erzählabende in den nördlichen Provinzen der Niederlande. Diese mündlichen Überlieferungen bildeten beispielsweise auch am 1. Dezember 2004 die Basis für eine musikalische Lesung mit dem Titel “Een historische ‘Tour de chant’ door Groningen”. Henk Scholte wurde an diesem Abend musikalisch von Geert Ridderbos begleitet.

Am 1. März 2003 übernahm Henk Scholte eine neue Aufgabe in der Stadt Groningen. Er wurde Berater (Consulent) beim neu eröffneten “Huis voor de Groninger Cultuur“. Das Haus für die Groninger Kultur ist eine unabhängige Stiftung, die von der Provinz Groningen ins Leben gerufen wurde und am 1. Februar 2003 ihre Tätigkeit aufnahm. Diese Institution ist eine Anlaufstelle für jeden, der sich mit der Erhaltung, dem Schutz, der Förderung, Entwicklung, Verbreitung und Erforschung der Groninger Kultur beschäftigt. Im Zusammenhang mit dem Begriff Groninger Kultur wird hier unterschieden zwischen Groninger Sprache und Geschichte, kunstsinnigen Aktivitäten und Gewohnheiten und Gebräuchen.

Folgende Ziele werden vom Haus für die Groninger Kultur verfolgt:

• Beratung und Information und/oder finanzielle Unterstützung von Organisationen und Einrichtungen, Privatpersonen und Behörden

• Bereitstellung von organisatorischer und/oder finanzieller Unterstützung von kulturellen Organisationen und Einrichtungen.

• Die Organisation von kulturellen Aktivitäten und Events.

• Die Förderung der Zusammenarbeit zwischen kulturellen Organisationen und Einrichtungen

• Die Vermittlung zwischen Kulturbereich und Publikum

• Die Stimulierung , organisatorische Konzeption und Beförderung von kulturellen Bildungsprojekten.

Eine zentrale Aktivität des „Hauses für die Groninger Kultur“ ist jedes Jahr die Beteiligung und Organisation am/des “Dag van de Groninger Geschiedenis” (Tages der Groninger Geschichte).  Am 5. November 2005 besuchten mehr als 1600 Menschen die Veranstaltungen des Tages der Groninger Geschichte und informierten sich über die Geschichte der Provinz Groningen. Organisiert wurde dieser Tag von den Groninger Archiven (RHC Groninger Archieven), Haus der Groninger Kultur (Huis van de Groninger Cultuur), Vereinigung Stadt und Land (Vereeniging Stad en Land), Groninger Audiovisuelles Archiv (Gronings Audiovisueel Archief) und Biblionet.

Vor Antritt dieser für ihn wie auf den Leib zugeschnittenen neuen Tätigkeit im „Haus für die Groninger Kultur“ war Henk Scholte von 1989-2002 für den EDR (Zweckverband Ems Dollart Region) tätig. Dieser Zweckverband fördert die Zusammenarbeit auf wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet zwischen Deutschland und den Niederlanden in der Ems Dollart Region. Hier war Henk Scholte Projektmanager für Kultur und gesellschaftliche Integration. Er war im Besonderen für das durch die Europäische Union geförderte Projekt “people to people” zuständig.
Henk Scholte wurde vom EDR für seine besonderen Verdienste im Jahre 2002 mit dem “Wessel Gansfort-Prijs” ausgezeichnet. Der Preis wird an Persönlichkeiten vergeben, die sich in besonderem Maße um die Groninger Kultur verdient gemacht haben. Im Bericht der Jury zur Preisverleihung wurde Henk Scholte folgendermaßen geehrt (Auszug):
„Henk ist Literatur, Henk ist Musik und Henk ist Geschichte. Das war er am Anfang, das ist er immer gewesen und das wird er immer sein. Er ist es. Er weiß nicht nur viel, er hat nicht nur buchstäblich ein grenzenloses Interesse, er propagiert es nicht nur, er verkörpert es auf eine Weise wie kein anderer es jemals verkörpern wird“.

Zu guter Letzt

Ich habe mich bemüht, den Menschen Henk Scholte und sein Schaffen, so vollständig wie es mir möglich war, vorzustellen. Möge ihm seine unerschöpfliche Neugierde und Begeisterung für die Groninger Kultur (Geschichte und Sprache) und für die Volksmusik erhalten bleiben und uns weiter viele neue Entdeckungen bescheren.

Abschließend kommt Henk Scholte in einem Zitat selbst zu Wort:
„Oft machen die Menschen sich auf die Suche nach etwas, obwohl es ganz nah vor ihrer Tür liegt. Ich fühle mich manchmal wie ein Entdeckungsreisender in meiner eigenen Umgebung. Meine Mission, meine Frage ist: wie kommt es, dass wir die ganze Welt umarmen, außer uns selbst?”

Bibliographie

Het Groninger Boekenkwartier: Een Wandeling met Henk Scholte, Henk Scholte, Groningen: 1986. Medewerking: Vera Kerremans und Elisabeth van Spronsen.
Vervrömd: Grunneger gedichten mit vertoalen in t Oastfrais deur Carl Heinz Dirks, von Henk Scholte/ Groningen: Uitgeverij Styx Publications, 1991, 76 S. ISBN 90 7237 126 7
(Die in diesem Gedichtband erschienenen Gedichte wurden in den zehn Jahren vor Erscheinen  in der Literaturzeitschrift “Krödde” veröffentlicht)
Het Hogere Noorden: Anthologie Herausgeber/BearbeiterBart FM Droog, Ruben van Gogh en Karel ten Haaf,  ISBN 90 5452 043 4
(Folgende Groninger Dichter wurden in diese Anthologie aufgenommen:Jan Bruggen, Maria van Daalen, Johan van Delden, Dirk Dijkstra, Bart FM Droog, Remco Ekkers, Ruben van Gogh, Willem Groenewegen, Karel ten Haaf, Fritzi Harmsen van Beek, Henry Hes, Tjitse Hofman, Bram Hulzebos, Paul Jainandun Singh, Paul Janssen, C.O. Jellema, Sietze Murk Kingma, Simone Kolk, Rutger Kopland, Jacob Moerman, J.J.A. Mooij, Max Niematz, Ronald Ohlsen, Kasper Peters, Hans van Pinxteren, Guillaume Pool, Henny Prins, Hannie Rouweler, Albert Schaalma, Henk Scholte, Gertjan van Schoonhoven, Rense Sinkgraven, Albertina Soepboer, Kees Stip, Jos Tolboom, Willem Jan van Wijk, Jaap Sietse Zuierveld, Henk Zwiers.
Literatur über Henk Scholte:
t Volle leven van Ebbert Venema: een bundeling van een serie in Krödde (1982-1990) von Hanny Diemer, Groningen, 1992. Das zentrale Thema in diesem Werk ist das Alter-Ego des Henk Scholte.
Twee Eeuwen Gronings:  n golden toal von Hanny Diemer und Jakob Loer, Assen: In Boekvorm bv, November 2005, 224 S. ISBN 90 77548 35 1. In diesem Buch werden Groninger Autoren aus zwei Jahrhunderten vorgestellt (mit Texten). (Henk Scholte auf S.215)

Auszeichnungen

De Rottend Staal Cultuur Award 1998/99

Wessel Gansfort Preis 2002

Auszeichnung für besondere Verdienste um das kulturelle Erbe Groningens mit dem Orden von Oranien-Nassau und Ernennung zum Ritter des Ordens von Oranien-Nassau (2009)

Links zu diesem Beitrag:

Cohen auf Friesisch

Vor ein paar Tagen bin ich auf eine Initiative aufmerksam geworden, die besonders für Leonard Cohen Fans von Interesse sein dürfte. In der niederländischen Provinz Friesland haben sich im Jahr 2008 Cohen Enthusiasten daran gemacht, Lieder von Leonard Cohen ins Friesische zu übersetzen und eine CD und DVD mit diesen Liedern herauszugeben.

Entstanden ist ein audiophiles Kunstwerk, das sowohl atmosphärisch wie auch musikalisch und technisch von ausgezeichneter Qualität ist.  An diesem Projekt waren die verschiedensten friesischen Musiker beteiligt, die die Cohen Lieder dann auch ganz unterschiedlich interpretiert haben.

Auch Leonhard Cohen selbst wurde auf dieses Projekt aufmerksam und bedankte sich bei den beteiligten Musikern für ihre hervorragende Arbeit.

Ich habe den Text von der Homepage http://www.coheninhetfries.nl/ zur Entstehung des Projektes frei ins Deutsche übersetzt, um zu dokumentieren, wie es zu dieser Initiative kam.

cohenfriesischa.jpg

Zwölf friesische Künstler ehren Leonard Cohen mit einer CD und DVD. Der Kanadier, der diesen Herbst (gemeint ist Herbst 2008) durch Europa tourt, wurde schon von vielen gecovert. Aber die Art und Weise, wie diese CD und DVD zu Stande gekommen ist, ist schon etwas ganz Besonderes. Jeder der Künstler nahm live mit verschiedenen Musikern in einer wechselnden Zusammensetzung ein Lied auf. Von diesen Liedern wurde ein Livemitschnitt in Form von Audio- und Videoaufnahmen gemacht.

Das Projekt wurde von Bart Kingma, Harry Zwerver und Bart van Sinderen ins Leben gerufen. Bart Kingma übersetzte die Lieder von Cohen ins Friesische und plante mit dem Audiotechniker Harry Zwerver die Herausgabe eines Samplers, auf der ganz unterschiedliche Musiker zusammen treffen sollten. Als Produzent fungierte dann Bart van Sinderen, der insbesondere für die Realisierung der Aufnahmen für die DVD und für die Vermarktung der CD/DVD verantwortwortlich zeichnet.

Gemeinsam mit dem Arrangeur und musikalischen Leiter Peter van der Zwaag wurde intensiv an der musikalischen Umsetzung gearbeitet. Künstler wurden angesprochen und “ausgewählt”. Roel Slofstra, “Grand Old Man” der friesischen Folkmusik, war der geeignete Interpret für das Lied Suzanne. Nynke Lavermann schien schon jahrelang von Jeff Buckley’s Hallelujah beeindruckt zu sein. Gurbe Douwstra hatte noch alle LP’s aus den Anfangsjahren von Cohen auf dem Dachboden liegen und bekam deshalb das Lied aus Cohens erstem Album zugewiesen: The Stranger Song.

So nahm das Projekt nach und nach Gestalt an. Inzwischen hatten die Initiatoren sich für Liveaufnahmen an einem urwüchsigen Ort entschieden. Ihr Augenmerk fiel auf einen prächtigen alten Bauernhof in Boer nahe Franecker, wo das rote Streiflicht durch das goldene Spinngewebe schimmernd auf das braune Heu fällt. Eine echte Partisanen Atmosphäre.

Während der Aufnahmen zur DVD “Cohen in het Fries”  Während der Aufnahmen zur DVD auf dem Bauernhof in Boer /© Foto: Rita Bloo / ACB Wommels BV

Die Musiker Peter van der Zwaag, Hubert Heeringa, Christiaan van Hemert, Ward Veenstra, Johannes Adema und Sytze Huisman waren für die Künstler ein Garant für eine vielseitige Begleitung. Dabei wurde darauf geachtet, dass jedem Interpreten die ausreichende künstlerische Freiheit für sein zu bearbeitendes Lied gegeben wurde.

Elske de Wall schrieb ein eigenes Arrangement für Dance Me To The End Of Love. Sido Martens sang das Lied The Partisan. Auke Busman und Robbie van Wieren legten jeweils in voller Besetzung los mit So long, Marianne und First We Take Manhattan.
Jaap Louwes ließ bei Famous Blue Raincoat die Violine eine Hauptrolle spielen. Gerbrich van Dekken schuf bei Hey, that’s no way to say goodbye eine countryartige Stimmung. Piter Wilkens brachte seine eigene Sängerin mit für Lover lover lover. Gerrit Breteler schrieb auf If it be your will selbst einen eigenen Text und Marius de Boer sang außergewöhnlich Take This Waltz.

Die CD (incl.DVD) kann über die Homepage Cohen in het Fries  oder beispielsweise bei Bol.com bestellt werden.

Relevante Links zu diesem Beitrag:

Das Portrait: Der Toonkunstkoor Bekker Groningen

Der Tonkunstchor Bekker ist ein großer Chor mit mehr als 100 Mitgliedern. Kennzeichnendes Merkmal für den Chor ist eine gute Balance zwischen ernsthafter Arbeit an klassischen Stücken einerseits und einer entspannten Atmosphäre innerhalb des Chores andererseits. Das Repertoire des Chores umfasst die Musik des 19., 20. und 21. Jahrhunderts und von Zeit zu Zeit macht der Chor auch einen Abstecher ins 18. Jahrhundert.

Der Chor beschränkt sich nicht nur auf große Oratorien, sondern führt auch andere Werke beispielsweise im Bereich Opern auf. Konzertiert wird regelmäßig einmal bis zweimal im Jahr.

Bekker kann in seiner mehr als 130-jährigen Geschichte, gegründet wurde der Chor 1877, auf eine reichhaltige Vergangenheit zurückblicken. Bekker will auch in Zukunft sein Profil als ambitionierter Amateurchor ausbauen.

Für die Stadt Groningen nimmt dieser Chor aufgrund der herausragenden Qualität seiner Arbeit eine besondere Position ein. Er besteht aus guten Amateursängern, von denen viele Gesangsunterricht nehmen. Neue Sänger müssen erst vorsingen, und jeder Sänger wird einmal alle drei Jahre aufs Neue geprüft. Ein Chorcoach begleitet den Chor durchgängig und sorgt für eine fachgerechte Weiterbildung. Auf den Konzerten arbeitet der Chor mit einem professionellen Orchester und professionellen Solisten unter Leitung eines eigenen Dirigenten zusammen.

©TKK Bekker ©Foto: TKK Bekker

Bekker ist ein Gesangverein par excellence mit einem hohen Engagement seiner Mitglieder. Die Übungsabende am Montag werden verbindlich besucht, und die Mitglieder bilden ein festes Team. Es herrscht eine angenehme Arbeitsatmosphäre während der Übungen, und die Aufführungen werden mit angemessener Konzentration vorbereitet. Um eine angenehme Atmosphäre zu fördern, wird nicht nur ernsthaft geübt, sondern es werden auch regelmäßig gesellige Abende organisiert.

Der Tonkunstchor Bekker wurde 1877 vom Dirigenten der damaligen Groninger Orchestervereinigung J. H. Bekker als Konzertchor des Orchesters gegründet. Der Chor war allgemein als der Bekker Chor bekannt und hat deshalb diesen Namen in der Folgezeit übernommen.

tkkbekker1.JPG  ©Foto: TKK Bekker

Auch als die Groninger Orchestervereinigung dann in das Nördliche Philharmonische Orchester aufgegangen war, waren die Chordirigenten fester Bestandteil des Orchesters. Charles de Wolff war der letzte Dirigent, der beide Funktionen innehatte (1961 bis 1989).

Unter Charles de Wolff arbeitete Bekker an folgenden großen Projekten mit: das Te Deum von Van der Horst, die Grande Messe des Morts von Berlioz und La Damnation de faust und einige Opern in Konzertfassung, darunter Boris Godunow von Mussorski und Othello von Verdi. Auch trat Bekker oft mit Darbietungen von Bachs Matthäus-Passion und dessen Johannes-Passion, als auch mit Beethovens Neunter Symphonie auf.

Die Matthäus Tradition wurde unter Oane Wierdsma fortgeführt, der von 1992 bis 2007 als Dirigent mit dem Chor verbunden war. Auch dieser Dirigent war Garant für ein breites Repertoire. Unter seiner Leitung wurden in den letzten Jahren Werke von Vaughan Williams, Honnegger und Rutter aufgeführt. Ein Höhepunkt in der reichen Tradition des Chores war die Zusammenarbeit mit dem Chrouch End Festival Chor mit Darbietungen von Brittens War Requiem In London und Groningen. 1996 wirkte der Chor an der im großen Rahmen organisierten Freilichtvorstellung der Oper Norma von Bellini auf dem Grote Markt in Groningen mit.

Nächster Konzerttermin  des TKK Bekker:

Verdi: Stabat Mater & Te Deum - Puccini: Messa di Glori

20. Mai 2009, 20.15 Uhr in Groningen “De Oosterpoort

Dirigent: Geert-Jan van Beijeren Bergen en Henegouwen

Begleitung: Noord Nederlands Orkest

Solisten - Sopran: Ellen Schuring, Tenor: André Post, Bass: Dario Russo

Der neue Dirigent

Seit Februar 2008 arbeitet der junge, vielversprechende Dirigent Geert-Jan van Beijeren Bergen en Henegouwen als fester Dirigent für den Tonkunstchor Bekker. Im Oktober 2008 fand das erste Konzert unter seiner Leitung statt, auf dem das Stabat Mater von Antonín Dvořák dargeboten wurde.

gjvbbeh1.jpg

Über den neuen Dirigenten

Geert-Jan van Beijeren Bergen en Henegouwen bekam seine ersten Klavierstunden bei Erwin Wiersinga und nachdem er mit dem Gymnasium fertig war, studierte er bei Paul Komen Piano am Konservatorium in Groningen. Im Januar 2002 schloss er sein Studium erfolgreich ab. Außerdem studierte er Chordirigieren bei Louis Buskens am Konservatorium in Groningen. Sein Studium Chordirigieren schloss er ebenfalls 2002 mit dem Requiem von M. Duruflé in der Version für Solisten, Chor, Kleine Orchester und Orgel erfolgreich ab.

Geert-Jan ist Dirigent des Kammerchores Dualis, des Kammerchores Cantatrix und seit Februar 2008 des TKK Bekker in Groningen. Er dirigierte auch einige Jahre die Oratoriumvereinigung Dominum zu Surhuisterveen, den Königlichen Tonkunstchor Concordia Leeuwarden, den Kammerchor Consortium Locale Groningen, den Studentenchor Gica und den Kammerchor Winschoten.

Mit seinem Kammerchor Cantatrix gewann er 2005 einen ersten Preis auf dem Concours d’Arezzo im Pflichtprogramm. In 2007 gewann Geert-Jan mit Cantatrix den ersten Preis im Renaissance Wettbewerb des internationalen Concours für Chöre in Tours.

Im Sommer 2005 wurde Geert-Jan als einziger Niederländer ausgewählt für den Eric Ericson Masterclass mit als Dozenten Simon Halsey (Chef-Dirigent des Großen Rundfunkchores) und Andre Thomas (USA). Als Folge hiervon wurde Geert-Jan für die Saison 2006/2007 als Assistent des Dirigenten des Großen Rundfunkchores (Chef-Dirigent Simon Halsey) angestellt und war im Dezember 2006 verantwortlich für eine Produktion für den Frauenchor unter Leitung von Hartmut Haenchen.

Danach war er im Dezember Gast als Repetitor beim professionellen Kammerchor Capella Frisiae, um das Magnificat von J.S.Bach einzustudieren. Im Frühjahr 2007 dirigierte Geert-Jan das Vokalensemble “The Gents” während einer Anzahl von “Cross-over” Konzerten in Leeuwarden und Enschede. Auch führte er in Dokkum zweimal mit Cantatrix und The Northern Consort die Matthäus-Passion von J.S.Bach auf.

Geert-Jan arbeitet regelmäßig mit dem Großen Rundfunkchor zusammen. Im September 2007 studierte er mit dem Chor das Stabat Mater von Joseph Haydn für Andrea Marcon ein, der die Radio Zimmer Philharmonie in der Samstagsmatinee im Het Concertgebouw Amsterdam dirigierte. Im November 2008 arbeitete er für den Großen Rundfunkchor an den Bußpsalmen von Schnittke mit.

Links zu diesem Beitrag:

Nächster Konzerttermin  des TKK Bekker: 

Verdi: Stabat Mater & Te Deum - Puccini: Messa di Glori

20. Mai 2009, 20.15 Uhr in Groningen “De Oosterpoort

Dirigent: Geert-Jan van Beijeren Bergen en Henegouwen

Begleitung: Noord Nederlands Orkest

Solisten - Sopran: Ellen Schuring, Tenor: André Post, Bass: Dario Russo


Literatur über den Tonkunstkoor Bekker:
We blijven zingen… : Toonkunstkoor Bekker Groningen van 100 jaar naar 125 jaar / [red.: Carolien ten Bruggencate … et al. ; bijdr. van: Klaas Iwema … [et al.] Groningen: 2002. 95 S.

Gedenkboek Toonkunstkoor “Bekker” Groningen : 1877-1977 / [red. E.B. Ebels … et al.]
Groningen: Toonkunstkoor “Bekker”, 1977. - 162 S.

CANÇÃO Tour im September

Im September wird die friesische Band SoulDada im Rahmen ihrer CANÇÃO Tour ihre zweite CD mit dem gleichnamigen Titel CANÇÃO präsentieren.

SoulDada sind Janna Koussios (Gesang), Herman Woltman (spanische und portugiesische Gitarre, Bouzouki), Willem Smid (Berimbau, Defi und Schlagzeug), Carel van Leeuwen (Cello) und Johan Keus (Bass).  Sie gehen während ihrer Konzerttour auf eine musikalische Reise nach Südeuropa und Südamerika. Ausgangspunkt wird Friesland sein.

Souldada

Folgende Termine sind im September vorgesehen:

1. September 2007 - Martinikerk in der friesischen Stadt Sneek im Rahmen des “Groot Cultureel Spektakel” Martiniplein Sneek. Beginn des Konzertes 9 Uhr  Link: Groot Cultureel Spektakel

9. September 2007 - Buiksloterkerk in Amsterdam. Beginn: 16 Uhr Link: Buiksloterkerk

15. September 2007 - Auf dem Tsjoch Festival im Theater De Lawei im friesischen Drachten. Beginn: 19:15 (Kleiner Saal)

Link zum gesamten Programm: Tsjoch Festival 

Anschrift und Link zum Theater: De Lawei Schouwburg

16. September 2007- CANÇÃO CD Präsentation in der friesischen Stadt Leeuwarden in De koperen tuin . Beginn: 16 Uhr

21. September 2007 - Het Perron in Amsterdam. Beginn:  20:30 Uhr

22. September 2007 - Het Perron in Amsterdam. Beginn:  20:30 Uhr

30. September 2007 - Lizboa Amsterdam. Beginn 21:00 Uhr

Links zu diesem Beitrag:

In SoulDada’s CANÇÃO-Konzerten erklingt grenzenloses Saudade

Janna Koussios (Gesang) und Herman Woltman (spanische und portugiesische Gitarre, Bouzouki) gehen zusammen mit Willem Smid (Berimbau, Defi und Schlagzeug), Carel van Leeuwen (Cello) und Johan Keus (Bass) auf eine musikalische Reise nach Südeuropa und Südamerika. Ausgangspunkt wird Friesland sein.

Abschied, Sehnsucht und Wehmut werden während dieser Reise durch bildhafte Texte und Kompositionen wiedergegeben. Sowohl eigene Lieder und Kompositionen als auch Musik vom Balkan und aus Brasilien werden von der friesischen Band SoulDada auf den CANÇÃO Konzerten gespielt.

                                Janna Koussios

Janna Koussios singt beispielsweise ein griechisches und ein brasilianisches Lied auf Friesisch. Beim Singen der Lieder wechselt sie fließend vom Friesischen in die Ursprungssprachen Griechisch und Portugiesisch.

Der Gesang von Janna Koussios wird von Herman Woltman mit seinem Gitarrenspiel und durch die mit viel Feingefühl ausgeübte Perkussion eines Willem Smid bereichert. Das von Carel van Leeuwen gespielte Cello lässt eine lyrische Atmosphäre entstehen und rundet zusammen mit dem von Johan Keus gespielten Bass die Konzerte ab.

Für die CANÇÃO-Konzerte arbeitet SoulDada mit der Schriftstellerin Baukje Wytsma, der Regisseurin Patty Trossel und der Grafikdesignerin Else Boekema zusammen. Dieses Zusammenspiel macht aus einem CANÇÃO-Konzert ein beeindruckendes Hör- und Schauspiel.

Der Wechsel zwischen Romamusik und Samba verleiht den Konzerten einen lebendigen abwechslungsreichen Charakter. Klang und musikalische Übergänge spielen während der Konzerte eine sehr wichtige Rolle.

                                         Souldada

Zurzeit arbeitet SoulDada an einer neuen CD mit dem Titel CANÇÃO. Schon ihre Debut-CD wurde von der niederländischen Öffentlichkeit überaus positiv aufgenommen. Es folgten diverse Rundfunk- und Fernsehauftritte, die SoulDada auch landesweit bekannter machten.

Die nächsten Konzerttermine sind (in den Niederlanden):

  • In Harlingen: De Lichtboei, Beginn 16:30 Uhr am 8. April 2007
  • In Delft: Muziekcafé de klok am 14. April 2007
  • In Sneek: Walta Festival am 15. April 2007
  • In Groningen: Buckshot am 20. Mai 2007

Links zu diesem Beitrag:

Internationales Ambiente mit Musik aus Friesland

Die von dem in Sneek lebenden friesischen Sänger, Gitarristen, Keyboarder und Komponisten Herman Woltman gegründete niederländische Band SoulDada, brachte im September 2005 ihre Debut-CD heraus und findet damit in den Niederlanden landesweit Beachtung.

Der Name SoulDada wurde vom portugiesischen Begriff -saudade- abgeleitet.

Einerseits knüpft dieses Album mit seinen melancholischen Liedern über Abschied, Sehnsucht und Wehmut inhaltlich an dieses spezielle Gefühl an, dass sich so ausdrucksstark in dem portugiesischen Wort -saudade- manifestiert. Andererseits stand dieses Gefühl nicht zufällig Pate bei dieser Produktion, sondern verdankt ihre Berücksichtigung den Texten, Kompositionen und durchdachten Arrangements von Herman Woltman.

Die Arrangements sind nicht traurig, wie man vielleicht annehmen könnte, sondern heben die Stimmung oder bilden die gewünschte Abrundung zu den melancholischen Texten.

SoulDada bereichert und interpretiert dieses -saudade- Gefühl durch unterschiedliche Musikstile. Beim Hören der CD begegnen wir dem Fado, Soul, Jazz, Funk, Rock, BossaNova, Samba und dem Chanson. Das breite Spektrum an gespielten Instrumenten und sehr gute Musiker machen diese Vielseitigkeit möglich. Die Musikstile und die eingesetzten Instrumente verleihen dem Album ein internationales Ambiente.

Und ganz so, als wolle Herman Woltman mit seiner Band und den beteiligten zehn Gastmusikern dieses internationale Ambiente noch unterstreichen, finden sich Lieder auf der CD, die in Friesisch, Niederländisch, Französisch und Englisch geschrieben wurden und gesungen werden.

Diese bislang nur regional bekannte CD hat überregionale Beachtung verdient, auch über die Grenzen der Niederlande hinweg.

Für die Aufnamen zur CD waren SoulDada: Herman Woltman (Gesang, Akustikgitarre, E-Gitarre, Fadogitarre und Keyboard) und außerdem noch Wytse van der Meer (Gesang, E-Bass, Kontrabass), Janna Koussios (Gesang), Lydia van der Meer (Gesang), Cathrienus Herrema (Querflöte, Tenorsaxophon, Sopransaxophon) und Paul Bergman (Piano und Synthesizer) dabei. 

Als Gastmusiker wirkten mit: Meindert van Slooten (Percussion), Marnix Stassen (Percussion), Rutger Hoorn (Schlagzeug), Carel van Leeuwen (Schlagzeug), Marcel Prins (Geige und Violine), Herman Peenstra (Akkordeon), Carlo de Wijs (Hammondorgel), Jeroen Devilé (Posaune), Joep van Rhijn (Trompete) und Johan Keus (E-Gitarre).

Der Produzent Hans Wijnbergen setzte in seinem Studio das I-Tüpfelchen auf diese Produktion. Als Hörer der CD ist man ganz nah bei den Musikern.

Titelliste:

souldada

  1. De Maan (Der Mond)
  2. De Karawaan
  3. Tsjuster oer it waad
  4. Mearkelân
  5. Silveira Marisé
  6. Dig it up
  7. Rode Wijn
  8. Isabelle
  9. Salsabern
  10. Acid
  11. Free
  12. Fillette

Heute sind SoulDada:

  • Anne Lie-Persson (Gesang) ist Schwedin und kam 1992 in die Niederlande, um am Musikkonservatorium Groningen Gesang zu studieren. Nach ihrem Studium war sie drei Jahre lang die erste Sängerin bei verschiedenen Musicals. Gegenwärtig singt Anne-Lie bei SoulDada und bei den Gruppen Soul Vaccination und der Nightshift Partyband mit. 
  • Wytse van der Meer (Bassgitarre) und seine Schwester Lydia haben außerordentlich viel zur musikalischen Gestaltung von SoulDada beigetragen. Schon mit vier Jahren haben beide zu Hause drei oder vierstimmig gesungen. Wytse macht Musik in Schulen, gibt Jazz Workshops und hat mit Jan Akkerman und Madeline Bell zusammengearbeitet.
  • Cathrienus Herrema (Saxofon) Cathrienus Herrema ist passionierter Jazzmusiker. Er improvisiert mit seinem Saxophon gerne zur Musik von John Coltraine und Stan Getz. Mit fast allen Saxofonarten und einer Querflöte spielt er sich bei SoulDada die Seele aus dem Bauch.
  • Herman Woltman (Gesang, Gitarre) kommt aus einer kunstsinnigen Familie. Komponieren und musizieren ist für Herman ein natürlicher und logischer Prozeß. Nach seinem Studium am Konservatorium gründete er die Gruppe Saudade. Herman komponierte außerdem zwölf Lieder für die Gruppe Spoetnik und ihre CD Skylge. Neben dem musizieren in den Soul/Funk Gruppen Halfasoul und de Scandals wurde er mit weiteren Kompositionen beauftragt. Kompositionen für die friesischsprachige CD Rûnom mit Texten von Baukje Wytsma sind das Ergebnis. Im Jahre 2000 gründete er zusammen mit Janna van der Honing (Gesang) das Duo ”Om Utens” und gewann mit “Om Utens” während des friesischen Songfestivals Liet 2002 eine Theatertour durch friesische Städte. Kompositorisch hat Herman Woltman auch an der friesischen Fado CD Sielesâlt von Nynke Laverman einen großen Anteil. 2006 spielt Hermann auf der neuen CD von Nynke Laverman  “De maisfrou” und der neuen Brel CD (Brel auf Friesisch) von Douwe Heeringa mit.
  • Paul Bergman (Keyboard/Akkordeon) ist auch Keyboarder und Akkordeonist bei den Gruppen Spanner, Syb & Band und GroeV. Neben seiner Zauberkiste Fantom x6 ist das Akkordeon sein liebstes Instrument.
  • Bas Boema (Schlagzeug) wird nie genug davon bekommen, Schlagzeug spielen. Er haucht der Musik von SoulDada Leben ein. Ein Konzert von Prefunktery Sniff, bei denen er auch mitspielt, ist ein muß für jeden Musikliebhaber.

Einige weiterführende Links zu diesem Artikel:

    • Homepage von SoulDada mit Liedtexten, Hörproben (direkt neben den jeweiligen Liedtexten) und der Möglichkeit die Debut-CD zu bestellen.
    • Homepage von Herman Woltman  

|