Infos

Sie befinden sich in den Archiven der Kategorie Johan Verminnen.

September 2010
M D M D F S S
« Aug    
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
27282930  

Archiv der Kategorie Johan Verminnen

Johan Verminnen: Brüssel, mein Tor zur Welt

Brüssel, die Stadt mit der er sich eng verbunden fühlt, ist ein häufig in seinen Liedern wiederkehrendes Thema und eine Inspirationsquelle. Der am 22. Mai 1951 in Wemmel, nördlich von Brüssel, im Pajottenland geborene Johan Verminnen hat im letzten Jahr sein drittes Buch herausgegeben. In diesem Buch spielt, genauso wie in vielen seiner Lieder, Brüssel eine zentrale Rolle.

Mit Humor, Poesie und viel Lokalkolorit beschreibt Johan Verminnen in diesem Buch seine stürmischen Anfangsjahre in Brüssel. Er erzählt, wie er von seinem Geburtsdorf Wemmel in die Stadt zog, um erwachsen zu werden, und wie er sich zur Theaterpersönlichkeit von heute entwickelte. Die Konfrontation mit anderen Kulturen in dieser pulsierenden Stadt veränderte seine Sichtweise auf die Welt.

Zu diesem Buch gehört eine CD mit bekannten und neuen Liedern über sein Brüssel.

Inhaltsverzeichnis: Van Brussel naar de wereld

Eine Leseprobe aus: Van Brussel naar de wereld 

Brüssel, mein Tor zur Welt

von Johan Verminnen, in einer Übersetzung von Peter Mioch

                                                                                                                ©2007: Johan Verminnen und Uitgeverij Davidsfonds NV, ISBN 9789063065539

 ”Avec le temps, avec le temps, va, tout s’en va, mêmes les plus chouettes souvenirs” erklingt es in dem imposanten Chanson “Avec le temps” von Leo Ferré. Ist das der Grund, warum ich mit viel Spaß die Erinnerungen an meine Brüsseler Jahre niederschreibe? Die Konfrontation mit dieser pulsierenden Stadt, die niemals schlafen ging, prägte mein Bild über Menschen und Dinge. Meine Sicherheiten wurden durch sie in Frage gestellt, aber mein Verständnis für die Menschen wuchs.

Grundlage für dieses Buch bilden Anekdoten, welche ich hauptsächlich aus den Kolumnen schöpfte, die ich jahrelang für “Deze week in Brussel” schrieb. Beim Wiederlesen fühlte ich mich noch einmal zurückversetzt in die Zeit als junger Mann, als ich am Anfang meiner stürmischen Laufbahn stand. Vielleicht ist etwas in mir nie aus Brüssel weggegangen, stehengeblieben zwischen De Munt und dem Südbahnhof.

Johan Verminnen

Kapitel 1 

Von einem Dorf im Schatten in eine Stadt im Licht

“In meinen Erinnerungen ist noch etwas Dorf
Fetzen von Jahrmarkt und Musik
Ich sehe die Fahnen und die Wimpel
Die Tierbeschau zog viele Leute an
und die Cafés, ja die florierten
Das Bier mit einer Schaumkrone darauf
floss in Strömen durch die Kehlen”
Aus: Dorf meiner Kindheit, Originaltitel: Een beetje dorp - Gegenlicht

Jedes Mal wenn ein Bus aus Merchtem, Opwijk oder Dendermonde vorbeidonnerte, bebte das Haus in seinen Grundfesten. Die Dachgaube des Zimmers, welches ich mir mit meinem Bruder Paul unter den Dachpfannen teilte, ging zur Straße raus. Die Fenster zitterten furchtbar unter dem niemals nachlassenden Verkehr zwischen Dorf und Stadt, der über eine kopfsteingepflasterte Straße mit dem Hinterland verbunden wurde. Direkt gegenüber Nummer hundertacht am Merchtemsesteenweg in Wemmel lag ein Bauernhof, der schon lange keinen frischen Anstrich mehr gesehen hatte. Er wurde von einer alleinstehenden Dame namens Pauline bewohnt. Sie kochte auf Hochzeiten und Festen. Auf jedem Schlachtfest wurde sie wegen ihres legendären “Plat spécial”, eines Gerichts aus Nieren, Kalbsfleisch und Wiesenchampignons in Madeirasoße, gerühmt.

Fünfzig Meter von uns entfernt läuteten die Glocken der Sint-Servaaskerk und unter den wohlwollenden Augen des Küsters baumelte ich zusammen mit Freunden wie ein Engelchen am Tau, das den Mechanismus in Bewegung setzte. Als Messdiener probierten wir nach der Frühmesse den Messwein in der Sakristei, bevor wir zu Bus und Bahn hasteten, die uns zu den Brüsseler Schulen brachten. Heimlich verabredeten wir uns vorher im Gemeindepark noch mit Mädchen, die unser Herz entflammten. Warme, heiße Küsse und Zungenküsse, von denen man ewig träumen konnte! In den Kastanienlichtungen, die den Park umringten, ritzten wir mit Schweizer Messern unsere Namen in Herzen. Auf verwitterten Bänken schworen wir einander ewige Treue.

In diesem im Schatten der Hauptstadt schlummernden Dorf wuchs ich als Jüngster von fünf Geschwistern auf. Mutter sorgte für den Haushalt und Vater brachte den Lohn nach Hause. Zwei Schwestern bemutterten mich und zwei Brüder lasen mir die Leviten. Für die Größten war ich zu klein. Mein Kummer war groß, weil ich nie dazugehörte. Ich fühlte mich gegenüber meinen Brüdern und meinen Schwestern so wie mein Dorf im Angesicht der Stadt. Die Randgemeinde drohte durch das große, alles verschlingende Monster geschluckt zu werden.

Zur Weltausstellung 1958 wurde Wemmel endgültig erschlossen und das parzellierte ehemalige Ackerland machte letztendlich ein “dortoir”, eine schlafende Vorstadt daraus. Beamte der EWG trieben die Mietpreise in die Höhe und veränderten nach und nach das ländliche Gesicht der Gegend. In den Läden wurde plötzlich, wenn auch nicht immer korrekt, ziemlich gut Französisch gesprochen.

Für einen Heranwachsenden in Jeans und Parkajacke war eigentlich nicht viel los. Alles spielte sich in der nahegelegenen Stadt ab. Am Horizont blinkten die Kugeln des Atomiums und sieben Kilometer weiter lag das Zentrum einer Stadt, die niemals schlafen ging. Eine Stadt, in der man frei sein konnte. Mit Straßen in denen man sich verstecken konnte. Straßen wie Schultern, an denen man weinen konnte. Was für ein Gegensatz zu den beklemmenden, kontrollierenden Augen der lauernden und taxierenden Nachbarn und Dorfgenossen. “Dein Haar ist zu lang”  schimpften sie, aber ich antwortete gefasst: “Und eure Vorstellungen greifen zu kurz!”

Zweimal im Jahr veranstaltete man einen Jahrmarkt, um Dampf abzulassen. Es gab eine Jugendbewegung, der man sich gleichsam automatisch anschloss. Einen Fußballverein, in dem man die Schuhe des Bruders auftrug. Ein Kino mit dem farbenprächtigen Namen Lido, in dem nichtssagende Familienfilme und Western, meistens mit John Wayne oder Ava Gardner in den Hauptrollen, gezeigt wurden. Ein Freilichttheater mit einer jährlichen Vorstellung des Reisenden Volkstheaters. Eine Ausstellung über das Dorfleben von früher und danach eine unterhaltsame Plauderei über ihre Botschaft. Das war richtige Kultur! Davon konnte man wenigstens etwas lernen! Nein, mir reichte das nicht! Ich wollte mehr!

Also brachte mich die Straßenbahn am Mittwochnachmittag oft in den Nordbezirk der Hauptstadt. Am Ende ihrer Strecke fuhr sie durch das Rotlichtviertel beim Bahnhof an einem offenen Abzugskanal, der stinkenden Zenne, vorbei. Damen mit einladenden Dekolletés lockten ungeniert die Passanten und zeigten mir mehr, als das Dorfkino jemals vermuten ließ.

In der Nieuwstraat lag La maison bleue, ein Plattenladen mit Musik aus der ganzen Welt. Ich kaufte eine Langspielplatte und versteckte eine zweite unbezahlt unter meiner Parkajacke. Memphis Slim und Big Bill Broonzy lehrten mich den Blues. Die Kinks und die Beatles versetzten mich in einen Rausch.  Auf dem Radio-Pick-up von Telefunken im Wohnzimmer kratzten die Nadeln Noten in meine Seele, bis mein Vater jedes Mal wütend ausrief: “Mach doch das Katzengejammer mal eben aus!” In meinem Zimmer suchte ich auf meiner gebrauchten Gitarre oft hoffnungslos nach den Akkorden von “Blowin’ in the wind”. Mit Hilfe von Ferre Grignard schaffte ich es endlich ein erstes Lied zu spielen, indem ich seine Lieblingsakkorde E, A und H benutzte. Auf meine verblichene Levi’s Jeans malte ich “Love and Peace” und auf meiner Büchertasche stand “Yankee go Home” geschrieben. Das war mein Beitrag zum Protest gegen das amerikanische Debakel in Vietnam. Meine schulischen Leistungen verhielten sich umgekehrt proportional zu meinen musikalischen Schwänken und verschlechterten sich folglich beträchtlich. Davon zeugten auch die Strafarbeiten und negative Kommentare über mein Zeugnis.

In Brüsseler Underground-Cafés wie das Le Floriot, Le petit blanc und das Welkom probierte ich trockenen Weißwein und lauschte einer Musicbox mit französischen Chansons. Derroll Adams, der nach der Expo ‘58 hier hängengeblieben war, sang in der Ecke des Cafés mit seiner tiefen Bassstimme und begleitete mit seinem quengelnden Banjo seine Folksongs. Er weckte mein Interesse für die Weltmusik.

Mein ältester Bruder Bert, der Gedichte und Theaterstücke schrieb, machte mir Mut, mich weiter künstlerisch auszubilden. Ich schrieb meine ersten unreifen Liedtexte in ein Schulheft. Mit Freunden gründete ich eine erste Band, mit der wir das Repertoire von Bob Dylan, Donovan und Boudewijn de Groot traktierten. Mit selbstgebauten Lautsprechern belauschten wir die Feste der katholischen Jugendbewegung. In der einzigen Tanzgelegenheit im Dorf, dem Saal Pax, hatten wir unsere Premiere. Auch im Gildenhaus, Hooghuis genannt, spielten wir sonntagabends oft unsere Lieder vor Altersgenossen. Sie wollten wie wir der Langeweile des Dorflebens entfliehen.

Ach, das Dorf, jeder kannte jeden und niemand entfloh der sozialen Kontrolle und den Vorschriften, die man uns auferlegen wollte. Es wurde geklatscht und getratscht, es wurde beurteilt und vor allem verurteilt. Glücklicherweise kam ich aus einem behüteten Nest, das mich beschützte. Meine Schwestern und Brüder kämpften sich frei und brachen das Eis für mich. Deshalb konnte ich ohne großen Widerstand meiner Eltern den Wechsel vom Sint-Pieterscollege in Jette zur Dramaturgie-Abteilung des Konservatoriums in Brüssel vollziehen. Nand Buyl sagte mir dort einmal: “Du spielst eine Rolle am Besten, wenn du du selbst bist.” Damals begann für mich das richtige Leben.

Freunde meldeten mich bei “Ontdek de ster” an, einem Singwettbewerb des damaligen Senders BRT, bei dem Toon Hermans mir gratulierte und mir meinen Preis überreichte. Zwei Busse voll mit Dorfgenossen begleiteten mich nach Antwerpen, um mich anzufeuern und den Sieg mit mir zu feiern. Das Hooghuis war zu klein für das Festgetöse danach und die Fässer waren schnell leer. Angebote für Plattenverträge flogen mir um die Ohren. Ja, das war damals noch möglich! Die Meisten versprachen mir das Blaue vom Himmel, aber glücklicherweise brachte ein Anruf von Will Tura mich mit Jean Kluger zusammen. Der nahm die Dinge gründlich für mich in Angriff und wurde für die folgenden 15 Jahre mein Produzent. Kluger lehrte mich alle Kniffe des Faches und dafür bin ich ihm heute noch dankbar. 

“Het Sienjaal” war der Name eines Jugendcafés, das ich mit meinem alten Freund betrieb, um etwas dazu zu verdienen. Wir hatten selten Auftritte und der Anfang meiner Karriere war schwer. Zusammen mit meiner Jugendliebe mietete ich in Wolvertem, einem nahegelegenen Dorf, ein Haus. Wir hatten kaum Komfort und viel zu wenig Geld und doch waren wir glücklich. Langsam bekam ich mehr Arbeit und mit Raymond van het Groenewoud als Begleiter bahnte ich mir einen Weg und eine Karriere, die allerdings nicht immer auf Rosen gebettet war. Wir ließen das Jugendcafé mit Schulden von vierzigtausend Francs aus unbezahlten Rechnungen hinter uns. Unsere Kunden dachten wohl, das Bier wäre gratis. Und ich, ich ließ das Dorf so wie es war und zog mit einer neuen Liebe in die Stadt, mon Amérique à moi (Ende des ersten Kapitels).

CDs und Bücher können über die Johan Verminnen Homepage

http://www.johanverminnen.be/

bezogen werden.

Links zu diesem Beitrag:

Johan Verminnen: Das letzte Boot

In diesem zweiten Beitrag einer vierteiligen Reihe über den belgischen Sänger, Songwriter und Schriftsteller Johan Verminnen möchte ich sein zweites Buch vorstellen. “De laatste boot” ist im letzten Jahr bei Uitgeverij Van Halewyck, Leuven erschienen.

Doch bevor ich näher auf das Buch eingehe, werde ich noch ein paar biographische Stationen der musikalischen Laufbahn von Johan Verminnen auswählen, die seine Bedeutung für das niederländischsprachige und französischsprachige Publikum unterstreichen.

In den siebziger Jahren 

1975 gewinnt Johan Verminnen zusammen mit seinen Musikern Koen De Bruyne, Firmin Timmermans und Yvan de Souter (gemeinsames Foto mit Nick Roland) den “Grand Prix de l‘interpretation et Prix de la Presse” auf dem Festival des Französischen Chansons in Spa (Foto von Johan Verminnen auf dem Festival). Das französischsprachige Album  “Elle chante na na na” erscheint und enthält ausschließlich französische Übersetzungen von ursprünglich flämischen Liedern.

1978 erscheinen zwei weitere französischsprachige Alben: “Je ne suis pas un Flamand rose” und “Le coeur content”.

Mit den Liedern “Ieder met z‘n vlag”, “Laat me nu toch niet alleen”, “Brussel” und “Rue des Bouchers” entstehen Ende der siebziger Jahre große Johan-Verminnen-Hits.

Johan Verminnen 

In den achtziger Jahren

1981 landet Johan Verminnen mit “k Voel me goed” einen weiteren großen Hit. Die Melodie zu diesem Lied stammte von Fernando Lameirinhas.  

1982 wird Johan Verminnen Dozent beim Studio Herman Teirlinck (heute Herman Teirlinck Institut). Die musikalische Farce “Heibel in de jungle” entsteht.

1986 endet eine langjährige Zusammenarbeit.  Johan Verminnen und sein Herausgeber und Produzent Jean Kluger gehen getrennte Wege. Die Single “Ik wil de wereld zien” nehmen sie noch zusammen auf.

Die erste erfolgreiche Johan Verminnen CD “Traag is mooi” wird dann schon mit Chris “Djoum” Ramon in den ICP-Studios für BMG-Ariola aufgenommen. Nach den Aufnahmen für diese CD geht Johan Verminnen mit der Theatershow “Zeilers ver van huis” auf Tournee.  Die französischsprachige Version der Tournee trägt den Titel “Le coeur content”. Auftritte in Quebec (Festival d’Eté) folgen.  

In den neunziger Jahren 

1994 ist das Jahr für die Jubiläumstour “Alles leeft”.  Johan Verminnen wird auf dieser Tour von einem dreißigköpfigem Ensemble begleitet.  Darunter befindet sich auch ein  Streichquartett. Eine Live-CD, ein TV-Special und ein Buch über Johan Verminnen von Manu Adriaens mit dem Titel “Zingen tot morgenvroeg”  runden die ersten fünfundzwanzig Jahre ab. 

1996 tritt Verminnen in Togo während einer Tournee zusammen mit Percussionisten aus Togo und Benin auf. Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist die Komposition ”Mia woe zoolo”. Im gleichen Jahr erscheinen auch das Album “Suiker en zout” und die Singles “Rosie” und “Café der blije harten”.

1997 wird Johan Verminnen Musicaldarsteller in der VTM-Produktion ”De tovenaar van Oz” (Der Zauberer von Oz). Er spielt in diesem Musical den Löwen. Anfang 1997 startete Johan Verminnen außerdem zusammen mit dem niederländischen Sänger und Songwriter Stef Bos das Projekt “In het licht van zijn schaduw”. Eine Hommage an Jacques Brel, der genau wie Johan Verminnen aus Brüssel stammte.

1998 erscheint eine neue französischsprachige CD mit dem Titel ”Marin d’Eau Douce” Das französischsprachige Publikum lernt Johan Verminnen erneut kennen und die niederländischsprachigen Fans entdecken einen Verminnen, der deutlich zeigt, das seine Wurzeln im Chanson liegen.

Über das Buch “De laatste boot”  

Johan Verminnen erzählt die ergreifende Geschichte des Schadensachbearbeiters Walter Naegels, der sein ganzes Leben vergeblich davon träumt die sieben Weltmeere zu befahren.

Dieser junge Mann, der sich weigert erwachsen zu werden, hat nachts an einer Muschel gehorcht, um den Streit seiner Eltern nicht hören zu müssen. Das Geräusch des vorbeifahrenden Verkehrs hört sich für ihn genauso an wie das Geräusch des Meeres. Mit einem Sextanten bestimmt er überall an Land seine Position als Süßwassermatrose. In seinen Träumen macht er imaginäre Weltreisen und trägt jede seiner Reisen peinlich genau in ein Logbuch ein.

Schlussendlich strandet er in einem Gasthof in Ostende bei Gusta, der Witwe eines Fischers, die ihren Mann im isländischen Meer verloren hat.  Zwischen den Pensionsgästen, die dort wie Treibgut angespühlt wurden, zieht er Bilanz über sein Leben. N’est pas capitaine qui veut, mais pauvre matelot qui peut!

“De laatste boot” ist eine zutiefst melancholische und auch maritime Geschichte, die aus all ihren Poren das Meer mit seinem unerreichbaren Horizont ausatmet.

Jedem Kapitel ist das Fragment eines Johan Verminnen Liedtextes vorangestellt. Das Buch enthält außerdem eine CD mit sieben neubearbeiteten Verminnen Liedern über das Meer. Die Illustrationen zeigen maritime Schwarzweißfotos von Ostende. Das Cover und die Fotos stammen überwiegend von Jo Clauwaert.

Jetzt also zum ersten Mal in deutscher Sprache: eine Leseprobe von “De laatste boot”.

Das letzte Boot

von Johan Verminnen, in einer Übersetzung von Peter Mioch

De laatste boot

Copyright: 2006 Johan Verminnen und Uitgeverij Van Halewyck, Leuven. ISBN 9056176900

Vorwort   

Genau so, wie meine Hauptperson, versuche ich jeden Tag nach den Sternen und der Sonne zu greifen, um meinen Standort inmitten der Widrigkeiten des Lebens zu bestimmen. Wer sind die Menschen hinter den Menschen? Welche Bedeutung haben die Dinge hinter den Dingen?

“Lass das Kind in dir nie sterben” sagte Brel “und mach mindestens einen deiner Träume wahr”. Deshalb horche ich, genauso wie Walter Naegels, die Hauptperson in meinem Buch, regelmäßig an einer Muschel, um die Geräusche des Meeres einzufangen. In meiner Fantasie gehe ich wie er auf Reisen. Deshalb singe ich, deshalb schreibe ich und schreie meine Worte zum Mond hinauf, wie Tränen in einen Ozean.  Auch wenn mein Schiff hinfährt, wo es nie ankommen wird.  Ich werde trotzdem weiterträumen. N’est pas capitaine qui veut, mais pauvre matelot qui peut!

Johan Verminnen

Kapitel 1: Pension Moderne

Der Regen fällt mal wieder auf das glänzende Kopfsteinpflaster von Ostende am Meer.
Die Wellen toben
Alles ist grau und grün, die Farben von Ostende, außerhalb der Saison.
Ein Dorf mit Bekannten.
Als Ertrinkender gestrandet auf dieser vertrauten Insel
Ein Stück England, verloren in einer Nebelbank
Denkend an dich, laufe ich hier allein
Der Kropf im Hals, in der Kälte
Regen, Ostende im Regen

Aus: Ostende im Regen - Wenn meine Gitarre mir hilft

Walter sah von seinem möblierten Zimmer in der Pension Moderne aus zum Kai hinüber, wo die Fischerboote an den Trossen auf und ab tanzten. Die Seeadler bereitete sich auf eine lange Reise vor, hoffend auf Netze voll mit zappelnden Fischen. Mit achtzigtausend Liter Dieselkraftstoff in den Tanks und Proviant für vierzehn Tage an Bord, wollte sich die sechsköpfige Mannschaft auf die Reise zur irischen See machen. Gestern hatte Walter im Café Seeblick zusammen mit Kapitän Gerard Verschaeve zu viele 0,3er Biere hinuntergekippt. Sein Kopf war schwer wie Blei, als er Gerard den Befehl zum Ablegen geben hörte. 

Sicher wurde das Schiff zwischen den Hafenmauern von Ostende in Richtung tosendes Meer hinausgeschoben.  Überschüttet von schäumenden Wellen nahm die Nase des Fischerbootes Kurs auf hohe See. Kinder winkten den Seeleuten vom Pier aus hinterher. Walters Gedanken wogten mit der Mannschaft mit und wünschten ihr eine wohlbehaltene Fahrt. Die Schraube des starken Dieselmotors der O.33 zog einen langen weißen Streifen zum Horizont hin, bis der Trawler im Morgennebel verschwunden war.

Die geblümten Tapeten an den Wänden seines Zimmers hatten schon bessere Zeiten gesehen. All das klapprige Mobiliar in dieser billigen Pension strahlte ein nagendes Gefühl der Einsamkeit aus. Wer hatte hier sonst noch auf diesem klapprigen Bett gelegen, wer auf diesem wackeligen Stuhl gesessen? Welche unerfüllten Träume hatten sie geträumt? Wovor waren sie auf der Flucht und was war ihre Geschichte? So wie die anderen Bewohner fühlte auch Walter sich als ein Ertrinkender, der hier mit anderen Unbekannten gestrandet war. Wie ein Häftling auf Hafturlaub, der sich ohne einen Entschluss fassen zu können und  mangels Alternativen letztendlich von einem Taxi ans Meer hatte fahren lassen.

Warum das Meer? Weil es das Einzige war, was ihm ein Leben lang treu geblieben war. Das ewige Rauschen des Meeres war die Stimme, die er überall hören konnte. Sogar während des unaufhörlichen Summens des nie nachlassenden Stadtverkehrs. Als er klein war, horchte er abends in seinem Zimmer an einer Muschel. Er hatte sie während eines Aufenthaltes in der Urlaubskolonie Zon en Zee der Christlichen Krankenkassen in Westende am Strand gefunden. Seither schleppte er die Muschel in seinem kärglichen Gepäck wie eine Reliquie überall mit hin, als ob er für alle Zeiten der sich in seine Träume zurückziehende kleine Junge bleiben wollte.

Die Pension Moderne lag am Hendrik Baelskai, zwischen dem VeGe’tje, einem ehemaligen Lebensmittelladen, der jetzt eine Hafenkneipe geworden war, und einem Lagerplatz für Fischereizubehör. Die Pension wurde von Gusta, einer herrischen, gebieterischen Matrone, geführt. Sie war von der Natur mit einem Busen ausgestattet worden, an dem ganz Ostende Trost finden konnte.

Jedes Mal, wenn ihre Gäste Besuch bekamen, schallte ihre Stimme wie ein Megaphon durch die Gänge. Ihren Mann hatte sie in einem Sturm bei Island verloren. Mit literweise Kaffee und Bergen von Plätzchen erzählte die Schiffersfrau jedem, dem sie begegnete, über ihr unglückliches Leben.

Auf dem Kamin stand ein Foto von ihrem Mann, der lachend an der Reling seines Schiffes stand. So als ob das Meer für ihn jedes Geheimnis verloren hatte. Bis zu jenem grauen, stürmischen Tag im Dezember 1956. Radio Ostende hatte nach einem letzten knackenden Kontakt ein vages May Day Signal aufgefangen. Am nächsten Tag bemerkte ein norwegischer Frachter umherschwimmendes Treibholz von der O.214. Ein entsendetes Rettungsboot konnte nur noch feststellen, dass das Schiff mit Mann und Maus untergegangen sein musste.

Ein Blumenkranz am Denkmal für die Seeleute auf dem Deich und eine kleine Zeremonie in Anwesenheit des Reeders, des Hafenkommandanten und einer Gruppe von Familienangehörigen und Kollegen. Das war die letzte Ehrung für die vielversprechenden Seeleute, unter ihnen Gilbert Verhegge, 39 Jahre, Ehemann von Gusta und Maschinist auf der O.214.

Die Bewohner der sieben Zimmer, die Gusta wochenweise vermietete, waren alles andere als Urlauber. Wie ein Leuchtturm lockte ihre Pension Kunden, die nirgendwo anders unterkommen oder Zuflucht finden konnten. Die meisten Gäste waren alleinstehend. Wie ihre Pensionsinhaberin war ihnen im Leben nichts erspart geblieben. Sie überlebten mit einem kärglichen Ersatzeinkommen oder einer mageren Rente. Ihre Geschichten über Scheidungen und Konkurse ließen sie nur mühsam hinter sich. Mit viel Verständnis und ihrem legendären Kaffee mit Plätzchen, hörte Gusta sich an, was ihnen widerfahren war. Dann händigte sie ihnen die Schlüssel aus. 

In Gedenken an ihren Mann steuerte sie das ärmliche Gasthaus wie ein Kapitän. Gleich einer Bake, die nachts im Hafenbecken lag. Ein tröstendes Wort und ihr verständnisvoller Blick beschränkte sich darauf, alle zu unterstützen und die unausgesprochenen Schmerzen einer nahen Vergangenheit zu lindern.

Walter zog die Tür seines Zimmers hinter sich zu und atmete befreit die salzige Seeluft ein, die ihm schon in der Haustür entgegen wehte. Am Kai entlangschlendernd, begutachtete er die Boote und Schiffe, die in allen Farben und Größen vor Anker lagen. Tief im Inneren verspürte er das Verlangen, wegzufahren und alles entgültig hinter sich zu lassen. Neidisch starrte er einem Segelschiff hinterher, das von kreisenden Möwen verfolgt langsam seewärts glitt. Aus der offenen Tür des Café Seeblick, eine gefürchtete Konkurrenz des VeGe’tje, erklang die Stimme von Cesaria Evora, die ihr Saudade gen Himmel sang. In seiner Phantasie sah er die perlweißen Strände der Kapverdischen Inseln vor sich auftauchen und  fühlte den warmen Wüstenwind prickelnd auf seiner Haut. Er bestellte schweigsam einen Mokka und ließ ihn auf seine Rechnung setzen. An der Theke gab er sich seinen Gedanken hin. Der Lärm der Menschen um ihn herum glitt langsam in das Meeresrauschen seiner Muschel hinüber.

Brüsk wurde er von einem Stammgast aus seinen Gedanken gerissen, der ihn um Feuer bat. Er zog ein Zippo aus seiner Hosentasche und betrachtete den Mann aufmerksam, der ihm als Gegenleistung einen Drink anbot. Seine verwitterte Haut verriet ein Leben auf See und wenig später erzählte der alte Schiffer ohne Ende über sein abenteuerliches Leben. Darüber wie hart das Seemannsleben früher war und wie einfach das Fischerleben heutzutage ist. Er war noch auf einem Fischkutter aus Holz nach Island gefahren. Er kannte auch Gilbert Verhegge und seine Gusta. Natürlich erinnerte er sich an das Schiffsunglück der O.214 und die Trauerfeier beim Denkmal der Seeleute. 

Ja, ja, das Meer gibt und nimmt, seufzte er gelassen. Es liegt dir im Blut, das kann eine Landratte nicht begreifen, fügte er hinzu, während er seine Flasche in einem Zug austrank. Wir Schiffer sind in einer Salzlake geboren worden und werden gepökelt untergehen. Walter schaute jetzt noch trüber vor sich hin, weil er in den Augen des Schiffers wahrscheinlich auch so eine Landratte war. Im Wochenbett, in dem er in Ganshoren geboren worden war, hatte er nicht in Salz gelegen, sondern zwischen knisternd frischen Laken. Noch einsamer als zuvor verabschiedete er sich hastig und lief in die Pension zurück, die sein neues Zuhause geworden war.  (Ende Kapitel 1)

CDs und Bücher von Johan Verminnen können über die Johan Verminnen Homepage

http://www.johanverminnen.be/

bezogen werden.

Links zu diesem Beitrag:

Prinzessin aus dem Pajottenland von Johan Verminnen

Begleitet von den ermutigenden Worten des bekannten niederländischen Kabarettisten, Sängers, Malers und Dichters Toon Hermans, wurde der junge Verminnen 1969 zum Laureat der TV-Gala “Entdecke den Star” gekürt. Seitdem ist es um den Belgier Johan Verminnen nie mehr still geworden.

Durch die Verbindung von Talent, Leidenschaft und freundschaftlicher Zusammenarbeit mit anderen anspruchsvollen Musikern und Künstlern (darunter Raymond Van het Groenewoud und Stef Bos) entwickelte sich Johan Verminnen schnell zu einer unverwechselbaren Galionsfigur der niederländischsprachigen Musik.

Große Hits wie ”Laat me nu toch niet alleen” (Lass mich jetzt doch nicht allein), “Rue des Bouchers”, “Brussel”, “Mooie dagen” (Schöne Tage),  ”Ik wil de wereld zien” (Ich will die Welt seh’n) und viele andere Klassiker haben sich in das kollektive Gedächtnis der Menschen eingegraben.

Auch heute, nach 37 Jahren, spielt Johan Verminnen in belgischen und niederländischen Theatersälen vor vollen Häusern oder auf sommerlichen Plätzen beliebter großer Stadtfeste.

Portrait Johan Verminnen 

Durch sein Gefühl für die französische Sprache gilt er in den Niederlanden und Belgien als Experte für das französische Chanson (Jacques Brel, Claude Nougaro, Leo Ferré,…).

Das reine Chanson ist die Essenz seiner Musik, doch darüber hinaus hat sich der Brüsseler Chansonnier seine gesamte Laufbahn hindurch mit vielen anderen Musikstilen beschäftigt. Lateinamerikanische Musik, Jazz und andere Stilrichtungen begeistern Johan Verminnen ebenso wie das klassische Chanson.

Ob Chanson, Jazz, Musette oder Latino, dieser Mann ist in allen Genres zu Hause und bereichert seine Musik mit vielen Einflüssen. Atmosphäre, Leidenschaft, Emotionen,…das ist Johan Verminnen.

Im Jahr 2004 hat Johan Verminnen sein erstes Buch veröffentlicht. In “Prinses van het Pajottenland” erzählt er die Geschichte seiner Mutter. Zugleich erzählt er in diesem Buch auch etwas über seine eigene Geschichte und über hundert Jahre Flandern des vorigen Jahrhunderts. “Prinses van het Pajottenland” enthält als Illustrationen viele historische Familienfotos und als Beilage eine CD mit Liedern, die auf den Inhalt des Buches abgestimmt sind.

CD zum Buch Prinses van het Pajottenland

Abbildung: CD zum Buch “Prinses van het Pajottenland”

Der Erfolg seines ersten Buches ermunterte Johan Verminnen dazu, weiter zu schreiben. Im Jahr 2006 erschien sein zweites Buch “De laatste Boot”. Und in diesem Jahr folgte sein drittes Buch “Van Brussel naar de wereld”.

Ich werde in Form einer kleinen Serie jeweils ein Kapitel dieser drei Bücher übersetzen und dem interessierten deutschen Publikum vorstellen. Hierbei handelt es sich um eine Premiere. Mit diesen Übersetzungen liegen zum ersten Mal Texte von Johan Verminnen in deutscher Sprache vor.

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Autor Johan Verminnen dafür, dass ich seine Texte ins Deutsche übersetzen und hier publizieren darf. Herzlichen Dank für Dein Vertrauen, Johan!

Jetzt also exklusiv als Leseprobe das erste Kapitel des Buches:

Prinzessin aus dem Pajottenland

Von Johan Verminnen, in einer Übersetzung von Peter Mioch

 Prinses van het Pajottenland

© 2004: Johan Verminnen & Uitgeverij Van Halewyck in Leuven, ISBN 90617567X                        

Vorwort

Dieses Buch ist ein Geburtstagsgeschenk für meine Mutter, die am 6. September 2003 93 Jahre alt wurde. „Prinzessin aus dem Pajottenland“ ist neben Ehrung und  Familienchronik auch die Geschichte eines Jahrhunderts, des Jahrhunderts meiner Mutter! In diesem Buch lebt ein Teil von ihr weiter. Darüber bin ich froh. Zeigt sie uns damit doch, wie man in guten und in schwierigen Zeiten würdevoll leben und überleben kann.

Sie ist eine Dame, die zu Recht den Titel “Prinzessin” tragen darf.

Johan Verminnen

Kapitel 1: Der Schal um ihre Schultern
 

Meine Mutter, ich sehe ihre von harter Arbeit bebenden Hände
Meine Mutter, ich sehe die Falten in ihrem gezeichneten Antlitz
Meine Mutter, ich sehe ihre Augen, die viel mit angesehen haben
Meine Mutter, ich sehe ihre Lippen, die viel verschwiegen haben
Sie wirft ihren Kummer wie einen Schal um ihre Schultern
Sie klagt nicht, sie wird nur ein bisschen älter
Meine Mutter, ich sehe ihre Finger, die jetzt ungeschickt zittern
Meine Mutter, ich höre sie singen, es klingt nur ein bisschen leiser
Meine Mutter nickt abwesend, um sich nicht aufzudrängen
Meine Mutter, ich sah sie weinen, aber nur innerlich
Aus: Meine Mutter - Gesungene Landschaft 

Sie warf sich ihren Kummer wie einen Schal um ihre Schultern und nahm, umringt von ihren Kindern, an der Kaffeetafel Platz. Gerade hatte sie ihren Mann begraben, gestorben nach einer langwierigen, schleichenden Krankheit. Mit anderen Worten, an einer Zigarette Saint Michel ohne Filter zu viel. Plötzlich überfiel sie das gleiche Gefühl der Einsamkeit, welches sie schon als junges Mädchen gekannt hatte, als sie vom Pajottenland in die große Stadt ging, um ein neues Leben zu beginnen. Erst als Hilfskraft in einem Hemdenladen in der Boterstraat nahe dem Grote Markt, später als Dienstmädchen in Sint-Joost-ten-Node.

Vierzehn Jahre war sie, als sie mit ihrem Köfferchen in der Hand bei den Herrschaften klingelte, bei denen sie als Dienstmädchen arbeiten würde. Alles war fremd für sie, die Sprache, die Umgebung und die Menschen, die fortan einen großen Teil ihres Lebens ihre Welt prägen sollten.

Frau Marievoet, die Dame des Hauses, empfing sie freundlich und zeigte ihr ein kleines Zimmer unter dem Dach, in das sie einziehen konnte. Sechs Tage in der Woche arbeitete sie für die Familie des Sohnes eines Lakener Orgelbauers, der Lehrer am Brüsseler Konservatorium und Dirigent jedes königlichen Te Deum in der Sint-Goedelekathedrale war.

Die Bériotstraat war Teil einer Gegend von Sint-Joost-ten-Node, in der im Gegensatz zu heute, in den Vorkriegsjahren hohe Beamte und Politiker ihre respektablen Hütten hatten. Heute besteht die Bevölkerung überwiegend aus Einwanderern, und die Verelendung hat ihre Spuren auf den Straßen und an den Gebäuden hinterlassen. Der graue und ungepflegte Asphalt ist das Spiegelbild des heiklen finanziellen Zustandes der Stadtkasse.

Da lernte sie ihr Französisch und ihre feinen Manieren, servierte die Suppe mit weißen Handschuhen, ohne zu kleckern. Sonntags hatte sie ihren einzigen freien Tag und war hauptsächlich damit beschäftigt, zu ihren Eltern in das ferne Pajottenland und wieder zurück zu reisen.

Die unverheiratete Tochter des Hauses, Adrienne, wurde trotz des Unterschiedes in Rang und Stand schnell ihre beste Freundin. Adrienne, die eine außergewöhnliche Veranlagung für die Malerei besaß, hegte und pflegte auch eine tiefe Gottesfurcht, die ihr später noch viele Streiche spielen sollte. Die Themen ihrer Pastellbilder, Gouaches und Gemälde beschränkten sich denn auch auf fromme Szenen und idyllische Landschaften. Ihre beinahe krankhafte Frömmigkeit machte aus ihr eine unverheiratete Tochter, die sich durch Freigiebigkeit hervortat, als wäre sie die Meisterin der Wohltätigkeit.

Der junge Mann, der Adrienne einmal geliebt hatte, wurde von ihren betuchten Eltern als zu leicht und vor allem als zu arm befunden. Das machte sie zu einer einsamen Dame von Stand, was auch immer so bleiben sollte. Adrienne wurde die zuverlässige Herzensfreundin von Elisabeth Braeckmans. Elisabeth Braeckmans, so wurde unsere “Prinzessin aus dem Pajottenland” getauft und beim Standesamt der Gemeinde Pamel in das Geburtregister eingetragen.

 

CDs und Bücher von Johan Verminnen können über die Johan Verminnen Homepage

http://www.johanverminnen.be/

bezogen werden.

Links zu diesem Beitrag:

|