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15.2.2010 von Peter Mioch.
Das niederländische Metropol Orchester ist mit seinem vielseitigen Repertoire aus Jazz und Pop, Weltmusik, Filmmusik und Entertainment das größte professionelle Orchester der Welt.
Mit diesem breiten Angebot spielt das Orchester auf den meisten Bühnen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in den Niederlanden und ist außerdem regelmäßig zu Gast auf dem North Sea Festival, The Hague Festival und dem Holland Festival. Auch die stark wachsende niederländische Filmindustrie fordert das Metropol Orchester regelmäßig für ihre Produktionen an.
Seit 2005 ist der viermalige Grammy Gewinner Vince Mendoza Chefdirigent des Orchesters. Die Qualität und die Vielseitigkeit des Metropol Orchesters wird durch die farbenprächtige Schar Solisten dokumentiert, die die Bühne unter anderen mit dem Orchester teilten: Oleta Adams, Vicente Amigo, Antony & The Johnsons, Within Temptation, Andrea Bocelli, Joe Cocker, Elvis Costello, Eddie Daniels, Brian Eno, Ella Fitzgerald, Stan Getz, Astrud Gilberto, Dizzy Gillespie, Herbie Hancock, Hank Jones, Chaka Khan, Pat Metheny, Ivan Lins, Mike Patton, Paquito D’Rivera, John Scofield, The Swingle Singers, Jean ‘Toots’ Thielemans, Gino Vannelli, Steve Vai, Sarah Vaughan, Nancy Wilson, Dino Saluzzi, Trijntje Oosterhuis, der legendäre türkische Sänger Sezen Aksu und Fado-Königin Mariza.
Aus der Zusammenarbeit mit dem brasilianischen Singer/Songwriter Ivan Lins ist ein im August 2009 herausgebrachtes Album entstanden: Ivan Lins & The Metropole Orchestra. Dieses Album wurde mit dem Latin Grammy als “Best Brasilian Album” ausgezeichnet. Unter der Leitung von Vince Mendoza spielt das Metropol Orchester auf diesem Album die erfolgreichsten Lieder von Ivan Lins, überwiegend mit Arrangements von Mendoza.
©Foto: Metropole Orkest
Geschichte des Orchesters
1945-1980
Das Metropol Orchester wurde 1945 von Dolf van der Linden gegründet und stand sofort im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Dolf van der Linden hatte den Auftrag erhalten, ein Radioensemble zu formieren, das Jazz und Pop auf hohem Niveau spielen konnte. Er mobilisierte Musiker in ganz Europa und entwickelte ein frisches und provokantes musikalisches Konzept, das nach den kulturarmen Kriegsjahren warm aufgenommen wurde. 35 Jahre lang leitete Dolf van der Linden das Orchester und führte es von Erfolg zu Erfolg. Über das Radio und in den späteren Jahren auch über das Fernsehen, wurden der Name und der Ruf des Metropol Orchesters verbreitet. Internationale Tourneen und Aufnahmen der European Broadcasting Union (EBU) brachten das Metropol Orchester zahlreichen Hörern in der ganzen Welt näher. Das größte Verdienst von Dolf van der Linden für das Metropol Orchester war, dass er dem Orchester eine unverwechselbare Identität verlieh, das Orchester an seinen unterschiedlichen musikalischen Stilen wachsen ließ und technische Innovationen stimulierte.
1980-1991
Der junge, energische Dirigent Rogier van Otterloo, Sohn des berühmten klassischen Meisters Willem van Otterloo, folgte auf Dolf van der Linden als künstlerischer Manager und Chefdirigent. Die Begeisterung von Rogier van Otterloo wirkte ansteckend auf das Metropol Orchester, das sich unter seiner Leitung besonders in den leichteren Genres profilierte. Das Metropol Orchester durfte mit ihm über eine doppelte Rhytmussektion verfügen: eine für Popmusik und eine für Jazz- und Weltmusik. Van Otterloo machte auch in zunehmendem Maße als Komponist und Arrangeur auf sich aufmerksam. Das Metropol Orchester übte eine Anziehungskraft auf Starsolisten des amerikanischen Jazz bis hin zu Operndiven aus und lieferte einen wichtigen Beitrag für die stark wachsende europäische Jazzszene.
Ab 1991
Als Dick Bakker dann kam, bedeutete das wieder eine neue Wende in der Geschichte des Metropol Orchesters. Das Orchester trat in großangelegten TV-Produktionen sowohl in Hilversum als auch außerhalb von Hilversum auf. Als denkwürdig sind hier das Akropolis-Konzert mit George Dalaris und Mikis Theordorakis in Griechenland und Konzerte im Amsterdamer Rockpalast Paradiso zu nennen. Das Orchester zog in ein neues, modernes Studio um und wirkte an Aufnahmen für Radio, Fernsehen, CD- und Filmmusik mit. Diese Aufnahmen zeichneten sich durch eine große Vielseitigkeit und Unterschiedlichkeit aus.
1995 begann die Zusammenarbeit mit Vince Mendoza. Anfangs bewegten sich Mendoza und das Metropol Orchester überwiegend auf dem Gebiet des Jazz, unter anderem mit eigenen Arbeiten von Mendoza. In der Folgezeit arbeitete das Metropol Orchester auf der Bühne und im Studio zusehens mit großen Stars aus der Welt des Jazz und Pop zusammen. In den vergangenen Jahren bot sich eine neue Generation von Komponisten und Arrangeuren an, die für den zeitgenössischen Klang des Orchesters stehen.
Im Jahre 2005 wurde Mendoza zum Chefdirigenten ernannt. Er führt die Mission des Orchesters weiter und überwacht das hohe Qualitätsniveau mit dem das Publikum so vertraut ist. Das Metropol Orchester gibt durchschnittlich pro Saison vierzig Konzerte in den Niederlanden und außerhalb der Niederlande.
Internationale Solisten
Das Metropol Orchester kann auf die Zusammenarbeit mit berühmten Solisten zurückblicken. Ein Line-up in alphabetischer Reihenfolge: Oleta Adams, Sezen Aksu, Antony & The Johnsons, Charles Aznavour, Burt Bacharach, Victor Bailey, Kenny Barron, Shirley Bassey, Jeff Beal, Jim Beard, Tony Bennett, Andrea Bocelli, Terry Bozzio, Michael Brecker, Randy Brecker, Ray Brown, Patrick Bruel, John Cale, Amit Chatterjee, Chico Cesar, Joe Cocker, Natalie Cole, Pete und Conte Condoli, Elvis Costello, The Creatures, Pete Christlieb, Ronnie Cuber, Eddie Daniels, Manu Dibango, Céline Dion, Eva de Dios, George Duke, Brian Eno, Sertab Erener, Peter Erskine, Bill Evans, Clare Fischer, Ella Fitzgerald, Tommy Flanagan, Bruce Fowler, Art Garfunkel, Gloria Gaynor, Stan Getz, Astrud Gilberto, Dizzy Gillespie, Herbie Hancock, Roy Hargrove, Tom Harrel, Conrad Herwig, Roger Hodgson, Shirley Horn, Freddie Hubbard, Al Jarreau, Ingrid Jensen, Hank Jones, Junkie XL, Mike Keneally, Nancy King, The King’s Singers, Lee Konitz, K’s Choice, Hubert Laws, Ivan Lins, Joe Lovano, Vera Lynn, Kevin Mahagony, Bob Malach, Mariza, Andy Martin, Nancy Marano, Dina Medina, Daniel Mendez, Pat Metheny, Bob Mintzer, Mark Murphy, Andy Narell, Daniel Navarro, Silje Nergaard, Peter Nero, Ed Neumeister, The New York Voices, Trijntje Oosterhuis, Alan Parsons, Mike Patton, Bill Perkins, Oscar Peterson, Fabia Rebodao, Diane Reeves, Paquito D’Rivera, Frank Rosselino, John Scofield, Zoot Sims, Sister Sledge, Mike Stern, The Supremes, The Swingle Singers, Lew Tabackin, Within Temptation, Clark Terry, Jean ‘Toots’ Thielemans, Tulug Tirpan, Mel Tormé, Rafael de Utrera, Steve Vai, Gino Vannelli, Sarah Vaughan, Harvey Wainapel, Dionne Warwick, Kenny Werner, Andy Williams, Nancy Wilson, The Yellowjackets und Karim Ziad.
Internationale Komponisten, Arrangeure und Dirigenten
Michael Abene, John Adams, Manny Albam, Jeff Beal, Bob Brookmeyer, Dori Caymmi, John Clayton, Michel Colombier, Bill Dobbins, Clare Fisher, Steve Gray, Tom Harrell, Peter Herbolzheimer, Bill Holman, Chuck Israels, Jim McNeely, Vince Mendoza, Bob Mintzer, Ennio Morricone, Ed Neumeister, Chuck Owen, Gunther Schuller und Maria Schneider.
Metropole Orkest Januar 2008 ©Foto: Simon van Boxtel
Dirigenten des Metropol Orchesters
Vince Mendoza
Vierfacher Grammy Award Gewinner Vince Mendoza ist seit 20 Jahren als Komponist und Dirigent in vorderster Reihe der Jazz und zeitgenössischen Musikwelt aktiv. Er wirkte an vielen Studioaufnahmen mit, hat zahllose Stücke und Arrangements für Big Band geschrieben und komponierte für unterschiedliche Besetzungen von Kammermusik bis Symphonieorchester. Seine Jazzkompositionen werden von den zur Zeit tonangebenden Instrumentalisten und Sängern gespielt und gesungen.
Soloalben
Seine frühen Soloalben auf Blue Note Records - Start Here und Instructions Inside - waren sehr erfolgreich. Er arbeitete auf diesen Alben mit Künstlern, wie John Scofield, Joe Lovano, Ralph Towner, Bob Mintzer, Randy Brecker, Peter Erskine und anderen, zusammen. Start Here wurde zu einem von den ‘Top Picks’ vom Jazziz Magazine ausgewählt; Mendoza wurde von Kritikern des Swing Journal Japan zum ‘Best Composer/Arranger’ ausgerufen. Auf der CD Epiphany werden Mendozas Kompositionen vom London Symphony Orchestra ausgeführt. Seine CD Blauklang mit Kammermusik, wurde für einen Grammy Award nominiert. Nach “All about Jazz” bereichert Mendoza das populäre Idiom mit einem gewagten Mix an abstraktem Impressionismus, Romantik und anderen unorthodoxen Elementen, mit denen er sich nahtlos hinter Gil Evans einreiht.
Mendoza und das Metropol Orchester
Mendozas Zusammenarbeit mit dem Metropol Orchester begann 1995. Im November 2005 wurde Vince Mendoza zum Chefdirigenten ernannt. Er dirigierte nicht nur das Orchester in Konzerten, auf Festivals und bei Studioaufnahmen, sondern schrieb auch Arrangements und lud renomierte Solisten ein. Erwähnenswert ist die Zusammenarbeit in den vergangenen Saisons mit unter anderen Elvis Costello, Herbie Hancock, The Brecker Brothers, Silje Nergaard und Ivan Lins.
Grammy Awards
Mendoza empfing 4 Grammies und wurde 16 Mal für einen Grammy nominiert. Seine Arrangements sind auf ganz vielen außerordentlichen Produktionen erschienen, mit so berühmten Singer/Songwritern wie Björk, Chaka Khan, Al Jarreau, Bobby McFerrin und Joni Mitchell. Im Februar 2008 wurde ihm sein vierter Grammy Award für sein Arrangement von Joe Zawinuls “In A Silent Way” (Best Instrumental Arrangement) überreicht.
2007 bekam “Some Skunk Funk” mit Randy Brecker und die WDR Big Band Köln einen Grammy für das “Best Large Jazz Ensemble Album”. Mendoza empfing 2001 den Grammy für “Best Instrumental Arangement Accompanying Vocalist” für sein Arrangement von Joni Mitchells “Both Sides Now” und nochmals 2004 für das Lied “Woodstock” von Mitchells letztem Studioalbum “Travelogue“. Das Album Ivan Lins & The Metropole Orchestra, das im August 2009 herausgebracht wurde, ist mit dem Latin Grammy ‘Best Brasilian Album’ gekrönt worden. Unter Leitung von Vince Mendoza spielte das Metropolorchester hierauf Erfolgslieder von Ivan Lins, in überwiegenden Arrangements von Mendoza. Mendoza schrieb für klassische Ensembles genauso wie für Jazz- und Popgruppen die Kompositionen und Arrangements. Darunter waren Sting, the Yellowjackets, Al DiMeola, Gino Vanelli, Joe Zawinul, Mike Stern, Melody Gardot, het Turtle Island String Quartet, het Debussy Trio, het L.A. Guitar Quartet, Berliner Philharmoniker, Los Angeles Philharmonic, BBC Philharmonic und natürlich das Metropolorchester. Seine Musik erklang auf dem Berlin Jazz Festival, dem Montreux Jazzfestival, dem North Sea Jazz Festival und auf Konzertbühnen in Europa, Japan und Skandinavien.
Jules Buckley
Komponist, Arrangeur, Orchestrator und Dirigent Jules Buckley hat sich in den vergangenen Jahren als musikalischer Pionier manifestiert, der die Grenzen zwischen den zeitgenössischen Genres verschiebt. Ab der Saison 2008/2009 ist er als fester Dirigent mit dem Metropol Orchester verbunden.
Jules Buckley, in London geboren, studierte zuerst Jazztrompete bevor er definitiv zum Komponieren wechselte. Sein Lehrer war Julian Philips an der Guildhall School of Music in London. Als er sein Studium 2004 beendete, bekam er den Chairman’s Prize for Outstanding Musicianship verliehen. Buckley setzte seine Studien am (Ende 2006 aufgelösten) Henry Mancini Institute in Los Angeles fort. Danach bot ihm die Guildhall School ein Stipendium an, um Komponieren weiter zu studieren.
2004 baute Jules Buckley The Heritage Orchestra auf, ein 45-köpfiges Kammerorchester, das sich ausschließlich dem Spiel von abenteuerlicher zeitgenössischer Musik widmete. Buckleys Arbeiten wurden von verschiedenen Ensembles unter anderem auf dem Montreux Jazz Festival, dem London Jazz Festival und dem Henry Mancini Institute ausgeführt. Er arbeitete mit einer Anzahl von wichtigen Musikern zusammen, darunter sind der brasilianische Produzent und Arrangeur Eumir Deodato, Dwight Trible, Jazzsänger und Multiinstrumentalist Jose James, Schlagzeuger Airto Moreira, DJ Amon Tobin, Saxofonist Chris Bowden, Natalie Williams und Brian Eno.
Jules Buckley schrieb Kompositionen für unterschiedliche Besetzungen. Darunter sind Streichquartett, Bigband und Symphonieorchester. Auch für Theaterproduktionen schrieb er Kompositionen, darunter für Gompers, References To Salvador Dali und Hello Dad!. Als Dirigent, Komponist und/oder Arrangeur war er, außer bei The Heritage Orchestra unter anderem auch aktiv für das Tom Richards Jazz Orchestra, das Guildhall Symphonic Wind Ensemble, Arctic Monkeys, Dylan Howe, Kirk DiGiorgio, Gonzalo Rubacalba, J-Wave 15 Japan, The 747’s, Terence Blanchard, den Kapverdischen Musiker Bana, Gil Semedo, Dina Medina und Grace Evora, Andy Sheppard’s Saxophone Massive, Fernando Lameirinhas und Stef Bos.
Erfolgreiche Konzerte seiner Karriere mit dem Metropol Orchester waren die mit Within Temptation, Barry Hay und dem argentinischen Pianisten Pablo Ziegler.
Als Quelle zum Beitrag über das Metropol Orchester diente mir die Internetseite des Orchesters.
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6.7.2009 von Peter Mioch.
Es ist das Stammhaus für eine der weltweit führenden Ballettkompanien, Het Nationale Ballet, und für die nationale Operngesellschaft, De Nederlandse Opera. Eröffnet wurde das Musiktheater im Jahre 1986. Doch bis zur Eröffnung war es ein langer Weg.
Geschichte des Musiktheaters
Het Muziektheater Amsterdam ist ein junges Theater mit einer langen Vorgeschichte. Die Planung für den Bau eines Theaters liefen parallell zur Planung für den Bau eines neuen Rathauses. Die ersten Diskussionen im Amsterdamer Gemeinderat über den Bau eines neuen Rathauses und einer Oper datieren aus dem Jahre 1915. Intensiv sprach man seinerzeit über ein Gebäude für eine Oper. Ballett war in jenen Tagen noch eine relativ unbekannte Kunstform.
Über den Ort, an dem das Rathaus und das Operngebäude gebaut werden sollten, gab es im Laufe der Zeit unterschiedliche Ansichten. Die Idee der Unterbringung beider Institutionen in einem Komplex kam erst viel später auf die Tagesordnung.
Vorgeschichte Rathaus
Als Standort für ein neues Rathaus kamen der Reihe nach die Orte de Sam, Frederikdplein und der Waterlooplein in Betracht.
Der Gemeinderat von Amsterdam gab 1955 dem Architektenteam Berghoef und Vegter den Auftrag für einen Konzeptentwurf für ein Rathaus am Waterlooplein. Das Konzept wurde für gut befunden, aber 1964 beendete die Gemeinde die Zusammenarbeit, weil der endgültige Entwurf vollständig von den ursprünglichen Vorstellungen abwich. 1967 wurde ein Architekturwettbewerb für einen neuen Entwurf ausgelobt. Gewinner dieses Wettbewerbes war der Wiener Architekt Wilhelm Holzbauer. Finanzielle Probleme der Gemeinde waren jedoch der Grund dafür, dass die Pläne für ein neues Rathaus mehrere Jahre auf Eis gelegt werden mussten.
Vorgeschichte Oper
Auch das Operngebäude machte eine Reise durch die Stadt: Museumplein, Frederijksplein, Waterlooplein, Ferdinand Bolstraat und zum Schluss wieder der Waterlooplein. Es ist sogar einige Zeit von einer versetzbaren Oper die Rede gewesen.
Ingenieur Bijvoet wurde 1956 damit beauftragt ein Operngebäude für den Frederijksplein zu entwerfen. 1961 mußte er seinen Entwurf in die Ferdinand Bolstraat “umziehen” lassen. Die Gemeinde Amsterdam genehmigte 1967 die Baupläne, aber trotz alledem ging es nicht voran.
Es sollte noch über zehn Jahre dauern, bis wieder Bewegung in die Pläne für ein neues Rathaus und eine neue Oper kommen sollten. Ende der siebziger Jahre führten beide Projekte jeweils in eine Sackgasse.
Die Umsetzung eines Gemeinschaftsprojektes
Die Projekte bekamen erst wieder eine Perspektive, als Architekt Holzbauer dem Gemeinderat empfahl, beide Objekte, das Rathaus und Operngebäude, in einem gemeinsamen Komplex zu realisieren. Der Gemeinderat übernahm die Idee und stellte sie der Regierung vor. Diese reagierte positiv und beschloss eine weitere Ausarbeitung dieser Idee. In der Zwischenzeit stand fest, das neben De Nederlandse Opera auch Het Nationale Ballet als feste Ensembles ihr Zuhause in dem neu zu bauenden Theater bekommen sollten.
Ende 1979 starb Ingenieur Bijvoet und an seine Stelle trat Architekt Cees van Dam. Der “Club der 100″ wurde gegründet. Mit Seiten füllenden Anzeigen setzte dieses Kommitee die Politik unter Druck, um den kombinierten Bau eines Rathauses und Musiktheaters voranzutreiben. 1980 stimmten Bürgermeister und Abgeordnete dem Entwurf zu. 1981 gaben auch die Provinzregierung der Provinz Nordholland und die Krone ihre Zustimmung.
Die Grundsteinlegung wurde von Protesten begleitet. Die Protestaktionen bekamen den Namen: “Van Stopera naar Slopera” (ein Protest der Hausbesetzer gegen das Projekt). Der Baubeginn wurde einen Monat ausgesetzt, aber danach wurde endgültig mit dem Bau begonnen. Am 23. Oktober 1986 wurde das Musiktheater offiziell eröffnet. Anfang September 1986 bezog die Gemeinde Amsterdam ihr neues Rathaus. Im selben Jahr kehrte auch der berühmte Markt auf dem Waterlooplein an seinen ursprünglichen Ort zurück. Er hatte während der Bauarbeiten für das Theater an einen anderen Ort, die Rapenburgerstraat, ausweichen müssen.
Architektur
Wilhelm Holzbauer und Cees Dam, die Architekten zweier getrennter Bauprojekte, nämlich eines Rathauses und eines Musiktheaters, standen vor der nicht einfachen Aufgabe, aus zwei getrennten Bauprojekten eines zu machen. Die räumliche und funktionelle Verschmelzung von Rathaus und Musiktheater fand vor allem auf begehbarem Grund statt, wo die Wege innerhalb des Gebäudes dafür sorgen, das das Gebäude mit dem Leben der Innenstadt verbunden wird.
Architektonischer Höhepunkt des Musiktheaters ist die zur Amstel hin geschwungene Vorderseite des Theaters. Dahinter liegt der Saal mit seinem 14 Meter hohen, rundlaufendem Foyer. Hier ist auch der Haupteingang. Durch den Glasgiebel ergibt sich vom Foyer aus eine prächtige Panoramaaussicht auf die Amstel. Die raumschaffende Einteilung des Gebäudes und die Niveauunterschiede bewirken eine spielerische Vermischung von Innen- und Außenraum.
Die Aussenseite des Theaters ist mit Backstein, teilweise unterbrochen durch Carrara Marmor, verkleidet. Während die Innengiebel aus metallenen Brüstungen und Glas bestehen.
Der Theaterturm ist mit einer Linienführung aus blauglasiertem Backstein und am oberen Rand mit einem goldenen Kachelrand versehen, der abends beleuchtet wird. Quelle: Homepage Het Muziektheater
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20.4.2009 von Peter Mioch.
Das Jahr 2008 war für die Stadt Groningen ein ganz besonderes Jahr. Es gab etwas zu feiern. Das Stadttheater hatte Geburtstag. Über 125 Jahre ist es her, dass die Groninger Stadsschouwburg am 8. Oktober 1883 eröffnet wurde.
Das ist Anlass für mich, ein bisschen tiefer in die Geschichte der Groninger Stadsschouwburg und anderer kultureller Einrichtungen in Groningen-Stadt einzutauchen. Detaillierte und umfangreiche Informationen hierzu bietet mir das eigens zu diesem Jubiläum erschienene Buch La Grande Dame - Eeuwenlange podiumkunsten en 125 jaar Groninger Stadsschouwburg von Beno Hofman.
Vor mir liegt dieser reich bebilderte, 119 Seiten starke Jubiläumsband, der mich wie ein roter Faden durch einen Teil der kulturellen Geschichte Groningens geleiten und begleiten wird.
Der Autor des Buches geht im ersten Kapitel darauf ein, welche Rolle die Bühnenkünste und musikalische Darbietungen im Mittelalter in Groningen spielten und welche Ausdrucksformen sie bis zur Reformation fanden. Die Darstellenden Künste zu jener Zeit hatten ihr Forum auf dem einmal jährlich stattfinden Freimarkt und auf Jahrmärkten.
Ein Komödiant und ein Minnesänger, ein Gaukler, ein Akrobat und allerlei andere Arten von “Künstlern”. Von nah und fern kamen sie im Mittelalter während der Freimärkte und Jahrmärkte nach Groningen. Das Hochverehrte Publikum bestaunt ihre Künste. Jahrhunderte lang bildeten die Freimärkte den Höhepunkt der Theater- und Musiksaison. In Groningen ist das nicht anders als in anderen Städten der Niederlande (1).
Doch es folgte eine Zeit, in der die Calvinisten über den Kirchenrat zunehmenden Einfluss auf das öffentliche Leben nahmen und öffentliche Darbietungen zunächst stark beschränkt wurden.
“Denn nachdem Maurits und Willem Lodewijk die Stadt 1594 erobert hatten, wehte ein anderer Wind. Durch die ‘Reduktion’ wurde Groningen offiziell reformiert und die Calvinisten betrachteten Theater und Musik anders als die Katholiken. Nach der calvinistischen Interpretation der Bibel war jegliches Vergnügen Teufelswerk und das Böse schlechthin.” (2)
Erst Mitte des 18. Jahrhunderts ging der Einfluss der Calvinisten auf das öffentliche Leben zurück, die Darstellenden Künste konnten sich wieder frei entwickeln.
Viele Initiativen führten ab 1750 dazu, dass das kulturelle Leben in Groningen wieder eine breite Zustimmung bei der Groninger Bevölkerung fand.
Ein wichtiger Förderer des Musiklebens in Groningen ist von ca. 1750 an der aus der Grafschaft Nassau-Dillenburg stammende Johann Philip Riedel. Im Jahr 1752 wird er zum Musiklehrer an der städtischen Lateinschule ernannt. Ab 1764 organisiert Riedel in seinem Haus (Poelestraat 34) Konzerte mit beispielsweise italienischen Stars wie Francesco Guarini und Rossignolo die Malta. Zur gleichen Zeit wird eine Gruppe Groninger auf dem Gebiet des Schauspiels unter dem Namen “Pro excolenda eloquentia” aktiv (3) . […] Doch als “Pro excolenda eloquentia” es im Februar 1769 wagte, eine Komödie aufzuführen, war für den Kirchenrat das Maß voll. Die Schauspieler wurden vom Abendmahl ausgeschlossen. Doch auch für den Rat der Stadt war das Fass nun übergelaufen. Es wurde eine Beratungskommission eingerichtet. Im April 1769 empfahl die Kommission dem Rat der Stadt die Aufhebung des Unterschiedes zwischen Schauspiel und anderer Veranstaltungen wie Konzerte. Wenn die guten Sitten nicht verletzt würden, sollte Schauspiel fortan genauso akzeptiert sein wie Musik (4).
Solche gesellschaftlichen Auseinandersetzungen waren die Vorboten für das beispielsweise später entstehende “Concerthuis”, das bis in die zweite Hälfte des Neunzehnten Jahrhunderts die bedeutendste Musikbühne Groningens sein sollte.
Aber erst ab 1850 wurde wieder so richtig losgelegt mit dem Theaterspiel und den Konzerten. In der Nieuwe Kijk in’t Jatstraat entstanden die (alte) Schouwburg und ein großzügiger Billard- und Konzertsaal. Auch wurde das sogenannte ”Hooge Zomerhuis” gebaut, das dem noch bestehenden “Concerthuis” in den Folgejahren mit Konzerten kräftig Konkurrenz machen sollte. Die “Societeit de Harmonie” übernimmt den Komplex (Billard- und Konzertsaal/Hooge Zomerhuis) vom Gründer Christoffel van Elmt. Doch schon 1856 wurden beide Gebäude von der Stadt gekauft und einem anderen Verwendungszweck zugeführt. Die “Societeit de Harmonie” hielt Ausschau nach einem anderen neuen Gelände und wurde am Uurwerkersgang fündig. Dort baute die Societeit einen Konzertsaal, der nach den Plänen von J. Maris entworfen wurde. Zwei Jahre später gründete die “Societeit” eine Musikschule, die wichtige Impulse für das Musikleben der Stadt lieferte. Zwanzig Jahre später baute die “Societeit” dann nach einem Entwurf der Amsterdamer Architekten TH. G. Schill und D.H. Haverkamp noch einmal einen neuen Konzertsaal mit Musikpavillion im Stil der Neorenaissance.
Dieser Konzertsaal der “Societeit” wird noch bis Anfang der 70er Jahre des Zwanzigsten Jahrhunderts bestehen bleiben und in diesem Zeitraum der bedeutendste Konzertsaal Groningens sein. “De Harmonie” schloss offiziell am 1. Juli 1971 ihre Türen und wurde zwei Jahre später ein Opfer des Abrissbaggers.
Die (alte) Schouwburg genügte Ende des Achtzehnten Jahrhundert nicht mehr den Anforderungen des Spielbetriebes.
“Im Groninger Volksalmanach von 1920 beschreibt W.J. Roelfsema die Schouwburg an der Nieuwe Kijk in’t Jatstraat: Im Parterre standen harte Bänke, keine Klappstühle, so dass jeder Sitzplatz nur durch eine Nummer angedeutet wurde. Dadurch kam es regelmäßig zu Gezänk und Gedränge. Ein wenig höher um das Parterre herum, lag die Loge, zweireihig mit ganz normalen Küchenstühlen bestuhlt. Links neben der Bühne war, hinter Gardinen verborgen, die Loge des Eigentümers platziert. Die Galerie über den Logenplätzen war auch wieder mit zwei Reihen Bänken ausgestattet. Auf der hintersten Bank konnte man kaum hören und nur sehen, wenn man auf der Bank stand. Das war auch die Regel. (5)
Diese Bedingungen führten dazu, dass sich acht Groninger Notabeln 1876 mit einem Brief an den damaligen Kriegsminister wandten. Sie baten den Minister darum, das Gelände, auf dem das Munitionsdepot (Arsenal) der ehemaligen Festungsstadt Groningen stand, für den Bau eines neuen Theaters nutzen zu dürfen. Doch es sollte noch fünf Jahre dauern, bis die (neue) Groninger Schouwburg ihre Türen öffnete. Die (alte) Schouwburg blieb bis 1885 als Volkstheater in Betrieb.
Am 8. Oktober 1883 wurde die Schouwburg dann feierlich eröffnet. Erst Anfang 1916 wurde die Schouwburg dann städtisch, in dem die Stadt das Theater erwarb. Seitdem heißt das Theater Groninger Stadsschouwburg (Groninger Stadttheater).
©Foto: Sander de Jong / Foto: GNU-Lizenz für freie Dokumentation
In 125 Jahren gab es viele Höhepunkte im Spielbetrieb.
“Auch für die legendäre französische Schauspielerin Sarah Bernhardt steht 1897 eine Kutsche mit vier Pferden vor dem Bahnhof für ein Geleit bereit. Ein Versuch, sie acht Jahre zuvor nach Groningen zu holen, scheiterte aus finanziellen Erwägungen. Doch 1897 konnte der rote Läufer ausgerollt werden. Trotz der hohen Eintrittspreise war die Schouwburg bis auf den letzten Platz ausverkauft. La Dame aux Camélias von Alexandre Dumas wurde sehr begeistert aufgenommen, und Bernhardt wurde am Ende des Stückes mit Blumen überhäuft. Die Französin sollte nicht die einzige Schauspielerin bleiben, die in Groningen auf Händen getragen wurde.” (6)
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde eine Kommission für Wiederaufbau eingesetzt. Nachdem in der Stadt Stimmen für den Bau eines neuen Kulturzentrums laut wurden, dass für alle Bürger zugänglich sein sollte, wurde dieses Ziel weiter verfolgt. Die Planung für dieses Kulturzentrum hatte auch Auswirkungen auf andere kulturelle Einrichtungen, wie “De Harmonie” und die “Groninger Stadsschouwburg”. Das neue Kulturzentrum sollte, wenn möglich, diese beiden Institutionen ersetzen.
“Durch die ‘Harmoniefrage’ und das umfangreiche Mitspracherecht dauerte es bis zum 16. Oktober 1967, als ein Entwurf von Marius Frans Duitjer und Jan Kramer durch den Stadtrat angenommen wurde. Aber erst im Frühjahr 1971 kommt der Bau des ‘De Oosterpoort’ so richtig in Gang. Als das Kulturzentrum zwei Jahre später fertig ist, merkt der inzwischen zum Beigeordneten ernannte Jacques Wallage diplomatisch an, dass das Kulturzentrum ein ursprünglich ungeliebtes Kind zu sein scheint, dass man aber doch gut finden muss, wenn es fertig ist. […] (7)
Das De Oosterpoort wurde mit einem großen Konzertsaal und einem kleinen Theatersaal ausgestattet, in dem auch Konzerte stattfinden sollten. Das wiederum hatte Auswirkungen auf die Groninger Stadsschouwburg. Im De Oosterpoort sollte nämlich ursprünglich auch ein großer Theatersaal gebaut werden, auf den man dann aber aus Kostengründen verzichtet hatte.
1975 entschlossen sich die Verantwortlichen des Kulturzentrum De Oosterpoort und der Groninger Stadsschouwburg, ihre Institutionen gemeinsam zu verwalten. Doch zu dieser Verwaltungskooperation kam es vorerst nicht. Ein beunruhigender Bericht über den Zustand der Stadsschouwburg wurde von der Stadtverwaltung zum Anlass genommen, die Stadsschouwburg am 22. Oktober 1976 vorübergehend zu schließen. Die Gegebenheiten erforderten umfangreiche Umbaumaßnahmen. Selbst ein Abriss wurde in Erwägung gezogen. Eine kontrovers geführte öffentliche Diskussion führte letzten Endes zum Erhalt des historischen Gebäudes. Man wollte nicht wie zuvor bei “De Harmonie” ein historisches schützenswertes Gebäude zerstören. Am 6. März 1978 beschloss der Stadtrat dann endgültig einen umfangreichen Umbau der Groninger Stadsschouwburg und verzichtete auf einen Abriss.
“Ein höheres und größere Theaterhaus, eine vergrößerte Bühnenöffnung, ein größerer und teilweise in der Höhe verstellbarer Orchesterboden, Künstlergarderoben und Stimmzimmer, ein Bühnenausstattungsraum und Platz zum Be- und Entladen. Außerdem eine größere Halle und Foyer und eine zentrale Garderobe. […] (8)
Ende April 1984 wurde die Groninger Stadsschouwburg nach umfangreichen Umbaumaßnahmen mit dem “Groninger Manifest” von Urban Sax (F), einem Musiktheaterspektakel, wiedereröffnet. Am 16. Mai 1984 wurde die (neue) Groninger Stadsschouwburg dann auch durch Königin Beatrix feierlich eingeweiht.
Bis heute zählen die Stadsschouwburg Groningen und das Kulturzentrum De Oosterpoort zu den wichtigsten Bühnen in den Niederlanden mit einer qualitativ hochwertigen Programmgestaltung. Das Jubiläumsprogramm der Stadsschouwburg beispielsweise zählte nicht weniger als sechs niederländische Premieren internationaler Spitzenproduktionen. Zwei von diesen Premieren stammen mit My dearist…My fairest in der Stadsschouwburg Groningen und mit Gezeiten im De Oosterpoort von der Choreographin Sascha Waltz.
In den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts sollte aber noch ein weiteres neues Theater in Groningen entstehen, welches nach seiner Gründung einen nicht unwesentlichen Beitrag zur Groninger Theaterlandschaft beisteuerte.
“Das durch G. Saville im Stil des Art Déco entworfene Grand Theatre wurde im April 1930 als Kino eröffnet. Im Mai 1980 wurde das Gebäude, das schon zweieinhalb Jahre leer stand, von einer Bürgerinitiative ‘Raum für Kultur’ besetzt. Es sollte als Spiel- und Probenraum genutzt werden. Nach fünf Jahren wurde das Grand Theatre als Theater-Produktionshaus anerkannt und wurde vom Reich finanziell gefördert. Das Gebäude wurde unter Denkmalschutz gestellt und 1995 wurde es tief greifend umgebaut und erweitert. ‘Das in der Zwischenzeit berühmte Künstler aus aller Welt das Grand Theatre als einen Ort schätzen, an dem sie ‘groß’ geworden sind, erfüllt uns schon mit einem Gefühl von angemessenem Stolz’, schreibt der künstlerische Leiter (des Theaters) Jan Stelma zum 25jährigem Jubiläum.” (9)
Für ganz große Theaterproduktionen entstand in Groningen 2002 zudem mit dem Martiniplaza Theater eines der größten Theatersäle in den Niederlanden. Es hat eine Kapazität von 1600 Sitzplätzen.
Zusammenfassend kann festgestestellt werden, das Groningen mit seinem Stadttheater , dem Kulturzentrum “De Oosterpoort”, dem Grand Theatre, dem Martiniplaza Theater und als Ausrichter großer Festivalevents für die Zukunft auf dem Gebiet der Darstellenden Künste bestens gerüstet ist.
Ziel dieses Artikels ist es, einen ersten Einblick in und eine erste Orientierung zur Theaterlandschaft Groningens gestern und heute zu bieten.
Die im Text verwendeten Originalzitate wurden von mir aus dem Niederländischen ins Deutsche übersetzt. Sie stammen alle aus dem oben erwähnten Buch von Hofman, Beno: La Grande Dame - Eeuwenlange podiumkunsten en 125 jaar Groninger Stadsschouwburg. Assen: In Boekvorm Uitgevers, 2008. Groningen van alletijden; 11
(1) S. 8; (2) S. 12; (3) S. 20; (4) S. 21; (5) S. 38; (6) S.76; (7) S. 60; (8) S. 66; (9) S. 84;
©Foto: Sander de Jong / Foto: GNU-Lizenz für freie Dokumentation
Über den Autor des Buches: Beno Hofman ist Stadthistoriker für Groningen. Er präsentiert ein Fernsehprogramm mit dem Titel Beno’s Stad. Außerdem publiziert er regelmäßig historische Bücher und Zeitungsartikel. Ferner wird seit 2000 eine Radiokolumne von ihm auf Radio Noord gesendet, in der er jeden Donnerstagmorgen eine historische Geschichte erzählt. In Groningen hängen um die 85 Texttafeln, die Beno Hofman verfasst hat. Sie sind an oder in der Nähe von historischen Gebäuden angebracht. Beno Hofman erzählt auf diesen Informationstafeln etwas über die Herkunft und Geschichte des jeweiligen historischen Gebäudes. (Quelle Text über den Autor: Wikipedia.nl)
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8.12.2008 von Peter Mioch.
Das niederländische Kabarettduo Droog Brood (Trockenes Brot) ist keineswegs dröge, wie es der Name vermuten lassen könnte. Ganz im Gegenteil. Die Besucher eines Theaterabends mit dieser Kabarettgruppe kommen meist aus dem Lachen nicht mehr raus. Dabei kann es schon einmal passieren, dass ihnen das Lachen vergeht.
Droog Brood sind Bas Hoeflaak und Peter van de Witte. Beide lernten sich auf der Akademie für Kleinkunst in Amsterdam kennen. Nach ihrer Ausbildung beschlossen sie, als Duo Droog Brood aufzutreten und gewannen im Jahr 2000 den Wim Sonneveldprijs. Dabei handelt es sich um einen Kleinkunstpreis, der alljährlich auf dem Amsterdamer Kleinkunst Festival verliehen wird. Droog Brood zählt mit zu den besten und zur Zeit beliebstesten Kabarettgruppen in den Niederlanden.
Themenschwerpunkt ihrer Theaterstücke ist die zwischenmenschliche Kommunikation. Dabei geht es meist um das Unvermögen, vernünftig miteinander zu kommunizieren. Dargestellt werden Szenen, in denen sich der Zuschauer wiedererkennen kann und die vordergründig lustig sind. Alles hat man irgendwie und irgendwann schon einmal selbst erlebt und so übertrieben bis ins Absurde dargestellt kann man nur darüber lachen. Das scheinbar Lustige entpuppt sich aber nicht selten als etwas grausiges Schönes. Der Clou einer Szene ist selten sofort zu erkennen. Er versteckt sich vor dem Betrachter.
So auch in dem Sketch, in dem die beiden Darsteller in die Rolle von Babys schlüpfen. Eines der beiden Kinder ist glücklich und zufrieden. Das andere Kind spielt diesem zufriedenen und in sich ruhendem Kind einen Streich, indem es sein gegenüber zu Tode erschreckt. Eine urkomische und absurde Szenerie mit sehr viel Bezug zur Realität.
Den Sketch im Internet ansehen (keine niederländischen Sprachkenntnisse erforderlich).
Ein weiterer Sketch, in dem Bas Hoeflaak und Peter van de Witte sich einfach nur so lange Löffelbiskuits in den Mund stecken (und zwar quer), bis sie den Mund so voll haben, dass es eigentlich für das Singen eines Liedes längst zu spät ist… urkomisch.
Diesen Sketch im Internet ansehen (keine niederländischen Sprachkenntnisse erforderlich)
Der Sketch Appel of Oorlog beginnt mit folgender Frage, die Peter van de Witte seinem Gegenüber stellt: “Stell Dir vor, Du musst zwischen drei Alternativen wählen:
a) Du musst in einem Nylon-Trainingsanzug, ohne etwas darunter an, in ein brennendes Haus hineingehen und zwanzig Minuten drin bleiben.
b) Du musst auf einen roten Knopf drücken, damit irgendwo am Himmel ein Verkehrsflugzeug explodiert und abstürzt, mit deiner ganzen Familie inclusive angetrauter Familie darin.
c) Du musst zusammen mit Deiner Freundin essen gehen. Wenn Du fertig bist mit dem Essen, musst Du mit Deiner Freundin auch noch ins Kino gehen, um einen Film nach Wahl anzuschauen. Alles wird bezahlt!
Für welche der drei Alternativen entscheidest Du Dich? ”
Nach dieser Frage entsteht ein Dialog zwischen den beiden Darstellern Bas Hoeflaak und Peter van de Witte, der so nicht vorhersehbar ist.
Diesen Sketch im Internet ansehen (niederländische Sprachkenntnisse vorausgesetzt)
Zur Zeit ist Droog Brood mit einem vierten Theaterprogramm “DE KIP MET DE GOUDEN ENKELS (2007)” (Das Huhn mit den goldenen Fesseln), auf den Bühnen niederländischer und belgischer Theater zu sehen. Gezeigt werden Szenen aus Beziehungen und Freundschaften. Mit diesem Programm wurden sie in diesem Jahr sogar für den wichtigsten Kabarettpreis der Niederlande, dem Poelifinario 2008 nomininiert.
Plakat: Studio Jona/Arjan Benning
Die in Amsterdam erscheinende Tageszeitung Het Parool titelt in einem Artikel von Ruud Buurman über das aktuelle Theaterprogramm: “Humor, der weh tut” Die gespielten Szenen sind so “erkennbar” und “beinah menschlich” aber “jedes Wort, jede Geste oder jeder Gesichtsausdruck entwickeln sich in den Szenen zu etwas Irrsinnigem hin.” “Dann tut es weh, und man möchte lieber Abstand halten”.
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22.8.2008 von Peter Mioch.
Hamburg 1973. Im Kommunikationszentrum Fabrik an der Barnerstraße im Stadtteil Altona wurde das Theaterstück Der Kinder Segen aufgeführt. An das Datum erinnere ich mich nicht mehr. Aber mir sind in den letzten Tagen beim Stöbern in meinen Unterlagen ein paar Fotos in die Hände gefallen, die ich seinerzeit gemacht hatte.
Gespielt wurde Der Kinder Segen (The Education of Skinny Spew; Heads; Gum and Goo). - Drei Etappen der Aufzucht und Ordnung von Howard Brenton in einer Inszenierung von Volker Lechtenbrink. Volker Lechtenbrink hatte das Stück für das Hamburger Schauspielhaus inszeniert. Es war sein Regiedebüt. SchauspielerInnen waren Claudia Amm, Volker Lechtenbrink und Knut Hinz.
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1973 war ich noch Auszubildender. Die Aufnahmen gehören zu meinen ersten fotografischen Gehversuchen mit einer Leicaflex SL, die ich über meinen Lehrherrn erstanden hatte und die ich dann von meinem Lehrlingsgehalt bei ihm abstottern durfte. Mit siebzehn Jahren hätte mich mein Weg nie in das Hamburger Schauspielhaus geführt. Ich hatte seinerzeit ganz andere Interessen.
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Da war es für mich ein Segen, dass das Programm in der Hamburger Fabrik so vielfältig war und auch Theaterstücke aufgeführt wurden.
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