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März 2007
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Archive für März 2007

Olipodrigo von Törf: Der Tisch ist gedeckt und es ist angerichtet

In Zeiten einer globalisierten und sich rasch verändernden Welt bemühen sich immer mehr Menschen um die Bewahrung ihrer kulturellen Identität. Die Musiker von Törf bieten musikalische Mosaiksteine Groninger Kultur, die sich mit anderen zu einem Ganzen zusammenfügen und dem Streben nach kultureller Identität Ausdruck verleihen. 

Gerade haben Sie Ihr siebtes Album bzw. ihre fünfte Studio-CD mit dem Titel Olipodrigo herausgebracht. Mit Olipodrigo ist sich Törf einerseits treu geblieben und doch ist diese CD andererseits so ganz anders, als alle Alben vorher. Aber dazu weiter unten mehr.

Genau genommen ist Törf nach mehr als dreißig aktiven Jahren selbst schon kultureller Teil der Geschichte Groningens. Aber Törf ist natürlich noch lange nicht Geschichte. Vielmehr zeigen uns die Mitglieder von Törf in musikalischer Form: So lebendig kann die Geschichte und Kultur einer Region sein, so vielseitig und reich ist Groninger Kultur.

Folkband Törf

(v.l.n.r. Marius Greiner, Geert Ridderbos, Bert Ridderbos, Henk Scholte, Flip Rodenburg, Jos Kwakmann und Eddy de Jonge)

Ein Verdienst dieser Folkband ist die Wiederentdeckung und Bewahrung von Groninger Liedgut. Mitglieder der Band forschten in Archiven, fanden historische Liederbücher und sprachen mit Menschen über Lieder, die nur mündlich überliefert waren. 

Besonders hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang ein handgeschriebenes Manuskript mit Tänzen, die der Groninger Schulmeister Jacob Pieters Beukema (1782-1859) um 1850 niedergeschrieben hat. Dieses handgeschriebene Manuskript wurde von einem Musiker der Band, Flip Rodenburg, zufällig in einem Museum entdeckt.

Durch Törf waren diese verschollenen Tänze und Lieder plötzlich wieder präsent.

Auch die Gedichte zeitgenössischer Groninger Autoren wurden von Törf mit einem eigenen Arrangement und der passenden Musik auf eine neue Reise geschickt.

Die Dichter Simon van Wattum (1930-1995), Hans Elema (1904-1977), Jelte Dijkstra (1879-1946), Sien Jensema (1896-1994), Jan Niehoff (geb. 1923), Tjaard de Haan (1919-1983) und Jan Boer (1899-1983) haben beispielsweise neben ihrer Groninger Herkunft und dem Groninger Dialekt noch etwas anderes gemeinsam: einige ihrer Gedichte wurden von Törf vertont.

Bisher sind folgende CDs erschienen:

t' Braide Woater 

Die erste CD t’ Braide Woater erschien 1993 und enthält 15 Lieder, die Törf etwa ab Mitte der siebziger Jahre gespielt hat. Die Besetzung bei den Aufnahmen zu dieser CD war: Henk Scholte, Flip Rodenburg, Geert Ridderbos, Bert Ridderbos und Eddy de Jonge.

 

Dr is 'n Laand

Die zweite CD Dr is n’Laand erschien 1996 und ist der zeitlosen Naturpoesie des Groninger Dichters Hans Elema gewidmet. Neben den Hans Elema Gedichten, die Törf hier vertont vorstellt, enthält die CD auch Lieder mit eigenen Texten und Kompositionen. Die Besetzung bei den Aufnahmen zu dieser CD war: Henk Scholte, Flip Rodenburg, Geert Ridderbos, Bert Ridderbos und Eddy de Jonge.

Törf speelt Beukema

Die dritte CD Törf spielt Beukema erschien 1998 und enthält eine Auswahl von Tänzen aus dem bereits oben erwähnten handgeschriebenen Manuskript des Schulmeisters Jacob Pieters Beukema. Die Besetzung bei den Aufnahmen zu dieser CD war: Henk Scholte, Flip Rodenburg, Geert Ridderbos, Bert Ridderbos und Eddy de Jonge. Gastmusikerin war Gésina Wubs.

Op Roemte

Die in 2001 erschienene vierte CD Op Roemte ist den Gedichten des Groninger Dichters Jan Boer (1899-1983) gewidmet. Die Musik zu den Gedichten wurde von Eddy de Jonge geschrieben, die Instrumentalstücke stammen von Bert Ridderbos.

 

Olipodrigo

Die in 2006 erschienene fünfte CD Olipodrigo ist das aktuelle Ergebnis des musikalischen Schaffens von Törf. Die Besetzung bei den Aufnahmen zu dieser CD war und ist: Henk Scholte (Gesang), Marius Greiner (Violine, Mandoline), Bert Ridderbos (Zither, Gitarre), Jos Kwakman (Gitarre, Perkussion, Dudelsack), Flip Rodenburg (Dudelsäcke, Schalmei, Tin Whistle, Gesang), Geert Ridderbos (Akkordeon, Perkussion) und Eddy de Jonge (Bassgitarre).

Auch das neue Album hat einen eindeutigen Bezug zur Groninger Kultur. Auch Henk Scholte singt natürlich, bis auf eine Ausnahme, im Groninger Dialekt. Der musikalische Bogen wird dieses Mal aber viel weiter gespannt als in den vorherigen Alben. Törf verfeinert das Hauptgericht mit mediterranen, galizischen, jiddischen und irischen Klängen. Ein Hauch von Popmusik und Chanson ist auch zu spüren.

Die Musiker von Törf versprühen auf dieser CD ein mitreißendes kulturelles Feuerwerk. Das Volksmusik, ohne einen faden Beigeschmack, hörenswert macht. Warum? Weil Törf mit den in ihren Liedern vorgetragenen Gedichten und Geschichten, eingebettet in ihre Weltmusik (Musik verbindet hier im wahrsten Sinne des Wortes Welten), die Brücke zu den Menschen in Europa schlägt. Durch die sehr gute Aufnahmequalität (Tonstudio Thein, Bremen), ist obendrein auch noch ein audiophiles Kleinod entstanden.

Die Wahl des Titels für die CD war natürlich kein Zufall, sondern wohlüberlegt. Olipodrigo wurde abgeleitet von den spanischen Worten “Olla podrida“. Olla podrida ist ursprünglich ein spanischer Eintopf, der über die Jahrhunderte zum spanischen Nationalgericht wurde. Einen Eintopf kann man nur machen, wenn man verschiedene Zutaten vermischt. Genau das haben die Mitglieder von Törf dieses Mal durch die Verbindung verschiedener Musikstile auch getan. Frei nach dem Motto: Törf ist Olipodrigo, Olipodrigo ist Törf.

Titelliste, Hörproben und Erläuterungen (übers. a. d. Niederl.) zu den Liedern aus dem Begleitheft zur CD:

1. Grunneger Boern. Ein Gedicht von Hans Elema (1904-1977). Die Musik ist von Eddy de Jonge und das Arrangement von Marius Greiner und Geert Ridderbos.

2.  t Blaauwe Lint / Exose. “Frühling lässt sein blaues Band, wieder flattern durch die Lüfte…” Es ist Frühling. Genauso wie vor langer Zeit Eduard Mörike, freuen wir uns jedes Jahr wieder, wenn die Luft Blau wird und die Erde grün. Dieser niederländische Tarantella von Marius Greiner ist besonders “Olipodrigo”; zusammengefügt mit der Exose, Nr 60 aus dem Manuskript von Jakob Pieters Beukema (1782-1859).

3.  Drij Keuningenlaid. Ein richtiges Winterlied. Der Text ist von J.H. Neuteboom (1865-1922) und die Musik von Jan Boer. Das Arrangement ist von Geert Ridderbos und Marius Greiner.

4.  Oan ‘e syk fan Keimptille. Ein von M. Sikkema (Text) und J. Slofstra (Musik) geschriebenes friesisches Lied. Das Arrangement ist von Flip Rodenburg. Schon seit Jahren ist dieses Lied einer der Höhepunkte bei Törf Konzerten. Jetzt endlich hat es den Weg auf eine CD gefunden.

5.  Processione / Paso doble do Berbes. Zwei Dudelsackstücke aus Galizien. Dieses Gebiet im Nordwesten Spaniens hat eine lebendige Dudelsacktradition, die bis ins Mittelalter zurückgeht. Mit unserer Art zu spielen haben wir versucht etwas von der charakteristischen Spielweise der galizischen ”gaiteros” (Dudelsackspieler) wiederzugeben.

6. Loat mie heuren… Ein Text und eine Melodie von Eddy de Jonge. Das Arrangement ist von Bert Ridderbos und Marius Greiner.

7. Madelot / de Sprutter. Der Star flog gegen das Fenster und dachte, dass er tot sei. Aber nach einer Stunde in einem dunklen Karton blinzelte er uns zu, spreizte seine Flügel und “flatterde wieder durch die Lüfte”. Das Leben ist doch wunderbar… Zwei Melodien. Die erste ist durch den bereits erwähnten J.P.Beukema (madelot, Nr.35) niedergeschrieben, und De Sprutter schrieb Marius Greiner. Er verschmolz beide Melodien zu einem Ganzen.

8. De Nijsverteller (Der Neuigkeitenerzähler). Ein traditioneller Text voll mit Vorurteilen, geschrieben 1823 mit einem irritierenden zeitgenössischen Wiedererkennungswert. Die Deutschen “Veilings” (Westfalen) waren seinerzeit die Ausländer in Groningen und Straßenverkäufer von allerlei Waren. Die Melodie entstand in der Anfangszeit von Törf. Henk, Eddy und Sietske Bloemhoff, Mitglieder einer der ersten Besetzungen von Törf, hatten maßgeblichen Anteil an der Entstehung der Melodie. Das Arrangement dieser Version ist von Jos Kwakman.

9. Starre Gesangh (Sternengesang). Sternenlieder wurden früher am Dreikönigstag gesungen. Sternsinger gingen mit einem drehenden Stern und einem Sammeltopf von Tür zu Tür, sangen ihre Lieder und wurden meistens dafür belohnt. “Starre Gesangh” ist ein Sternenlied, dass um 1650 oder 1660 in einem “bovenlandsch” (Hochland) Dialekt von Dirck Cornelisz. Houthaeck herausgegeben wurde.

Starre Gesangh   

 Es ist auf einem einzelnen losen Blatt gedruckt und im Bestand der Königlichen Bibliothek in Den Haag in der Sammlung Liederblätter archiviert.

10. …dij meziek. Eine Melodie von Eddy de Jonge, arrangiert von Marius Greiner.

11. De Verkeerde Keuze (Die falsche Wahl). Text und Musik sind traditionell, das Arrangement ist von Geert Ridderbos.  Diese Version des noch überall bekannten und gerne variierten Volksliedes stammt nach mehreren Verbesserungen von Anna Rumpf-Ludolphi, die 1891 in Wagenborgen geboren wurde. Sie kennt es aus dem Nähladen während ihrer Kinderjahre. Das Lied verbreitete sich in der niederländischen Form auch in Ostfriesland und der Grafschaft Bentheim.

12.  Twijstried. Das sind die ersten vier Strophen des legendären Gedichtes von Simon van Wattum (1930-1995). Die Musik ist von Henk Scholte und das Arrangement von Bert Ridderbos.

13.  De Swieniegel. Manchmal läuft einfach so ein Stückchen Eiszeit durch deinen Garten. Der Igel fürchtet sich vor nichts und geht unbeirrt seinen eigenen Weg. Er mag gerne Schnecken und hält nichts von Autos. Eine Melodie von Marius Greiner.

Abschließend bleibt mir nur zu konstatieren: Wer diese CD (und alle vorherigen natürlich) nicht zu Hause stehen hat, dem fehlt etwas. Sie glauben es mir nicht? Ihnen fehlte bisher nichts? Dann kennen Sie diese CD und Törf nicht.

Der Tisch ist gedeckt und es ist angerichtet!

Links zu diesem Beitrag:

Festival des abgelehnten Films (Festival van de afgewezen film)

Von Donnerstag, den 19. April 2007 bis zum Samstag, den 21. April 2007 wird in Amsterdam ein neuartiges Filmfestival veranstaltet. Filme, die von Sendern, Filmakademien oder Festivals abgelehnt wurden, bekommen bei diesem Festival ihre zweite Chance. Es ist das erste Festival dieser Art in den Niederlanden.

Gezeigt werden Filme, Dokumentationen, Reportagen, Animationen und Pilotproduktionen, die von Sendern, Förderinstitutionen oder Filmfestivals mit den unterschiedlichsten (nicht immer qualifizierten) Argumenten abgelehnt wurden. Das Festival des abgelehnten Films setzt sich für unabhängige Filme- und Fernsehmacher ein und bietet ihnen drei Tage lang eine Plattform. Gezeigt werden mehr als zwanzig Filme.

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Ich stelle hier beispielhaft drei Filme und die teilnehmenden Filmemacher vor:

Frank Vellenga: 24 Stunden lang bedroht (17 Minuten). Momentaufnahme Raschid Ben Ali

Inhalt: Raschid Ben Ali ist ein marokkanischer Maler, der direkt nach dem Tod von Theo van Gogh seine Wut in grellen cartoonartigen Bildern zum Ausdruck bringt. Kurze Zeit später wird er von marokkanischen Fanatikern ernsthaft bedroht. In dieser Zeit hat ihn Dokumentarfilmer Frank Vellenga begleitet und sogar in seinem geheimen Versteck mit ihm und seinen Beschützern gemeinsam die Nächte verbracht. Produziert wurde dieser Film von Pieter van Huistee.

Gründe warum der Film woanders abgelehnt wurde: Der Filmproduzent war fest davon überzeugt, dass er einen Sender für diesen Dokumentarfilm finden würde. Widererwarten wurde der Film mit der Begründung abgelehnt, der Inhalt wäre zu emotionsgeladen und es wäre kein Platz im Sendeschema vorhanden.

Frank Vellenga ist Regisseur und Fernsehmacher. Unter anderem stammt von ihm eine Dokumentarserie über Krieg in Afrika (”Africa: oorlog is business” (Afrika: Krieg ist Business)) Im Jahre 2000 gewann er mit seinem Film “Angst voor de liefde” in München den 1. Preis für den Dokumentarfilm 2000.

Jan Willem Meurkens: From The Inside out (88 Minuten).

Inhalt: Tief im Amazonas-Urwald in Kolumbien leben die einheimischen Stämme ein Leben, welches von ihren Mythen bestimmt ist. Die Mythen sind nicht einfach nur Geschichten über Götter und Geister: die Jaguare und Anakondas repräsentieren die Geister ihrer Ahnen. Sie sind Modelle für ein gutes Leben, um in dieser Welt zu bestehen. Das Ziel des Daseins. Die Mythen sind nicht statisch, sondern werden an die sich verändernden Gegebenheiten und das tägliche Leben angepasst.

An diesem Film haben viele Menschen mitgewirkt. Fast ein Viertel des Filmes wurde von lokalen Kameraleuten aufgenommen. Die ersten Aufnahmen für den Film wurden im Februar 1995 gemacht, die letzten im September 2004. Viele Menschen haben freiwillig an diesem Film gearbeitet oder sich sogar Geld geliehen um dieses Projekt zu realisieren.

Gründe warum der Film woanders abgelehnt wurde: Regisseur Meurkens hat nur eine Reaktion auf seinen Film von niederländischen Filmvertrieben bekommen. Nämlich, dass das niederländische Publikum kein Interesse an einem Film über schwer zugängliche Mythen von Amazonasindianern und einem in den Niederlanden unbekannten Maler aus Boston haben würde.

Jan Willem Meurkens (48) ist Jurist und hat zuerst für RTL Veronique, später dann für RTL 4 gearbeitet. Mit seinem Unternehmen “Be in Balance” vertreibt er in den Niederlanden qualitativ hochwertige Produkte (Tee, Kaffee, Schmuck und Hängematten etc.) aus Entwicklungsländern. Zurzeit ist er mit der Organisierung eines Windelrecycling Projektes in einem Vorort von Bogota und einem Dokumentarfestival über urbane Anthropologie beschäftigt. Außerdem ist er Kameramann bei kommerziellen Filmen und Filmen für Entwicklungsorganisationen.  Meurkens pendelt zwischen den Niederlanden und Kolumbien, wo seine kolumbianische Frau und seine vier Kinder wohnen.

Floris Meinardi: Tamaar en Bianc (15 Minuten, 8 Sketche)

Inhalt: Die zwei Freundinnen Tamaar und Bianc sitzen auf dem Sofa und sehen fern. Währendessen sprechen sie über Politik, die Nachrichten, das Leben und ihre Träume.

Gründe warum der Film woanders abgelehnt wurde: Floris Meinardi, Macher von “Tamaar en Bianc” lässt kein gutes Haar an den Sendern. Ein lokaler Sender hatte ihn beauftragt, zehn Sketche mit Tamaar und Bianc zu machen. Diese wurden dann aber letzten Endes nicht gesendet. Geld hat Meinardi für die Serie nie gesehen.

Meinardi: “Da bekommt man als kleiner Produzent erhebliche Probleme”

Floris Meinardi  ist Eigentümer und Gründer von “De Beeldfabriek commercial studios“. Innerhalb der Firma ist er für Produktion, Aufnahmetechnik und Regie verantwortlich.

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Ein Überblick über den Programmablauf und alle 20 Filme, wird auf der Webseite  De afgewezen film (Sprache: niederländisch) unter dem Menüpunkt “Festival”, bzw. “Films” gegeben. Von jedem Film kann ein 2 Minuten Ausschnitt online angesehen werden. Einfach auf das jeweilige Bild zur Filmbeschreibung klicken. Softwarevoraussetzung: Quicktime.

 Veranstaltungsort: Betty asfalt Complex

Nieuwezijds Voorburgwal 282

1012RT Amsterdam

(Quelle: Internetseite „De afgewezen film“, freie Übertragung aus dem Niederländischen)

Links zu diesem Beitrag:

Nachtrag: Auch in Deutschland gibt es eine ähnliche Initiative, und zwar das “Festival des gescheiterten Films” (von Do. 29.3.2007 bis So. 1.4.2007 im Kölner Filmhaus). Nähere Informationen zu dieser Initiative finden sich auf der Webseite “Der gescheiterte Film“.

Radiotipp: Cajun-Musik auf KRVS Radio Acadie

Cajun-Musik, die jahrhundertealte, traditionelle Musik der frankophonen Einwanderer (Acadier) aus dem Cajun Country im Süden von Louisiana, kann auch über das Internet empfangen werden. Lafayette, im Herzen von Französisch-Louisiana, ist der Hauptort des Cajun Country und hier befindet sich auch KRVS Public Services.

KRVS ist eine regionale Rundfunkstation, die ihr Programm seit 1963 vom Campus der University of Louisiana aus für etwa 651000 Einwohner im Cajun Country sendet. Gespielt wird Cajun-Musik, Zydeco, Blues, Jazz, Swamp Pop, Swamp Rock, Louisiana Singer/Songwriter und andere Musik aus Louisiana.

Als nicht kommerzielle, nicht gewinnorientierte öffentliche Rundfunkstation ist KRVS gänzlich auf die Unterstützung seiner Hörer, gezielte Spendenaktionen, Unterstützung durch Unternehmen, Geschenke und Stiftungsgelder angewiesen. 

Ausgewählte Sendungen aus dem Programm von Radio KRVS kurz vorgestellt:

Bonjour Louisiane mit Moderator Pete Bergeron (gesprochen wird im lokalen Cajun Französisch) 

Jeden Morgen von fünf Uhr bis sieben Uhr schalten sich Tausende von Hörern ein, die ihren Tag mit französischer traditioneller Cajun-Musik beginnen wollen. Pete Bergeron stellt aber auch talentierte Newcomer vor und informiert über Volksfeste und Festivals. Diese Sendung ist eine gute Gelegenheit, um das “Joi de vivre” von Louisiana zu erleben und daran teilzuhaben.  

Mitteleuropäische Sendezeit: Montag bis Freitag von 11 Uhr bis 13 Uhr

 

Demain C’est Pas Dimanche mit Moderator Rick Michot (gesprochen wird im lokalen Cajun Französisch)

Sonntags von sieben Uhr bis neun Uhr werden dem Hörer Aufnahmen traditioneller französischer Cajunmusik geboten.  

Mitteleuropäische Sendezeit: Sonntags 13 Uhr bis 15 Uhr

 

Dimanche Matin mit Moderator Gurvais Matte (gesprochen wird im lokalen Cajun französisch)

Geboten wird Sonntags von neun Uhr bis elf Uhr traditionelle und zeitgenössische französische Cajun-Musik.

Mitteleuropäische Sendezeit: Sonntags 15 Uhr bis 17 Uhr

 

Bal de Dimanche Apres Midi mit Moderator Jules Guidry und Bayou Boogie mit Moderator Herman Fusilier

In der ersten Sendung wird Cajun-Musik geboten, in der zweiten Sendung Cajun-Musik, Zydeco und Swamp Pop.

Die mitteleuropäischen Sendezeiten sind:

  • Bal de Dimanche Apres Midi von 18 Uhr bis 21 Uhr
  • Bayou Boogie von 21 Uhr bis 22 Uhr 

 

Die Programme können mit der üblichen Software (Windows Media Player, Quicktime, Real Audio, Winamp und iTunes) empfangen werden. Jetzt hören!

Link zum gesamten Sendeplan: Sendeplan KRVS

Link zur Übersicht über alle Programme mit Programminformationen

Link zu KRVS Radio Acadie Home

Ein weiterer interessanter Link zur Cajun-Musik: Clarence’s Info on Cajun & Zydeco Music and Culture

Trad.It! Festival for European Roots Music

Vor fünf Jahren beschlossen das Veranstaltungszentrum De Oosterpoort und die Stichting Folk Groningen (Stiftung Folk Groningen) der wachsenden Beliebtheit von traditioneller (Folk) Musik Rechnung zu tragen. Das jährlich stattfindende internationale Musikfestival Trad.It! war geboren.

Termin für das Festival ist in diesem Jahr Samstag, der 14. April 2007 um 20 Uhr im Veranstaltungszentrum De Oosterpoort. Teilnehmen werden Folkbands aus sieben europäischen Ländern.

Kepa Junkera (Baskenland)

Kepa Junkera, Produzent und Komponist, ist einer der besten Trikitixa (baskisches diatonisches Akkordeon) Spieler und erlangte damit Weltruhm. “Hiri” ist das neueste (dreizehnte) Album von Kepa Junkera, das, genauso wie sein Geburtsort Bilbao, reich an Geschichten und enormer Kreativität ist. Kepa Junkera nimmt die Hörer mit seinem Sextett über mehrere Umwege und Abstecher mit auf die Reise in das Baskenland.

Die Musiker sind: Kepa Junkera (Trikitixa), Dani Tomas (Akustikgitarre), Inaka Plaza (Txalaparta, Percussion), Ion Garmendia (Txalaparta, Alboka, Xirula, Txistu), Kepa Calvo (Schlagzeug), Kike Mora (Bass)

 

Anna Massie Band (Schottland)

Die drei Musikerinnen der schottischen Anna Massie Band strahlen auf der Bühne eine unvergleichbare positive Energie aus. Als beste Folkband gewann die Anna Massie Band im letzten Jahr den  Scots Trad Music Award 2006. Die Multi-Instrumentalistin Anna Massie, nach der die Band benannt ist, wurde schon in jungen Jahren mit vielen Musikpreisen ausgezeichnet.

Am Festivalabend tritt sie zusammen mit ihren Musikerinnen Mairearad Green (Akkordeon und Flöte) und Jenn Butterworth (Gitarre und Gesang)

Earth-Wheel-Sky-Band (Serbien)

Dieses Energie versprühende Roma-Ensemble spielt seine traditionelle Musik, die durch indianische Klänge, ungarischen Folk, Tango, Pop und Jazz bereichert werden. Vince Olah, der künstlerische Leiter der Earth-Wheel-Sky-Band ist nicht nur Musiker der Band, sondern außerdem Journalist und Menschenrechtsaktivist. Er setzt sich für die Rechte der Roma und Sinti auf europäischer Ebene ein.

Musiker sind: Vince Olah (Gitarre, Violine, Gesang), Varga Karlo (Violine), Toplica Ramiz (Percussion), Michael Kurina (Zimbalon), Ferenc Kurina (Doublebass)

 

Suden Aika (Finnland)

Die vier Sängerinnen von Suden Aika (Zeit des Wolfes) singen über das Leben von Frauen in all seinen Schattierungen. Erzählt wird etwas über alte und neue Traditionen. Von überlieferten poetischen Texten bis hin zu zeitgenössischen, improvisierten Musikstilen reicht die Bandbreite von Suden Aika.

Musikerinnen sind: Mira Karinen (Gesang), Liisa Matveinen (Gesang Kantele), Tellu Turkka (Gesang, Moraharpa, Udu), Nora Vaura (Gesang, Mbira)

 

Ilgi (Lettland)

Wer immer schon wissen wollte, wie Lettische Volksmusik klingt, wird mit Ilgi die Gelegenheit dazu bekommen. Momentan eine der interessantesten Folkbands Lettlands, ist sie gleichzeitig auch eine der bekanntesten lettischen Folkbands mit vielen internationalen Auftritten. Auf ihre ganz eigene künstlerische und kreative Weise stellen sie musikalische Traditionen ihres Landes vor.

MusikerInnen sind: Ilga Reiznice (Violine, Gesang), Maris Muktupavels (Dudelsack, Kantele/Kokle), Egons Kronbergs (Gitarre), Gatis Gaujenieks (Bass), Vilnis Strods (Percussion)

 

Dites 34 (Frankreich)

Der fränzösische Kontrabassist Pascal Seixas gründete 2006 eine Band, die klassische französische Tanzmusik in einer neuen Form interpretiert. Dieses originelle Quintett trug fortan den Namen Dites 34. Die Formation aus Orlèans bietet dem Besucher tanzbaren Folk-Jazz.

Musiker sind: Pascal Seixas (Kontrabass), David Sevestre (Sopransaxofon), Adrien Chennebault (Schlagzeug, Percussion), Aurélien Claranbaux (diatonisches Akkordeon), Nicolas David (Gitarre, Cavaquinho)

 

Cochon Bleu (Niederlande)

Die niederländische Cajun Band Cochon Bleu interpretiert Cajun-Musik auf ihre ganz eigene Weise. Sie kombinieren das Schnelle, Fröhliche und Melancholische der Cajun-Musik mit Einflüssen aus dem europäischen Folk. Die Band besteht aus fünf Sängern begleitet von Akkordeon, Gitarre und Mandoline.

Cochon Bleu sind: José Cutileiro, Jeroen de Jong, Henk Gubbels, Hette Gubbels und André Gubbels.

 

Ampron Prunni (Finnland)

Arto Järvelä von der Band Ampron Prunni ist vor allem als Geiger der Gruppe JPP und als Mandolinenspieler der Helsinki mandoliner bekannt geworden. Das Trio Ampron Prunni spielt traditionelle Musik aus der Region Kaustinen.

Musiker sind: Timo Valo (Harmonium), Arto Jarvela (Violine, Nyckelharpa), Risto Hotakainen (Violine, Mandoline)

Veranstaltungsort:

De Oosterpoort, Trompsingel 27, 9724 DA Groningen, Niederlande

Telefon: Kasse 0031 50 368 0 368

Weitere Links zu diesem Beitrag:

Quelle: Infos v.d. Trad.It! Homepage und Homepage Stichting Folk Groningen (freie Übertragung)

Jan Cornelius, Henk Scholte und Otto Groote im Kulturspeicher Leer

Zum diesjährigen Bücherfrühling der Stadtbibliothek Leer werden am 5. Mai 2007 im Kulturspeicher in Leer plattdeutsche Lieder und Lieder aus Groningen präsentiert. Zum ersten Mal  bestreiten Jan Cornelius, Henk Scholte und Otto Groote gemeinsam einen Konzertabend. An diesem Abend wird Festivalatmosphäre in der Luft liegen, da sind sich alle Beteiligten einig.

Der im rheiderländischen Jemgum lebende Gitarrist, Folkmusiker, Chansonnier und Liederlyriker Jan Cornelius wird von Klaus Hagemann begleitet. Jan Cornelius begeistert seit mehr als 25 Jahren sein Publikum mit traditionellen Liedern, eigenen Texten, Vertonungen und Übertragungen. Seine “Lüsterliedjes”, Lieder zum Zuhören, erzählen vom Wechsel der Gezeiten und der Liebe, vom Lauf der Zeit und des Lebens, sie laden zum Träumen ein und beschreiben die ganze Schönheit und Ruhe der friesischen Landschaft. Lieder von Jan Cornelius werden mit einer ganz eigenen Poesie gekrönt. 

Der in Groningen lebende Sänger, Autor, Geschichtenerzähler und Rundfunkmoderator Henk Scholte wird von Bert Ridderbos begleitet. Sowohl Henk als auch Bert sind Mitglieder der seit mehr als dreißig Jahren bestehenden, schon legendären, Groninger Folkgruppe Törf. Henk Scholte und Bert Ridderbos treten auch immer wieder gerne als Duo auf und in dieser Formation ergänzen sie sich glänzend. Henk Scholte singt Lieder mit Texten klassischer und zeitgenössischer Groninger Dichter und wird vom hervorragenden Gitarristen Bert Ridderbos begleitet. Henk Scholte fühlt sich zudem einer Erzähltradition verpflichtet, in der seine ganze Begeisterung für das Groninger Land und die dort lebenden Menschen zum Ausdruck kommt.

Den in Ostrhauderfehn geborenen Musiker Otto Groote kann man als Neuen in dieser Runde bezeichnen.  Otto Groote wird von dem herausragenden Gitarristen und Banjospieler Matthias Malcher und dem Bassisten Ralf Strotmann begleitet. Otto Groote fand vor ein paar Jahren zu seinen Wurzeln zurück, nämlich zur Folkmusik und zu Ostfriesland. Er vertont eigene Texte, überträgt schottische und irische Lieder ins Plattdeutsche und vertont Texte zeitgenössischer plattdeutscher Dichter. Nicht nur sein Publikum hat ihn innerhalb kürzester Zeit schätzen gelernt, auch bei den Kollegen seines Genres findet er Achtung und Anerkennung. Seine vor kurzem erschienene Debüt-CD wurde auch von der Fachöffentlichkeit begeistert aufgenommen.

Termin: Samstag, 5.Mai 2007, 20 Uhr 

Veranstaltungsort:

Kulturspeicher
Wilhelminengang
26789 Leer
Telefon: 00491 - 925 32 - 0

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