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Juli 2007
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Archive für Juli 2007

Windsbraut-Poesie - Annette Moritz

Das Schreiben und das Fotografieren haben es ihr angetan. Sie liebt die ostfriesische Landschaft mit ihren Inseln, die Inspiration für ihre Leidenschaften sind. Annette Moritz, gelernte Buchhändlerin, wurde gerade mit dem diesjährigen mit € 2000,- dotierten Jokers Lyrik-Preis ausgezeichnet. Mit ihrem Gedicht “Austernfischer-Herz” wurde sie von einer Jury unter 8000 Teilnehmern ausgewählt.

Nach diesem schönen Erfolg hat sie ihre Leidenschaft für das Schreiben mit ihrer Leidenschaft für das Fotografieren verbunden. Eine erste kleine, aber emotional sehr starke Postkartenedition ist entstanden. Unterstützt und begleitet wird sie vom Aachener Lyriker, Musiker und Projektmanager Dirk Schulte und dem Aachener Fotokünstler und Designer Winfried Kock. Die neun Postkarten umfassende Edition erscheint unter dem Label Windsbraut-Poesie.

Austernfischer-Herz

 Flutsaum

Die Postkarten führen den Betrachter geradewegs in das Herz der ostfriesischen Landschaft.

Sie zeigen Momentaufnahmen einer Landschaft, die zum Verweilen einladen.

 Mohnrot

Gleichzeitig dokumentieren sie Fähigkeiten einer Fotografin, die unabdingbar für ein gutes Ergebnis sind. Solche Fähigkeiten sind: sich öffnen, sich Zeit nehmen, Räume auf sich wirken lassen, Dinge wahrnehmen und die Liebe zum Detail pflegen. 

Als ich die Postkarten das erste Mal auspackte, war ich spontan begeistert. Ich ertappte mich bei dem Gedanken, dass sie für mich eher ein Sammelobjekt sind. Ich könnte mit diesen neun Postkarten ohne weiteres eine kleine poetische Galerie gestalten. - Etwas, das einem besonders gut gefällt, gibt man ungern wieder her.  Aber man verschenkt es auch gerne an gute Freunde. Diese Postkarten laden zum Schreiben ein. Ein Geschenk das in der heutigen schnelllebigen Zeit wertvoller denn je ist. Ein Geschenk für einen selbst und den Menschen, den man mit seinen Zeilen wertschätzt.

Die Lyrik von Annette Moritz wird nicht dort in der ostfriesischen Landschaft verweilen, sondern je nach Seelenlage des Betrachters, das Herz seines Empfängers treffen.

Über Annette Moritz:

Geboren 1954 in Schwerte, wo sie bis heute gerne lebt. Als Buchhändlerin und auch privat lebenslang eng mit Büchern verbunden. Erste literarische Gehversuche in einer Schreibwerkstatt. Eher widerwillig versucht sie sich an Lyrik (danke Grete, du wusstest es besser!). Erste Veröffentlichungen in Schreibwerkstatt-Anthologien, eine Kurzgeschichte erscheint im Wiener Frauenverlag – dann liegt vieles in der Schublade. Aber die Liebe zur Lyrik ist da und bleibt. Das Gewinner-Gedicht entsteht im Februar 2007 während eines einwöchigen Urlaubs auf ihrer Lieblingsinsel

Spiekeroog. Im Grau, im Wind … Lyrik ist spannend – ich mag das Spiel mit Metaphern und die vielfältigen Interpretationsmöglichkeiten. Und die Verdichtung, die Konzentration auf das Wesentliche. Ich wollte, so wäre mein Leben!“

Dirk Schulte ist in der ersten Postkarten-Edition mit zwei Gedichten vertreten. Winfried Kock hat das schöne Design dieser außergewöhnlichen Edition gestaltet.

Vollständige, großformatige Abbildungen der Postkarten finden sich auf der Webseite Windsbraut-Poesie

Bezugsnachweis für diese Kartenedition und Kontakt:

Annette Moritz, Reichshofstr. 54, 58239 Schwerte

Links zu diesem Beitrag:

Shakespeare auf Niederländisch von Jack Nieborg

Jack Nieborg ist Regisseur des Shakespearetheaters in Diever. In dieser Funktion inszeniert und übersetzt er seit 2000 jedes Jahr ein Theaterstück von William Shakespeare. In diesem Jahr übersetzte und inszenierte Jack Nieborg  “Wie es euch gefällt” (As you like it). 

Seine Regieausbildung machte Jack Nieborg, geb. 1959,  an der Theaterschule Amsterdam. Nach seiner Ausbildung war er als Regisseur einige Jahre Mitglied der Fachgruppe Theaterwissenschaften an der Reichsuniversität Groningen. Neben seiner erfolgreichen Regietätigkeit für das Shakespearetheater Diever ist er auch noch als künstlerischer Leiter für die Theaterproduktionen der Theaterstiftung Dastater verantwortlich.

Folgende Stücke hat Jack Nieborg bisher ins Niederländische übersetzt und für das Shakespearetheater in Diever inszeniert:

Perikles (2000), Ein Sommernachtstraum (2001), Cymbeline (2002), Die lustigen Weiber von Windsor (2003), Timon von Athen (2004), Dreikönigsabend (2005), Heinrich IV Teil 1 und 2 (2006), Wie es euch gefällt (2007).

Seine Übersetzungen der Werke von William Shakespeare haben in den niederländischen Medien ein überaus positives Echo gefunden. Seit 2004 verlegt der niederländische Verlag “Uitgeverij Passage” die übersetzten Stücke in Buchform.

Bisher erschienen sind:

Timon ISBN 90 5452 120 1, 96 Seiten, € 14,90

Driekoninginnen ISBN 90 5452 1317, 96 Seiten, € 14,90

Henry IV ISBN 90 5452 153 8, 192 Seiten, € 19,90

As you like it ISBN 90 5452 172 4, 96 Seiten, € 14,90

Die Shakespeare-Saison im niederländischen Diever hat bereits begonnen. Folgende Termine sind geplant:

Mittwoch 8. August 2007 um 20.30 Uhr (try out)

Freitag 10. August 2007 um 20.30 Uhr (Premiere)

Samstag 11. August 2007 um 20.30 Uhr

Mittwoch 15. August 2007 um 20.30 Uhr

Freitag 17. August 2007 um 20.30 Uhr

Samstag 18. August 2007 um 20.30 Uhr

Mittwoch 22. August 2007 um 20.30 Uhr

Freitag 24. August 2007 um 20.30 Uhr

Samstag 25. August 2007 um 14.30 Uhr und 20.30 Uhr

Mittwoch 29. August 2007 um 20.30 Uhr

Freitag 31. August 2007 um 20.30 Uhr

Samstag 1. September 2007 um 20.30 Uhr

Mittwoch 5. September 2007 um 20.30 Uhr

Freitag 7. September 2007 um 20.30 Uhr

Samstag 8. September 2007 um 20.30 Uhr

Plakat Diever 2007

Das Shakespearetheater Diever ist ein Freilichtbühne. Nähere Informationen über das Theater stehen auf den Webseiten Shakespearetheater Diever oder Hollandtheater Web zum Abruf bereit. 

Links zu diesem Beitrag:

Prinzessin aus dem Pajottenland von Johan Verminnen

Begleitet von den ermutigenden Worten des bekannten niederländischen Kabarettisten, Sängers, Malers und Dichters Toon Hermans, wurde der junge Verminnen 1969 zum Laureat der TV-Gala “Entdecke den Star” gekürt. Seitdem ist es um den Belgier Johan Verminnen nie mehr still geworden.

Durch die Verbindung von Talent, Leidenschaft und freundschaftlicher Zusammenarbeit mit anderen anspruchsvollen Musikern und Künstlern (darunter Raymond Van het Groenewoud und Stef Bos) entwickelte sich Johan Verminnen schnell zu einer unverwechselbaren Galionsfigur der niederländischsprachigen Musik.

Große Hits wie ”Laat me nu toch niet alleen” (Lass mich jetzt doch nicht allein), “Rue des Bouchers”, “Brussel”, “Mooie dagen” (Schöne Tage),  ”Ik wil de wereld zien” (Ich will die Welt seh’n) und viele andere Klassiker haben sich in das kollektive Gedächtnis der Menschen eingegraben.

Auch heute, nach 37 Jahren, spielt Johan Verminnen in belgischen und niederländischen Theatersälen vor vollen Häusern oder auf sommerlichen Plätzen beliebter großer Stadtfeste.

Portrait Johan Verminnen 

Durch sein Gefühl für die französische Sprache gilt er in den Niederlanden und Belgien als Experte für das französische Chanson (Jacques Brel, Claude Nougaro, Leo Ferré,…).

Das reine Chanson ist die Essenz seiner Musik, doch darüber hinaus hat sich der Brüsseler Chansonnier seine gesamte Laufbahn hindurch mit vielen anderen Musikstilen beschäftigt. Lateinamerikanische Musik, Jazz und andere Stilrichtungen begeistern Johan Verminnen ebenso wie das klassische Chanson.

Ob Chanson, Jazz, Musette oder Latino, dieser Mann ist in allen Genres zu Hause und bereichert seine Musik mit vielen Einflüssen. Atmosphäre, Leidenschaft, Emotionen,…das ist Johan Verminnen.

Im Jahr 2004 hat Johan Verminnen sein erstes Buch veröffentlicht. In “Prinses van het Pajottenland” erzählt er die Geschichte seiner Mutter. Zugleich erzählt er in diesem Buch auch etwas über seine eigene Geschichte und über hundert Jahre Flandern des vorigen Jahrhunderts. “Prinses van het Pajottenland” enthält als Illustrationen viele historische Familienfotos und als Beilage eine CD mit Liedern, die auf den Inhalt des Buches abgestimmt sind.

CD zum Buch Prinses van het Pajottenland

Abbildung: CD zum Buch “Prinses van het Pajottenland”

Der Erfolg seines ersten Buches ermunterte Johan Verminnen dazu, weiter zu schreiben. Im Jahr 2006 erschien sein zweites Buch “De laatste Boot”. Und in diesem Jahr folgte sein drittes Buch “Van Brussel naar de wereld”.

Ich werde in Form einer kleinen Serie jeweils ein Kapitel dieser drei Bücher übersetzen und dem interessierten deutschen Publikum vorstellen. Hierbei handelt es sich um eine Premiere. Mit diesen Übersetzungen liegen zum ersten Mal Texte von Johan Verminnen in deutscher Sprache vor.

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Autor Johan Verminnen dafür, dass ich seine Texte ins Deutsche übersetzen und hier publizieren darf. Herzlichen Dank für Dein Vertrauen, Johan!

Jetzt also exklusiv als Leseprobe das erste Kapitel des Buches:

Prinzessin aus dem Pajottenland

Von Johan Verminnen, in einer Übersetzung von Peter Mioch

 Prinses van het Pajottenland

© 2004: Johan Verminnen & Uitgeverij Van Halewyck in Leuven, ISBN 90617567X                        

Vorwort

Dieses Buch ist ein Geburtstagsgeschenk für meine Mutter, die am 6. September 2003 93 Jahre alt wurde. „Prinzessin aus dem Pajottenland“ ist neben Ehrung und  Familienchronik auch die Geschichte eines Jahrhunderts, des Jahrhunderts meiner Mutter! In diesem Buch lebt ein Teil von ihr weiter. Darüber bin ich froh. Zeigt sie uns damit doch, wie man in guten und in schwierigen Zeiten würdevoll leben und überleben kann.

Sie ist eine Dame, die zu Recht den Titel “Prinzessin” tragen darf.

Johan Verminnen

Kapitel 1: Der Schal um ihre Schultern
 

Meine Mutter, ich sehe ihre von harter Arbeit bebenden Hände
Meine Mutter, ich sehe die Falten in ihrem gezeichneten Antlitz
Meine Mutter, ich sehe ihre Augen, die viel mit angesehen haben
Meine Mutter, ich sehe ihre Lippen, die viel verschwiegen haben
Sie wirft ihren Kummer wie einen Schal um ihre Schultern
Sie klagt nicht, sie wird nur ein bisschen älter
Meine Mutter, ich sehe ihre Finger, die jetzt ungeschickt zittern
Meine Mutter, ich höre sie singen, es klingt nur ein bisschen leiser
Meine Mutter nickt abwesend, um sich nicht aufzudrängen
Meine Mutter, ich sah sie weinen, aber nur innerlich
Aus: Meine Mutter - Gesungene Landschaft 

Sie warf sich ihren Kummer wie einen Schal um ihre Schultern und nahm, umringt von ihren Kindern, an der Kaffeetafel Platz. Gerade hatte sie ihren Mann begraben, gestorben nach einer langwierigen, schleichenden Krankheit. Mit anderen Worten, an einer Zigarette Saint Michel ohne Filter zu viel. Plötzlich überfiel sie das gleiche Gefühl der Einsamkeit, welches sie schon als junges Mädchen gekannt hatte, als sie vom Pajottenland in die große Stadt ging, um ein neues Leben zu beginnen. Erst als Hilfskraft in einem Hemdenladen in der Boterstraat nahe dem Grote Markt, später als Dienstmädchen in Sint-Joost-ten-Node.

Vierzehn Jahre war sie, als sie mit ihrem Köfferchen in der Hand bei den Herrschaften klingelte, bei denen sie als Dienstmädchen arbeiten würde. Alles war fremd für sie, die Sprache, die Umgebung und die Menschen, die fortan einen großen Teil ihres Lebens ihre Welt prägen sollten.

Frau Marievoet, die Dame des Hauses, empfing sie freundlich und zeigte ihr ein kleines Zimmer unter dem Dach, in das sie einziehen konnte. Sechs Tage in der Woche arbeitete sie für die Familie des Sohnes eines Lakener Orgelbauers, der Lehrer am Brüsseler Konservatorium und Dirigent jedes königlichen Te Deum in der Sint-Goedelekathedrale war.

Die Bériotstraat war Teil einer Gegend von Sint-Joost-ten-Node, in der im Gegensatz zu heute, in den Vorkriegsjahren hohe Beamte und Politiker ihre respektablen Hütten hatten. Heute besteht die Bevölkerung überwiegend aus Einwanderern, und die Verelendung hat ihre Spuren auf den Straßen und an den Gebäuden hinterlassen. Der graue und ungepflegte Asphalt ist das Spiegelbild des heiklen finanziellen Zustandes der Stadtkasse.

Da lernte sie ihr Französisch und ihre feinen Manieren, servierte die Suppe mit weißen Handschuhen, ohne zu kleckern. Sonntags hatte sie ihren einzigen freien Tag und war hauptsächlich damit beschäftigt, zu ihren Eltern in das ferne Pajottenland und wieder zurück zu reisen.

Die unverheiratete Tochter des Hauses, Adrienne, wurde trotz des Unterschiedes in Rang und Stand schnell ihre beste Freundin. Adrienne, die eine außergewöhnliche Veranlagung für die Malerei besaß, hegte und pflegte auch eine tiefe Gottesfurcht, die ihr später noch viele Streiche spielen sollte. Die Themen ihrer Pastellbilder, Gouaches und Gemälde beschränkten sich denn auch auf fromme Szenen und idyllische Landschaften. Ihre beinahe krankhafte Frömmigkeit machte aus ihr eine unverheiratete Tochter, die sich durch Freigiebigkeit hervortat, als wäre sie die Meisterin der Wohltätigkeit.

Der junge Mann, der Adrienne einmal geliebt hatte, wurde von ihren betuchten Eltern als zu leicht und vor allem als zu arm befunden. Das machte sie zu einer einsamen Dame von Stand, was auch immer so bleiben sollte. Adrienne wurde die zuverlässige Herzensfreundin von Elisabeth Braeckmans. Elisabeth Braeckmans, so wurde unsere “Prinzessin aus dem Pajottenland” getauft und beim Standesamt der Gemeinde Pamel in das Geburtregister eingetragen.

 

CDs und Bücher von Johan Verminnen können über die Johan Verminnen Homepage

http://www.johanverminnen.be/

bezogen werden.

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