Sie befinden sich aktuell in den Archiven des Blogs Lass Dich überraschen! für August, 2008.
22.8.2008 von Peter Mioch.
Hamburg 1973. Im Kommunikationszentrum Fabrik an der Barnerstraße im Stadtteil Altona wurde das Theaterstück Der Kinder Segen aufgeführt. An das Datum erinnere ich mich nicht mehr. Aber mir sind in den letzten Tagen beim Stöbern in meinen Unterlagen ein paar Fotos in die Hände gefallen, die ich seinerzeit gemacht hatte.
Gespielt wurde Der Kinder Segen (The Education of Skinny Spew; Heads; Gum and Goo). - Drei Etappen der Aufzucht und Ordnung von Howard Brenton in einer Inszenierung von Volker Lechtenbrink. Volker Lechtenbrink hatte das Stück für das Hamburger Schauspielhaus inszeniert. Es war sein Regiedebüt. SchauspielerInnen waren Claudia Amm, Volker Lechtenbrink und Knut Hinz.
–
1973 war ich noch Auszubildender. Die Aufnahmen gehören zu meinen ersten fotografischen Gehversuchen mit einer Leicaflex SL, die ich über meinen Lehrherrn erstanden hatte und die ich dann von meinem Lehrlingsgehalt bei ihm abstottern durfte. Mit siebzehn Jahren hätte mich mein Weg nie in das Hamburger Schauspielhaus geführt. Ich hatte seinerzeit ganz andere Interessen.
—
Da war es für mich ein Segen, dass das Programm in der Hamburger Fabrik so vielfältig war und auch Theaterstücke aufgeführt wurden.
Links zu diesem Beitrag:
Geschrieben in Theater, Deutschland, Allgemein | Drucken | Keine Kommentare »
13.8.2008 von Peter Mioch.
Het Kamertheater (das Zimmertheater) in Amsterdam wurde im Februar 2000 eröffnet. Es ist das kleinste und intimste professionelle Theater Amsterdams. Für Manja Bedner, Gründerin des Zimmertheaters, wurde damit ein Traum Wirklichkeit. Het Kamertheater befindet sich in ihrem Haus in der Nassaukade in Amsterdam. Dort wohnt sie zusammen mit ihrem Mann Rob, ihrer Tochter Julia und ihren beiden Söhnen Sebastiaan und Merlijn.
Jeweils am Mittwoch und am Freitag einer Woche wird das Esszimmer ihres Hauses innerhalb einer Stunde umgebaut. Das Sofa kommt raus, die Tribüne kommt rein. Aus der Veranda wird eine Bühne.
Manja Bedner auf der Zuschauertribüne ©Foto: Het Kamertheater
Het Kamertheater ist zwar eine Miniatur, aber mit seinem schwarzen Vorhang und den roten Velourgardinen trotzdem ein gediegenes echtes Theater. Manja Bedner hatte schon lange die Idee, ein Zimmertheater zu gründen. Sie ließ sich unter anderem von Schauspieler Peter van der Linden inspirieren, der in seinem Haus in Den Haag ein Erzähltheater betreibt. Auch der polnische Theatererneuerer und Avangardist Jerzy Grotowski war ihr Vorbild. Nach Ansicht von Grotowski gibt es nur ein Element, das dem Theater von Film und Fernsehen nicht genommen werden kann, nämlich die Nähe zu einem lebenden Menschen. Er hält es für notwendig, den Abstand zwischen Schauspieler und Publikum aufzuheben. Die Nähe zum Publikum ist unerlässlich für ein Zimmertheater.
Das Theater ist groß genug und doch intim. Manja Bedner betrachtet das Zimmertheater auch als Freistatt. “Hier muss ich keine trendigen Theorien vortragen, bevor ich mit dem Spielen anfangen darf. Ich bin nicht von Geschmack und Launen der Fördermittelgeber oder Theaterprogrammgestalter abhängig. Das Zimmertheater ist ein Ort, wo ich kompromisslos meine Ideen umsetzen kann. Mit den Menschen, mit denen ich gerne zusammenarbeite.”
Seit der Eröffnung des Theaters ist viel passiert. Es hat sich herausgestellt, dass viele von den künstlerischen Ideen in der Praxis funktionieren. Der geschlossene Raum und wenig Publikum sorgen dafür, dass zu jeder Vorstellung aufs Neue eine intime Atmosphäre entsteht. Die gibt den Schauspielern den Impuls, so wahrhaftig wie möglich zu spielen. Das Zimmertheater erfordert Millimeterarbeit. Alles ist einsehbar. Man hat verloren, wenn man nicht präzise spielt und sich angreifbar aufstellt. Die Überraschung ist jedes Mal groß, wenn während der Vorstellungen neue ‘Einstiege’ gefunden werden. Nach einer Vorstellung mischen sich die Schauspieler unter das Publikum und es wird oft noch ausführlich über das Stück gesprochen. Häufig entsteht ein netter Kontakt zum Publikum. Das ist wichtig für die Arbeit des Zimmertheaters.
Zur Zeit werden im Zimmertheater Stücke für Kinder aufgeführt. Es ist jedoch ein neues Theaterstück für Erwachsene in Vorbereitung. Das soll voraussichtlich im Herbst 2008 Premiere haben und trägt den Titel “Ontwaken” (Aufbruch). Ontwaken ist der dritte Teil der “Wanda Trilogie”. Der erste Teil “Dansend requiem (Tanzendes Requiem, Februar 2000 - Februar 2001)” und der zweite Teil “Het Verkleurde Land (Das verfärbte Land, Oktober 2004 - März 2005)” wurden in der Vergangenheit bereits aufgeführt.
Die Macher des Kamertheaters sind:
Manja Bedner: Schauspielerin, Regisseurin und Schriftstellerin
Manja Bedner van Hilten wohnte als zwölfjähriges Mädchen, als sie die Ballettschule in Den Haag besuchte, regelmäßig bei dem Schauspieler Peter van der Linden. Dort kam sie das erste Mal mit einem Theater im eigenen Haus in Berührung.
Als sie dieses Theater im Kleinformat sah, war sie total begeistert. Die Grenze zwischen Fiktion und Wirklichkeit ist in einem kleinen Theater sehr fragil, und es ist so intim und persönlich.
Der Wunsch, irgendwann selbst so ein Theater haben zu wollen, sollte sie nie mehr loslassen. Bedner absolvierte die Theaterschule in Maasstricht und studierte danach Theaterwissenschaften in Amsterdam. Dadurch ist sie in vielen Disziplinen zu Hause. Sie sieht es als große Bereicherung an, sowohl zu schreiben als auch zu schauspielern und Regie zu führen. Wenngleich auch niemals zur gleichen Zeit. Wenn man die Fähigkeit hat, etwas von unterschiedlichen Seiten aus zu betrachten, bekommt man mehr Erkenntnisse über die Möglichkeiten, die derjenige hat, mit dem man zusammenarbeitet.
Ein wichtiges Thema in ihrer Arbeit ist Schein und Wirklichkeit. Was wird gezeigt, was steckt dahinter und wieder dahinter? Ist es Fantasie oder Realität? Das Zimmertheater ist für sie der ideale Ort, um diese Themen zu behandeln. Man kann sehr klein und präzise spielen, ganz nah an der Wirklichkeit - und doch ist es eine dargestellte Wirklichkeit. Die nahe Anwesenheit des Publikums spielt darin eine große Rolle. Die Zuschauer sind am Gelingen der Vorstellung beteiligt. Sie machen die Trennung konkret. Bevor eine Vorstellung beginnt, wird das Publikum von den Schauspielern in den Kostümen begrüßt, damit der Abstand nicht zu groß ist. Wenn das Stück zu Ende ist, wird immer die Möglichkeit zum Gespräch angeboten. Das Publikum ist ein wichtiger Bestandteil der Vorstellung.
Peter Bedner: Möbeldesigner
Der Designer Peter Bedner versucht, Technik und Ästethik miteinander zu verbinden. Dabei will er eine durchschaubare Konstruktion schaffen. Die Menschen sollen sehen, wie ein Möbelstück zusammengesetzt ist. Daneben sieht er es als eine seiner wichtigsten Herausforderungen an, einen Raum flexibel einzurichten. Früher wohnte er in einem Haus, in dem ein Bett nur an einer Stelle im Zimmer aufgestellt werden konnte. Das ging ihm ziemlich gegen den Strich. Deshalb versuchte er als Designer, den Raum so flexibel wie möglich zu gestalten. Beim Entwurf und Bau des Zimmertheaters war vor allem diese Flexibilität sehr wichtig. Es wurde eine Tribüne benötigt, die sehr schnell aufgebaut werden kann und danach auch wieder in einem kleinen Format verstaut werden kann. Der Raum wird normalerweise als Esszimmer genutzt. Die Tribüne, die er dann letztendlich entworfen und gebaut hat, ist zusammengeklappt nicht größer als ein Einzelbett. Es dauert ungefähr 20 Minuten, um die Tribüne aufzubauen. Dann können 28 Theaterbesucher darauf sitzen. Dank dieser Tribüne unterzieht sich der Raum einer solchen Metamorphose, dass von einem Esszimmer nichts mehr zu sehen ist. Außer der Tribüne hat Bedner auch die Bühne und die Küche gestaltet. Alles abgestimmt auf den Stil eines 100 Jahre alten Hauses.
Rob van Hilten-Bedner: Geschäftsführer und Gastgeber
Rob van Hilten hatte eine große Passion sowohl für den Kulturbereich als auch für die Geschäftswelt entwickelt. Er arbeitete in einer Buchungszentrale für Popmusik, war als Bassist ziemlich erfolgreich in der Amsterdamer Popszene, spielte bei der Filmakademie vor und entschied sich letztendlich doch für die geschäftliche Seite des Faches.
Links zu diesem Beitrag:
Het Kamertheater Amsterdam
Geschrieben in Niederlande, Theater in den Niederlanden, Allgemein | Drucken | Keine Kommentare »
10.8.2008 von Peter Mioch.
Bremen verfügt über eine große Anzahl an Wandbildern. Der überwiegende Teil ist in den siebziger und achtziger Jahren entstanden. Aber auch in jüngerer Zeit sind eine Reihe von neuen Wandbildern entstanden.
Das zweiteilige Wandbild, das ich in diesem Beitrag vorstellen möchte, ist im Jahre 2006 vollendet worden. Die beiden Künstlerinnen Edeltraut Rath und Gloria del Mazo haben einen Ausschnitt einer 80 mal 100 Zentimeter großen Vorlage auf die etwa 136 Quadratmeter große Fassadenfläche übertragen. Das Original wurde im Rahmen des Projektes “Stadtbilder-Bilderstadt” (Verein Quartier) von den beiden Grundschülern Lennart Bartsch und Arsim Alfi geschaffen.
Wandbild an der Agnes-Heineken-Straße
Mehr Wandbilder aus Bremen: Wandbilder in Bremen
Weitere Links zu diesem Beitrag:
Geschrieben in Bremen, Kunst, Deutschland, Wandbilder, Allgemein | Drucken | 1 Kommentar »