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29.5.2010 von Peter Mioch.
Wie es war. Unter diesem Motto präsentieren das Haus der Groninger Kultur, das RHC Groninger Archive, das Groninger Audiovisuelle Archiv (GAVA) und RTV-Noord am 12. Juni 2010 von 13 Uhr bis 17 Uhr in den Räumen der Groninger Archive den Groninger Verhalenmiddag (Groninger Geschichtennachmittag).
Grundlage und Hintergrund dieses Tages ist das gemeinsame Interviewprojekt “Wie es war” des RHC Groninger Archive, des Hauses der Groninger Kultur und Gava. Mitarbeiter dieses Projektes haben während der letzten zwei Jahre ungefähr 85 ältere Groninger interviewt. Die Befragten erzählten über ihren Alltag, über die für sie wichtigsten Erlebnisse in ihrem Leben, über Arbeit, über politische Aktivitäten, über ihr Familienleben und über vieles andere. Gemeinsam bilden diese Interviews eine kleine Geschichte Groningens beginnend in den Dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Teile dieser Interviews wurden bereits seit September 2009 im Groninger Regionalsender RTV-Noord gesendet.
Vom 12. Juni 2010 an sollen diese Interviews vollständig über einen Groninger Geschichtenbaum zu sehen und zu hören sein. Dieser Geschichtenenbaum wird bis Mitte September in der Halle des RHC Groninger Archive aufgestellt. Über verschiedene Monitore, die im Baum hängen, werden die Geschichten gezeigt. Neben den Interviews des Projektes “Wie es war” sollen auch andere Interviews, alte Filme, Fotokollagen, Dokumentationen, Geräuschfragmente gezeigt und abgespielt werden.
Der Groninger Geschichtenbaum ist als mobile Einrichtung gedacht. Er wird ab Mitte September 2010 durch die Provinz Groningen reisen und an verschiedenen Orten in Bibliotheken, Gemeindehäusern, Museen und anderen öffentlichen Gebäuden aufgestellt. Dort können dann die Menschen, wie auch schon vorher in der Stadt Groningen den Geschichten von früher zuschauen und ihnen lauschen.
Folgendes Programm ist für den Groninger Geschichtennachmittag am 12 . Juni 2010 von 13.00 Uhr - 17.00 Uhr geplant:
Ort: RHC Groninger Archieven, Cascadeplein 4 in Groningen
Information: 0031 (50) 5992000 of via info@groningerarchieven.nl
13.00 Einlass
13.30 Eröffnung durch Moderator Reinder Smith
13.40 Wie “Hou t Was” (Wie es war) gemacht wurde, ein von Margriet Dijk und Ina Spijk präsentierter kurzer Film.
13.50 Dr. Knol erklärt. Egge Knol beantwortet im Gespräch mit Reinder Smith Fragen aus dem Publikum über die Groninger Geschichte.
14.05 Präsentation des Groninger Verhalenboom (Groninger Geschichtenbaums). Einführende Worte von Henk Scholte mit anschließender Enthüllung des Baumes.
14.30 Pause und Besichtigung Geschichtenbaum
15.00 Reinder Smith berichtet über das RTV-Noord Programm
Die Geschichte Groningens und lass Menschen im Saal über ”Früher im Urlaub” erzählen.
15.20 “Früher war alles besser. Erzähltheater der Theatergruppe S5
15.40 Dr. Knol erzählt. Egge Knol ein zweites Mal in Aktion.
16.00 Abschließende Worte von Reinder Smith
16.10 Häppchen und Getränke
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28.5.2010 von Peter Mioch.
Henk ist Literatur, Musik und Geschichte
Selten hat man die Chance, einen Menschen wie den Groninger Henk Scholte mit so wenigen Worten so treffend zu charakterisieren, wie es Jan Veldmann, der Vorsitzende der Jury bei der Verleihung des “Wessel-Gansfort-Preises” im Jahr 2002 tat.
Henk Scholte wurde am 26. Juli 1959 in der niederländischen Stadt Emmen geboren. Emmen liegt in der Provinz Drenthe. Seine Eltern wohnten zur Zeit seiner Geburt eigentlich in Stadskanaal, einer Stadt in der Provinz Groningen. Das nächste Krankenhaus lag aber in Emmen. Aus diesem Grund wurde der Groninger Jung Henk Scholte nicht in der Provinz Groningen, sondern in der Provinz Drenthe geboren.
Henk und die Musik
Das erste Mal traf und erlebte ich Henk Scholte im Jahre 2004 während eines Konzertes der Groninger Folkgruppe Törf im Theater Laboratorium in Oldenburg. Henk Scholte ist einer der Gründungsmitglieder und der Sänger der 1975 gegründeten virtuosen Folkmusikgruppe. An diesem Abend in Oldenburg erlebte ich, wie Henk Scholte mit viel Energie, Witz und Anekdoten die musikalische Welt von Törf und die von ihm und seinen Musikerkollegen verkörperte Groninger Kultur präsentierte. Törf ist die älteste Folkgruppe in den Niederlanden. Henk singt in Groninger Platt. Die „Grunneger toal“ zählt neben dem Drenths, Twents, Veluws und Achterhoeks zu den Dialekten des Nedersaksisch (gehört zur Sprachgruppe des Niedersächsischen= Niederdeutsch / Plattdeutsch). Das Nedersaksisch wurde wie die Sprachen Friesisch und Limburgs von der niederländischen Regierung offiziell als Regionalsprache anerkannt.
Wie alles anfing:
In den siebziger Jahren war Henk Scholte im NJN - Nederlandse Jeugdbond voor Natuurstudie aktiv. Der NJN ist vergleichbar mit der deutschen Naturfreundejugend. Hier wurde viel Musik gemacht. Henk begeisterte sich, wie viele andere in dieser Zeit auch, für die Lieder von Singer/Songwritern wie Bob Dylan oder Joan Baez. Irgendwann wurde ihm aber bewußt, dass die klassische Folkmusik doch nicht sein Stil war. Er entdeckte den Folkrock (1972-1974), repräsentiert unter anderem von Gruppen wie Fairport Convention und Steeleye Span.
Zur gleichen Zeit hatte er viele Kontakte in der Provinz Friesland. Henk war beeindruckt von dem Selbstverständnis, mit dem sich die Friesen mit ihrer Kultur und Sprache auseinander setzten und sie pflegten. Die Friesen sind stolz auf ihre eigene Kultur, Identität und Sprache. Es gab seinerzeit die ersten Musikgruppen, die nicht auf Niederländisch sangen, sondern in ihrer regionalen Sprache. Die Gründung der legendären friesischen Folkgruppe Irolt fiel in jene Tage.
Diese Eindrücke waren der Beginn einer Umorientierung. Warum nicht auch eine Musikgruppe gründen und in der „Grunneger toal“ singen? Zusammen mit dem Gründer und Bassisten der Folkgruppe Törf, Eddy de Jonge, forschte Henk Scholte nach altem Liedgut in der Groninger Sprache. Henk und Eddy entdeckten ein bereits 1930 veröffentlichtes Liederbuch. Interesse weckte dabei aber nicht nur die Musik, sondern auch die Entstehungsgeschichte und die Texte der Lieder. Die Musiker von Törf vertonten Texte von Groninger Dichtern und eigene Texte. Die LPs ‘Kovvie kloar?’ (1978) und ’t Wordt aans’ (1980) wurden produziert. Später folgten dann die CDs “‘t Braide woater” (1993), “Dr is n laand” (1996), “Törf speelt Beukema” (1998) und “Op Roemte” (2001).
Auf der CD “Op Roemte” (Musik: Eddy de Jonge) stehen beispielsweise die Texte des Dichters „Jan Boer“ im Mittelpunkt. Jan Boer(†1983) wurde am 18. Juli 1899 im Dorf Rottum in der Provinz Groningen geboren. Jan Boer zählt zu den klassischen Dichtern der Provinz. Seine Texte sind zeitlos und seine Landschaftsbeschreibungen mit ihren schönen Bildern sind auch heute noch genauso verständlich und aktuell wie in den dreißiger Jahren.
Törf haben es sich zur Aufgabe gemacht, Groninger Qualitätspoesie mit ihrer Musik zu verbinden und sie ihrem Publikum in dieser neuen Form vorzustellen. Im Oktober 2006 erschien eine neue CD mit dem Titel „Olipodrigo“. Sie enhält sowohl traditionelle Lieder, als auch eigene Texte und Musik. Olipodrigo ist aus dem Spanischen “olla podrida” abgeleitet und soll “spanischer Eintopf” bedeuten; auf die Musik bezogen, ein Eintopf vieler Musikstile. Auf dieser CD werden italienische, irische, schwedische Musikstile und Klezmer- und Folkrockeinflüsse miteinander vermengt. Hier eine Rezension aus dem Folker März/April 2007.
Es gab schon Personen, die sich für die Pflege und Förderung der Groninger Kultur und Sprache eingesetzt hatten. Ein bekanntes Beispiel ist der Groninger Sänger Ede Staal, der, wie Henk Scholte es einmal ausdrückte, „maßgeblich dazu beitrug, dass sich die Groninger Sprache und Kultur emanzipierte“. Ähnlich wie auch bei uns in Deutschland setzten sich in den siebziger Jahren vermehrt Menschen mit ihrer eigenen regionalen Kultur und Sprache auseinander und erkannten die Notwendigkeit, sie zu fördern und zu erhalten. Henk Scholte und seine Musikerkollegen Bert Ridderbos, Geert Ridderbos, Eddy de Jonge und Flip Rodenburg gehörten auf diesem Gebiet zu den ‚Aktiven der ersten Stunde’. Später kamen noch Marius Greiner und Jos Kwakmann dazu.
Auch wenn die Folkgruppe Törf im Leben von Henk Scholte eine sehr wichtige Rolle spielt, würde ich ihm nicht gerecht werden, wenn ich sein zweites musikalisches “Standbein” verschweigen würde.
Ich hatte bereits ausgeführt, dass die Folkmusik, im Allgemeinen und im Besonderen, ein Steckenpferd von Henk Scholte ist. Er ist dadurch ein ausgewiesener Kenner der niederländischen, deutschen und internationalen Folkmusik Szene.
Dieser Umstand brachte ihn mit dem niederländischen Radio- und Fernsehsender RTV NOORD zusammen. Henk moderiert seit dem Jahr 2000 im Radio zur besten Feierabendzeit jeden Werktag ein einstündiges in der Region sehr beliebtes Musikprogramm. Die Sendung trägt den Titel “Twij Deuntjes veur ain Cent” (Zwei Liedchen für einen Cent). Geboten wird dem Hörer ein qualitativ hochwertiges Folkmusik Programm. Am Anfang hatte es keiner für möglich gehalten, dass Henk Scholte und seine Sendung mit dem Fernsehen konkurrieren könnte. Doch die Menschen schalten das Radio ein, wenn er auf Sendung geht.
Wer jetzt denkt, in diesem Programm werden nur Lieder aus der eigenen Region gespielt, der irrt. Natürlich sind die Lieder von Interpreten aus der Groninger Region ein Programmschwerpunkt. Aber Henk Scholte belässt es nicht dabei. Die Verwandtschaft der „Grunneger toal“ mit dem Plattdeutschen lassen ihn immer wieder auch Lieder norddeutscher Künstler spielen, wie beispielsweise von Jan Cornelius oder Helmut Debus. Durch die kleinen Geschichten und Anekdoten, die er zu jedem seiner Lieder für den Hörer bereithält, ist er in hohem Maße identitätsstiftend. Seine fundierten Kenntnisse über die Entstehung der Lieder, oft kennt er die Sänger persönlich, machen diese Sendung zu einem Juwel in diesem Genre. Manchmal verirrt sich sogar ein Konstantin Wecker in sein Programm. Auch irische, spanische, schwedische oder französische Folkmusik fanden durch Henk den Weg nach Groningen. Das Programm ist dadurch nicht provinzlerisch, sondern weltoffen im globalen Sinn. Und seine Hörerschaft beschränkt sich in Zeiten des Internets nicht auf die Region. Henk Scholte hat sogar eine treue Hörerschaft in den USA. Wenn Henk jeden Abend aufs Neue seine Sendung präsentiert, wird das Studio, in dem er sitzt, zu einem globalen Dorf.
Henk und die Literatur
Henk der Dichter und Geschichtenerzähler ist eine andere Geschichte. Nach einem Aufenthalt in Irland und seiner Bekanntschaft mit Ulysses, dem zentralen Werk des irischen Schriftstellers James Joyce, entwickelte sich bei Henk ein sehr tiefgreifendes Interesse für die Dichter seiner Region. Die Hauptfigur in Ulysses, Leopold Bloom, ist ein ‚Reisender in seiner eigenen Stadt Dublin’. Henk Scholte wurde nach seinem Irlandaufenthalt und der Lektüre des Romans Ulysses zu einem ‚Reisenden in seiner eigenen Provinz’. Er entdeckte die Groninger Dichter Simon van Wattum, Jan Boer, Hans Elema, Jelte Dijkstra, Sien Jensema, Wiepke van Palmar, Jan Niehoff, Tjaard de Haan, Peter van der Velde und andere für sich. Diese Dichter hatten eines gemeinsam: sie schrieben Gedichte in ihrer eigenen regionalen Sprache. Henk erwarb im Laufe der Zeit „enzyklopädische Kenntnisse“ über die Literatur seiner Provinz. Wer also gerne einmal eine literarische Rundreise durch Groningen unternehmen möchte, sollte es nicht versäumen, sich mit Henk Scholte in Verbindung zu setzen.
Sehr bald begann Henk damit, selbst eigene Gedichte in der “Grunneger toal” zu schreiben. Im Jahre 1991 erschien sein Gedichtband “Vervrömd“. Auch hier wird wieder die Nähe zum Plattdeutschen deutlich. Der Gedichtband wurde zweisprachig, in der „Grunneger toal“ und auf Plattdeutsch, herausgegeben. Übersetzer ins Plattdeutsche war Carl Heinz Dirks.
Fischerhude
Lutje vlek op laandkoart bie Bremen.
Ondanks gries verleden nog jong en fris
te nuimen. Grootste boerenaarfenis
mos verswinne veur nij ondernemen.
Ook dou de kunst der weleg tierde
was t in dij olle tied hier nait te best.
Woaterege grond wör dreuglegd tot t lest.
t Was t vergraimd nosteg waark, dat sierde.
Mor diz’ wraide dreum komt nooit weerom.
Nee, t ainegste dat doar van overbleven
is binnen karakterstieke vakwaarkhoezen
Zo het dreumer weer tied om vot te soezen.
Waailand mit peerd let ol sfeer in leven.
Veur dörst en toerist, boerderij is kefee.
©Henk Scholte (Aus: Vervrömd)
Henk Scholte war auch Mitbegründer der Groninger Literaturzeitschrift “Krödde“. Diese Zeitschrift ist ein Forum für Groninger Dichter und für ihre Poesie.
Seit dem Jahr 2000 wird alljährlich in der Stadt Groningen ein Poesiemarathon (Groninger Poëziemarathon) veranstaltet. Im Jahre 2002 beteiligte sich Henk Scholte als Dichter an diesem Marathon. Der Poesiemarathon findet am landesweiten Tag des Gedichtes statt. Marathon bedeutet in diesem Zusammenhang 24 Stunden lang Poesie an verschiedenen Orten in der Stadt Groningen zu erleben. Der landesweite Tag des Gedichtes wurde von Poetry International im Jahre 2000 ins Leben gerufen. Er wird mit vielen Aktivitäten und Initiativen für die Poesie jedes Jahr am letzten Donnerstag im Januar veranstaltet. Es ist schon zur Tradition geworden, dass Henk Scholte zum Abschluss des Poesiemarathons das offizielle Volkslied der Provinz Groningen singt.
Als Liebhaber und Kenner des irischen Schriftstellers James Joyce übersetzte Henk im Jahre 2000 anlässlich des Bloomsday Fragmente von Ulysses in einen speziellen Dialekt des Gronings, das Veenkoloniaals. Dieser Dialekt wird in der Gegend gesprochen, in der Henk aufwuchs. Henk Scholte beschäftigt sich schon über dreißig Jahre mit dem wichtigsten Werk des irischen Schriftstellers James Joyce. Nichts lag daher näher, als etwas von diesem Autor zu übersetzen. Bei den Fragmenten sollte es aber nicht bleiben. Henk Scholte arbeitet daran, den gesamten Ulysses zu übersetzen.
Der Bloomsday wurde auch wieder am 17. Juni 2005 in Groningen zelebriert. Beteiligt waren dieses Mal neben Henk Scholte, der den Abend mit einem Essay über James Joyce eröffnete, Peter O’ Ceallaigh, Evert-Jan het Hart , Jan Glas, der irische Musiker Daithi Rua und Jos Rietveld.
Henk und die Geschichte Groningens
Schon als sechzehnjähriger Teenager interessierte Henk Scholte sich für die Geschichte der Menschen aus der Provinz Groningen. Mit einem Tonbandgerät ausgestattet, besuchte er seine Nachbarn zu Hause. Sie sangen Lieder in der „Grunneger toal“ für ihn. Es muss schon faszinierend gewesen sein, wenn ein Groninger der schon hundert Jahre alt ist, seinem Gegenüber ein zweihundert Jahre altes Lied vorsingt. Auch in den Folgejahren suchte Henk immer wieder das Gespräch mit seinen Mitmenschen in der Region. Er sprach mit ihnen über ihre Wünsche und Sehnsüchte. Ließ sie über ihr Leben erzählen. Neben ganz alltäglichen Geschichten kamen natürlich auch die großen Themen Glaube, Hoffnung, Liebe und Tod zur Sprache. Henk hörte Geschichten, die nirgendwo aufgeschrieben waren. Er behielt diese Geschichten nicht für sich, sondern erzählte sie, wo immer sich ihm eine Möglichkeit bot und die Menschen genauso neugierig auf ihre Wurzeln waren wie er. Zusammen mit dem Autor und Geschichtenerzähler Willem de Ridder organisierte Henk Scholte Ende der neunziger Jahre Lesungen und Erzählabende in den nördlichen Provinzen der Niederlande. Diese mündlichen Überlieferungen bildeten beispielsweise auch am 1. Dezember 2004 die Basis für eine musikalische Lesung mit dem Titel “Een historische ‘Tour de chant’ door Groningen”. Henk Scholte wurde an diesem Abend musikalisch von Geert Ridderbos begleitet.
Am 1. März 2003 übernahm Henk Scholte eine neue Aufgabe in der Stadt Groningen. Er wurde Berater (Consulent) beim neu eröffneten “Huis voor de Groninger Cultuur“. Das Haus für die Groninger Kultur ist eine unabhängige Stiftung, die von der Provinz Groningen ins Leben gerufen wurde und am 1. Februar 2003 ihre Tätigkeit aufnahm. Diese Institution ist eine Anlaufstelle für jeden, der sich mit der Erhaltung, dem Schutz, der Förderung, Entwicklung, Verbreitung und Erforschung der Groninger Kultur beschäftigt. Im Zusammenhang mit dem Begriff Groninger Kultur wird hier unterschieden zwischen Groninger Sprache und Geschichte, kunstsinnigen Aktivitäten und Gewohnheiten und Gebräuchen.
Folgende Ziele werden vom Haus für die Groninger Kultur verfolgt:
• Beratung und Information und/oder finanzielle Unterstützung von Organisationen und Einrichtungen, Privatpersonen und Behörden
• Bereitstellung von organisatorischer und/oder finanzieller Unterstützung von kulturellen Organisationen und Einrichtungen.
• Die Organisation von kulturellen Aktivitäten und Events.
• Die Förderung der Zusammenarbeit zwischen kulturellen Organisationen und Einrichtungen
• Die Vermittlung zwischen Kulturbereich und Publikum
• Die Stimulierung , organisatorische Konzeption und Beförderung von kulturellen Bildungsprojekten.
Eine zentrale Aktivität des „Hauses für die Groninger Kultur“ ist jedes Jahr die Beteiligung und Organisation am/des “Dag van de Groninger Geschiedenis” (Tages der Groninger Geschichte). Am 5. November 2005 besuchten mehr als 1600 Menschen die Veranstaltungen des Tages der Groninger Geschichte und informierten sich über die Geschichte der Provinz Groningen. Organisiert wurde dieser Tag von den Groninger Archiven (RHC Groninger Archieven), Haus der Groninger Kultur (Huis van de Groninger Cultuur), Vereinigung Stadt und Land (Vereeniging Stad en Land), Groninger Audiovisuelles Archiv (Gronings Audiovisueel Archief) und Biblionet.
Vor Antritt dieser für ihn wie auf den Leib zugeschnittenen neuen Tätigkeit im „Haus für die Groninger Kultur“ war Henk Scholte von 1989-2002 für den EDR (Zweckverband Ems Dollart Region) tätig. Dieser Zweckverband fördert die Zusammenarbeit auf wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet zwischen Deutschland und den Niederlanden in der Ems Dollart Region. Hier war Henk Scholte Projektmanager für Kultur und gesellschaftliche Integration. Er war im Besonderen für das durch die Europäische Union geförderte Projekt “people to people” zuständig.
Henk Scholte wurde vom EDR für seine besonderen Verdienste im Jahre 2002 mit dem “Wessel Gansfort-Prijs” ausgezeichnet. Der Preis wird an Persönlichkeiten vergeben, die sich in besonderem Maße um die Groninger Kultur verdient gemacht haben. Im Bericht der Jury zur Preisverleihung wurde Henk Scholte folgendermaßen geehrt (Auszug):
„Henk ist Literatur, Henk ist Musik und Henk ist Geschichte. Das war er am Anfang, das ist er immer gewesen und das wird er immer sein. Er ist es. Er weiß nicht nur viel, er hat nicht nur buchstäblich ein grenzenloses Interesse, er propagiert es nicht nur, er verkörpert es auf eine Weise wie kein anderer es jemals verkörpern wird“.
Zu guter Letzt
Ich habe mich bemüht, den Menschen Henk Scholte und sein Schaffen, so vollständig wie es mir möglich war, vorzustellen. Möge ihm seine unerschöpfliche Neugierde und Begeisterung für die Groninger Kultur (Geschichte und Sprache) und für die Volksmusik erhalten bleiben und uns weiter viele neue Entdeckungen bescheren.
Abschließend kommt Henk Scholte in einem Zitat selbst zu Wort:
„Oft machen die Menschen sich auf die Suche nach etwas, obwohl es ganz nah vor ihrer Tür liegt. Ich fühle mich manchmal wie ein Entdeckungsreisender in meiner eigenen Umgebung. Meine Mission, meine Frage ist: wie kommt es, dass wir die ganze Welt umarmen, außer uns selbst?”
Bibliographie
Het Groninger Boekenkwartier: Een Wandeling met Henk Scholte, Henk Scholte, Groningen: 1986. Medewerking: Vera Kerremans und Elisabeth van Spronsen.
Vervrömd: Grunneger gedichten mit vertoalen in t Oastfrais deur Carl Heinz Dirks, von Henk Scholte/ Groningen: Uitgeverij Styx Publications, 1991, 76 S. ISBN 90 7237 126 7
(Die in diesem Gedichtband erschienenen Gedichte wurden in den zehn Jahren vor Erscheinen in der Literaturzeitschrift “Krödde” veröffentlicht)
Het Hogere Noorden: Anthologie Herausgeber/BearbeiterBart FM Droog, Ruben van Gogh en Karel ten Haaf, ISBN 90 5452 043 4
(Folgende Groninger Dichter wurden in diese Anthologie aufgenommen:Jan Bruggen, Maria van Daalen, Johan van Delden, Dirk Dijkstra, Bart FM Droog, Remco Ekkers, Ruben van Gogh, Willem Groenewegen, Karel ten Haaf, Fritzi Harmsen van Beek, Henry Hes, Tjitse Hofman, Bram Hulzebos, Paul Jainandun Singh, Paul Janssen, C.O. Jellema, Sietze Murk Kingma, Simone Kolk, Rutger Kopland, Jacob Moerman, J.J.A. Mooij, Max Niematz, Ronald Ohlsen, Kasper Peters, Hans van Pinxteren, Guillaume Pool, Henny Prins, Hannie Rouweler, Albert Schaalma, Henk Scholte, Gertjan van Schoonhoven, Rense Sinkgraven, Albertina Soepboer, Kees Stip, Jos Tolboom, Willem Jan van Wijk, Jaap Sietse Zuierveld, Henk Zwiers.
Literatur über Henk Scholte:
t Volle leven van Ebbert Venema: een bundeling van een serie in Krödde (1982-1990) von Hanny Diemer, Groningen, 1992. Das zentrale Thema in diesem Werk ist das Alter-Ego des Henk Scholte.
Twee Eeuwen Gronings: n golden toal von Hanny Diemer und Jakob Loer, Assen: In Boekvorm bv, November 2005, 224 S. ISBN 90 77548 35 1. In diesem Buch werden Groninger Autoren aus zwei Jahrhunderten vorgestellt (mit Texten). (Henk Scholte auf S.215)
Auszeichnungen
De Rottend Staal Cultuur Award 1998/99
Wessel Gansfort Preis 2002
Auszeichnung für besondere Verdienste um das kulturelle Erbe Groningens mit dem Orden von Oranien-Nassau und Ernennung zum Ritter des Ordens von Oranien-Nassau (2009)
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10.5.2010 von Peter Mioch.
De overgang
Zeker is nog niets beslist, maar
veel wijst weer op een begin
Onbeduidend om het hoeveelste
het daarbij gaat
Het is nog altijd te verwachten dat de volgende
bepaling de definitieve is
Verandering beweert de ervaring, zal zo
verder op verandering volgen
Alleen de gedaante blijft gelijk
©Torsten Israel ©Vertaling: Peter Mioch
.
Der Übergang
Gewiss ist noch nichts entschieden, doch
vieles deutet wieder auf einen Beginn
Bedeutungslos, um den wievielten es sich
dabei handelt
Noch steht zu erwarten, dass die nächste
Festlegung die endgültige sei
Änderung, behauptet die Erfahrung, wird so
weiter auf Änderung folgen
Nur die Gestalt bleibt sich gleich
©Torsten Israel
Torsten Israel, geboren 1967 in Leipzig, studeerde filologie (Nieuwgrieks en Oudgrieks) en nieuwe en nieuwste geschiedenis in Berlijn en Athene.
Lyriek en korte essays van Torsten Israel zijn in diverse tijdschriften (o. a. Lettre International, Die Horen, Akzente, Literaturen, Poiisi, KNLL, KLfG) verschenen.
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Boeken (vertaald en tekst verzorgd)
Haris Vlavianos, Nach dem Ende der Schönheit, München: Hanser, 2007, ISBN 3-446-20871-2 (Vertaling)
Dimitris Dimitriadis, Lethe und andere Stücke, Berlin: Theater der Zeit, 2007, ISBN 3-934344-87-9 (Vertaling)
Helene Varopoulou, Passagen. Essays und Reflexionen zum zeitgenössischen Theater, Berlin: Theater der Zeit, 2009, ISBN 978-3-940737-19-9 (editeur)
Balkanische Alphabete – Poesie aus Griechenland, Heidelberg: Wunderhorn 2010 (editeur – ter perse).
Torsten Israel leeft op dit Moment in Mannheim en Athene.
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Torsten Israel wurde 1967 in Leipzig geboren, studierte Neu- und Altgriechische Philologie und Neuere und Neueste Geschichte in Berlin und Athen.
Lyrik und Kurzessays von ihm erschienen in diversen Zeitschriften (u.a. Lettre International, Die Horen, Akzente, Literaturen, Poiisi, KNLL, KLfG).
Buchveröffentlichungen:
Haris Vlavianos, Nach dem Ende der Schönheit, München: Hanser, 2007 (Übersetzung)
Dimitris Dimitriadis, Lethe und andere Stücke, Berlin: Theater der Zeit, 2007 (Übersetzung)
Helene Varopoulou, Passagen. Essays und Reflexionen zum zeitgenössischen Theater, Berlin: Theater der Zeit, 2009 (Herausgeber)
Balkanische Alphabete – Poesie aus Griechenland, Heidelberg: Wunderhorn 2010 (Herausgeber – im Druck).
Torsten Israel lebt in Mannheim und Athen.
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