5.3.2010 von Peter Mioch.
De Duitse Staats- en Universiteitsbibliotheek Bremen staat algemeen bekend als Universiteitsbibliotheek. Maar ze is met haar 350-jarig bestaan veel ouder dan de in 1971 geopende Universiteit Bremen. De voormalige Staatsbibliotheek werd destijds met de nieuwe Universiteitsbibliotheek samengevoegd.
Het bestaan van de Staatsbibliotheek gaat terug op de Bibliotheca Bremensis in het Gymnasium Illustre, die op 7 november 1660 door de raad van de stad Bremen opgericht werd. Deze Bibliotheca Bremensis en het Gymnasium Illustre waren in het vroegere Katharijnenklooster van de predikheren in het centrum van Bremen gehuisvest. De Bibliotheca Bremensis omvatte in het begin een collectie van boeken van de rechtsgeleerde Melchior Goldast von Haiminsfeld (1578 - 1635). Bremen kocht de verzameling Goldast in het jaar 1646 aan. Daardoor heeft de bibliotheek oude kostbare boeken, historische handschriften en vroege drukken in haar bezit. Het Evangelistar dat tussen de jaren 1039 en 1042 in het klooster Echternach voor Kaiser Heinrich III. gemaakt werd is een van deze kostbare boeken. De waarde van het handschrift wordt geschat op bijna 25 miljoen euro.
©Foto: SuUB Bremen, bladzijde Evangelistar Heinrich III
Vandaag is de Staats- en Universiteitsbibliotheek de oudste stedelijke bibliotheek van Bremen, behoort tot de tien grootste wetenschappelijke bibliotheken in Duitsland en is verantwoordelijk voor de regionaalhistorische en wetenschappelijke literatuur- en informatieverzorging in de deelstaat Bremen en de Noordwestduitse regio. Het bestand van de bibliotheek omvat
3,2 miljoen boeken, meer dan 8000 gedrukte tijdschriften en geeft toegang tot 24 miljoen elektronische documenten.
In het kader van het jubileum van de Staats- en Universiteitsbiliotheek Bremen worden er in de loop van het jaar een aantal tentoonstellingen, een open dag en een feestelijke ontvangst in het stadhuis van Bremen georganiseerd en wordt er een feestbundel ter gelegenheid van het jubileum uitgegeven.
Overzicht jubileumactiviteiten (selectie):
Tentoonstelling
zer le sen Historische Bücher und ihre Erhaltung (stuk_le_zen - historische boeken en hun conservatie) met een presentatie van boeken uit het historische oude bestand van de bibliotheek en een voorstelling van de
werkzaamheden van de afdeling conservatie (vanaf nu t.e.m 31 maart 2010).
Tentoonstelling
Wissen und Meer
(De kennis en de zee) ter gelegenheid van het jubileum in samenwerking met de
Faculteit Natuur en Techniek aan de Hogeschool Bremen (15 april t.e.m 31 mei 2010).
Tentoonstelling
Poëtische wetenschappen
met boeken van kunstenaren uit de collectie van het Studiecentrum Publicaties van
Kunstenaren (Studienzentrum für Künstlerpublikationen) in het Museum voor Moderne Kunst Weserburg (23 april t.e.m 31 december 2010).
Tentoonstelling
Wandern im Wissen
(Wandelen in de kennis) Een ruimtelijke installatie in het trapgat van de Centrale
Bibliotheek. De installatie wordt ontwikkeld door hoogleraar kunst en design Roland Lambrette in samenwerking met kunststudenten van de Hogeschool Bremen (16 juni t.e.m 31 juli 2010).
Tentoonstelling
Historische Zeitung und Presseforschung in Bremen
(Historische krant en personderzoek in Bremen) Een tentoonstelling over het werk van
het in de bibliotheek gehuisvest wetenschappelijk instituut “Deutsche Presseforschung”
(Duits personderzoek) 17 augustus t.e.m 24 september 2010.
Open dag (17 september 2010)
Die Bibliotheca Bremensis: Akademische Bibliothek und Raritätenkabinett Tentoonstelling historische oud bestand (29 september t.e.m 10 december 2010)
©Foto: SuUB Bremen - Centrale Bibliotheek
Meer informatie over het 350-jarig jubileum van de Staats- en Universiteitsbibliotheek Bremen is te vinden op de jubileumpagina van de bibliotheek (in het Duits):
http://www.suub.uni-bremen.de/350Jahre/
Dieser Artikel informiert über das Jubiläum 350 Jahre Staats- und Universitätsbibliothek Bremen.
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1.3.2010 von Peter Mioch.
01.03. 2010
Liebe Marie,
lange habe ich nichts mehr von dir gehört. Dein Päckchen mit dem Schuh, das mich vor drei Monaten erreichte, lässt mich einigermaßen ratlos zurück. Was hab ich mir nicht schon alles schicken lassen: frischen Fisch aus Sylt, eine Palette Bio-Kaffee aus Ecuador, einen neuartigen (und wie sich später herausstellte völlig unbrauchbaren) Lötkolben aus Manchester – aber einen Damenschuh habe ich niemals bekommen. Noch dazu ohne jede weitere Erklärung, Auflösung oder Handreichung. Das Versenden eines einzelnen, gebrauchten Schuhs hat was von einem Kriminalfall, das musst du zugeben. Die tief im Süden weilende Täterin beseitigt Beweismittel, indem sie sie per Päckchen quer durch Europa schickt. Ich sehe schon Schwardtmanns Schlagzeile: „Internationale Damenschuh-Bande wieder aktiv – Komplizen in der Region?“
Liebe Marie, der Empfänger einer solch bizarren Sendung braucht doch eine irgendwie geartete Form der begleitenden Ansprache! Ein „Bitte neu besohlen lassen“ oder ein „Verwahrst du den für mich?“ oder auch ein „Kann weg“ hätte gereicht. So bleiben mir nur Mutmaßungen über deine Motive – und du weißt, ich hasse Mutmaßungen, die sich aus Ratlosigkeit speisen.
Okay, deine Poesie war schon immer etwas handfesterer Natur, vielleicht willst du mir im besten Fall sagen, dass du viel unterwegs warst und immer noch bist? Der miserable Zustand des Schuhs könnte diese Aussage bestätigen. Oder diese Variante: Du bist es leid, weiter zu reisen und hast nun endlich beschlossen, sesshaft zu werden? Obwohl der Absendeort Faro dafür spricht, kann ich mir diesen Entschluss nicht so recht vorstellen. Möglicherweise willst du mir aber auch ein Objekt schenken, das dich, wo immer du umhergeschweift bist, sehr eng begleitet hat? Ich gestehe, dieses poetische Szenario wäre mir bei weitem das liebste.
Wo immer auch der tiefere Grund für dein Päckchen liegen mag, jetzt steht dieser Schuh auf meinem Schreibtisch. Ich sehe, es ist ein spanisches Fabrikat, womit du wie immer Ge-schmack beweist. Die leichte flache Sommerform entspricht deiner Philosophie von Einfachheit und Pragmatismus, der helle Braunton des Leders bildet den perfekten Untergrund für die aufgesetzte türkisfarbene Schnalle. Wie riesig diese Schnalle ist! Auch die schrille Farbkom-bination bist ganz du. Wäre die Schnalle dunkelbraun, hätte dich der Schuh nicht interessiert, dessen bin ich mir sicher. Es ist diese spezielle Art von Kontrast, den du liebst und ohne den du vermutlich nicht leben könntest. Schon damals, in den Zeiten unserer gemeinsamen Streifzüge durch die Provinz, schocktest du Freund und Feind gleichermaßen mit deinen Farbattacken, was mich als Träger szenetypischer Farben (grauer Rollkragenpullover, grüner Parka, braune Boots) zuweilen in mittelschwere Sinnkrisen stürzte.
Erinnerst du dich an dieses knielange Kleid aus weißem, grob gewebten Leinen? Weder deinen besten Freundinnen noch mir wolltest du verraten, woher es stammte. Alle dachten, es sei die Angst davor, man könne deinen Stil kopieren, aber das war nicht der wahre Grund, wie sich herausstellen sollte. Ich habe dir nie erzählt, dass ich dieses Kleid einige Zeit später zufällig im Schaufenster einer Berliner Nobelmanufaktur sah. Beim Blick auf das Preisschild wurde mir klar, dass du die Ersparnisse eines ganzen Jahres dafür hergegeben haben musstest.
Keine Ahnung, welchem Romantik-Ideal ich damals anhing, ich weiß nur noch, dass ich dich in diesem Kleid liebte, weil du darin meinem Bild eines Engels perfekt entsprachst. Du spürtest das intuitiv und bewegtest dich, sobald du das Kleid trugst, noch ein bisschen langsamer und schwebender durch den Raum. Diese spezifische physische Langsamkeit, die diener angeborenen Gelassenheit entsprach, faszinierte mich so stark, dass ich dich zuhause vorm Spiegel kopierte und in deine Bewegungen schlüpfte. Ich drehte meinen Kopf wie du, wenn man dich unvermittelt ansprach, führte ein Glas mit der dir eigenen Zeitverzögerung zum Mund und ließ dich schließlich meine Augen steuern, die unendlich bedächtig auf den Alltagsobjekten zur Ruhe kamen.
Dieses Nachahmungsritual praktizierte ich eine ganze Weile lang, bis ich eines Tages mitten in einer „deiner“ Gesten innehielt und in lautes Lachen ausbrach. Mit einem Mal wurde mir klar, dass es mir nicht um deine Position im Raum, sondern um viel Grundlegenderes, nämlich um deine einzigartige mentale Haltung zur Welt ging, der all dein körperliches Agieren entsprang.
Was uns einte, war grenzenloser Nonkonformismus, die Abneigung gegen jede Form von Autorität, Gängelung und Richtungsweisung. Aus heutiger Sicht betrachtet, kann ich uns beiden zudem ein gewisses Sendungsbewusstsein nicht absprechen. Aber während ich heißspornig, wie ich nun mal war, gegen jede Wand rannte, die sich mir von Ferne bot, agiertest du klug und listig. Als Meisterin von Strategie und Taktik hattest du aus meiner Sicht immer alles unter Kontrolle.
Ganz gleich, ob es um Mode, Politik oder Religion ging - du gabst in den hitzigsten Diskus-sionen immer zunächst deinen Kontrahenten Recht, schmiertest ihnen ordentliche Portionen Honig ums Maul, während du heimlich bereits den Todesstoß plantest. Wer sich mit dir streiten wollte, musste Zeit mitbringen, weil dein ausladender, diskursiver Stil stets auch die Grenzbereiche eines Themas einbezog. Dein Trick war es, die Argumente auf einem hohen erzähltechnischen Niveau zu transportieren. Sobald du aber bei deinem Gegenüber die erste kleine Ermüdungserscheinung bemerktest, schlugst du gnadenlos zu. Mit einem Wort: Du warst die Subversion in Person. Du infiltriertest eine Party, indem du in der Pelzmütze deiner Großmutter kurz auftauchtest, einen Likör kipptest und gleich darauf wieder verschwunden warst. Man konnte Wetten darauf abschließen, dass es am nächsten Tag im Städtchen vor halbwüchsigen Mädchen in Pelzmützen nur so wimmeln würde.
Leider währte die Zeit des weißen Kleides nicht lange, denn quasi über Nacht tauchtest du es ins Färbebad. Weißt du noch? Heraus kam ein Orange, das die Welt, zumindest unsere kleine, bis dahin nicht gesehen hatte. Deine Entscheidung, dir dazu ein tiefblaues Seidentuch breit um die Taille zu binden, machte die Verwirrung nicht nur in deinen mode-affinen Mädchenkreisen, sondern auch in meiner eher trendfernen Szene komplett. Im Café Bitter am Markt wurde ich einmal Zeuge deines Argumentationstalents, als Gitti Böttcher, die Speerspitze der gemäßigten femininen Hippiefraktion, dir riet, bezüglich der Farbwahl deines Outfits doch besser einen Facharzt für Augenheilkunde aufzusuchen. Du bliebst ganz ruhig, nipptest kurz an deinem Kakao und setztest zu Gittis Erstaunen zu einem längeren Referat über den deutschen Expressionismus und dessen komplexem Farbverständnis an. Gitti hörte dir mit offenem Mund zu, und ich ahnte bereits, dass du über Nolde, Macke und Kandinsky die Brücke zum Blauen Reiter schlagen würdest. Und so kam es dann auch: Während ich über dein profundes Wissen staunte, machte sich in Gittis Gesicht blankes Entsetzen breit, als du den Namen Fanz Marc erwähntest. Im Gegensatz zu mir war dir bekannt, dass Gitti gerade eine Facharbeit über Marcs berühmtes erstes blaues Pferd geschrieben hatte - und ich glaube, ihr schwante nun, dass du ihren Aufsatz zu einer schnöden Bildbeschreibung degradieren würdest.
Ich sehe dich vor mir, wie du unter dem Einsatz deines ganzen Körpers Marcs psychologische Sicht auf die Farben referierst. Beim Rot, nach Marc die schwere Materie, ziehst du mit deinen Händen einen imaginären Gesteinsbrocken in die Tiefe, beim weiblich-sanften Gelb umspielt ein kurzes Lächeln dein Gesicht, bevor du das traurige Violett mit einem furchterregend gebeugten Oberkörper illustrierst. Blitzschnell bist du wieder auf dem Posten, um Gitti, die diese winzige Sprechpause während deiner Körperaktion zu einem Gegenangriff nutzen will, zuvorzukommen. Franz Marc habe nicht nur gesagt, dass sich das Blau quasi wie selbstverständlich neben das Orange stelle, er habe sogar, und zwar sei das in einem Brief an August Macke im Jahre 1910 geschehen, diesen beiden Farben eine tiefe Liebesbeziehung zugesprochen. Das saß. Gitti wusste es, ich wusste es und dir war es von vornherein klar gewesen: Das orangene Kleid und das blaue Tuch würden fortan kein Thema mehr sein.
Ich denke, heute kann ich es dir sagen, dass ich deinen damaligen Vortrag trotz seiner bestechenden Rhetorik mehr für eine Demonstration deiner spontan entwickelten Dichtkunst denn für historisch gesichtertes Faktenwissen hielt. Umso erstaunter war ich, als ich viele Jahre später in einem Buch über Farbpsychologie deine Aussagen Wort für Wort bestätigt fand.
Obwohl mit dem Gespräch im Café Bitter das Thema eigentlich durch war, sah ich dich in der Folge nur noch selten in diesem Kleid. Es schien fast so, als hättest du nach dem Durchsetzen des Rechts, es zu tragen, jegliches Interesse daran verloren.
Es ist mir nie gelungen (und du hast nicht einen Satz zu mir darüber gesprochen), heraus-zufinden, was genau dich an diesem Kleid faszinierte. War es das Gewebe, die schreiende Farbe, die geschickte Taillierung? Oder war es mehr der Selbstausdruck, das Setzen eines Zeichens sowohl für dich als auch der Welt gegenüber, gepaart mit einem, wie ich heute weiß, tiefen Wissen um die Sprache der Farben? Wie auch immer, du trugst dieses Kleid bei unserer letzten Begegnung in der Eisdiele Venezia. Allerdings hattest du das blaue Tuch nun nicht um deine Hüften gebunden, sondern es dir nach Art der südländischen Frauen breit um die Schul-tern gelegt, was seine Dominanz noch steigerte. Sobald ich mir dieses Bild in Erinnerung rufe, gesellt sich wie von selbst ein anderes Zitat des Blauen Reiters hinzu: „Blau ist konzentrierte Bewegung“. Kaum ein anderes Bild beschreibt dein Wesen so treffend und prägnant: Ganz bei dir, zogst du wie ein rätselhafter Himmelskörper deine Bahnen, blitztest hin und wieder auf, legtest Spuren und kultiviertest ansonsten das Phänomen des konstruktiven Schweigens. Jenseits von Extravaganz und Extrovertiertheit hast du deine ganz eigene Dynamik gelebt und dabei niemandem (mich eingeschlossen) verraten, wo genau du deine Bezugs- und Orientie-rungspunkte verortest.
Und wenn ich jetzt beim Schreiben deinen Schuh betrachte, ist es dasselbe Rätsel wie damals, das dich umgibt, sind es dieselben Fragen und Gedanken, die mich in dieser für uns so typischen Mischung aus Nähe und Geheimnis innehalten lassen.
Was mache ich nun mit deinem Schuh? Völlig ausgeschlossen, ihn im Schuhschrank zu depo-nieren. Schwardtmann würde über kurz oder lang vollständig verrückt werden, wenn ich seine sensiblen Augen, die ihn (und in der Folge mich) gerade morgens beim kleinsten visuellen Hindernis leicht zur Agression treiben, tagtäglich mit deinem Schuh konfrontierte. Also wird er als Briefbeschwerer wohl erstmal auf meinem Schreibtisch stehen bleiben – ich werde dir berichten, was das auf die Dauer mit mir macht.
Das Leben hier verläuft auf eine angenehme Weise gleichförmig. Obwohl ich Schwardtmann, der sich übrigens seit seinem Lottogewinn mir, der Welt und sogar sich selbst gegenüber immer weiter öffnet, nicht missen möchte, bin ich doch froh, wochentags das Haus für mich allein zu haben, um in Ruhe schreiben zu können. Je nach Stimmung flüchte ich dann mit den Manuskripten aus meinem Arbeitszimmer im ersten Stock runter in den geräumigen Wohnraum, wo der Weg zu Kaffeemaschine und Kühlschrank kurz ist und die Verandatür den Blick auf den Garten freigibt. Mir kommt es inzwischen fast wie ein klösterliches Ritual vor, eine Kerze anzuzünden und bei dampfendem Kaffee über einen Text zu kontemplieren. Dabei ist im Laufe der Jahre Liebknechts zufriedenes Schnurren zu einem festen Bestandteil dieser Stille geworden, die ich so sehr liebe.
Ein Vorteil dieses statischen Alltags besteht ohne Zweifel darin, dass ich die Fluchten, vor allem die an den Wochenenden, viel intensiver erlebe. Wie diesen denkwürdigen Freitagabend Anfang Februar, da ich mit Leni im „Chez Lisette“ saß, nachdem wir den Van-Gogh-Film mit Kirk Douglas und Anthony Quinn gesehen hatten. Rick, der das „Eden“ nach der Insolvenz übernommen und lediglich den Schriftzug durch „Casablanca“ ersetzt hatte, war auf die Idee einer Retro-Reihe gekommen und zeigt neuerdings einmal pro Woche alte US-Schinken zum Sonderpreis. Die Tickets sind im Zehnerpack noch einmal verbilligt (O-Ton Leni: „Macht unterm Strich zwei Cognacs“), und so gingen mir die Argumente aus, als Leni mich fragte, ob ich sie künftig Donnerstags nicht begleiten wolle. Kannst du dich an Rick erinnern, Marie? Eigentlich heißt er Klaus-Bernd und war lange als Schausteller über Land gezogen, bis er eines nachts betrunken eins der Karussels startete und prompt aus einer Gondel stürzte. Ohne Job und mit einem steifen Bein ausgestattet, besann er sich, als das „Eden“ zum Verkauf stand, seiner Humphrey-Bogart-Leidenschaft und feilschte so lange, bis er den Laden schließlich zu einem Spottpreis bekam.
Niemand von uns hätte ihm länger als ein halbes Jahr bis zur Insolvenz gegeben, aber Rick, der über eine nicht zu unterschätzende Bauernschläue verfügt, brachte das Kino tatsächlich wieder hoch. Seine Strategie hatte er sich bei den Bäckern abgeschaut, die mit dem Slogan „Das Beste von gestern“ ihre Altware erfolgreich absetzen. So lässt er die halbe Stadt in die großen Kino-Paläste der Nachbarorte ziehen, um die neuesten Blockbuster zu sehen – wohl wissend, dass sie sich alle in seinen leicht angegammelten 60er-Jahre-Polster wiederfinden werden, wenn er die Streifen drei Monate später zum Schnäppchenpreis zeigt. Ich habe keine Ahnung, welche Marketing-Theorie er damit aushebelt, ich weiß nur, dass sein Kalkül nun schon seit Jahren aufgeht. Spaßeshalber habe ich mir den letzten „Harry Potter“ angesehn, den Rick fünf Monate nach Erscheinen mit dem ebenso simplen wie wahren Slogan „Neu bei uns“ promotete. Was soll ich sagen? Das Kino platzte aus allen Nähten, so als fände hier gerade die exklusive Europapremiere im Beisein der Autorin statt.
Rick hat sich allmählich vom Faktotum zur Kultfigur entwickelt - ein Prozess, den er nach Kräften selbst voranbringt. Ganz seinem großen Idol Bogart verpflichtet, tritt er nur in erlesener Garderobe auf die Straße: Lackschuhe, Nadelstreifenanzug, tadellose Krawatte und edler, ins Gesicht gezogener Hut. Lediglich die obligatorische Zigarette fehlt im Mundwinkel, seit er sich das Rauchen abgewöhnte. Diesen Makel macht er mit einem stets griffbereiten, gefalteten Exemplar der „New York Times“ wett, das, wenn er es gerade nicht in Händen halten kann, für jedermann sichtbar aus der Seitentasche seines Anzugs lugt. Im Internet hat er eine Quelle gefunden, die ihn alle zwei Wochen mit einer frischen Ausgabe versorgt, so ist er auch in dieser Angelegenheit, wie bei den Blockbustern, annähernd up to date.
Zu Ricks besonderem Stil gehört es, die Kinogäste, sobald sie aus dem Bauchladen mit Eis-konfekt und Popcorn eingedeckt wurden, persönlich zu begrüßen. Das Licht geht aus, der Vorhang schließt sich dramatisch, bevor er plötzlich im Licht eines vom Filmvorführer bedienten Spots auf der Bühne sichtbar wird. Da steht er nun und wedelt mit der New York Times, die andere Hand lässig in der Hosentasche und den Hut extra tief im Gesicht. Eine typische Rick-Moderation hört sich etwa so an:
„Hallo, ihr da unten.“ (Pause)
„War ’n verdammt langer Weg.“ (Pause)
(geht ein paar Schritte)
„Wenn ihr wüsstet…“ (lange Pause)
(schaut sich um)
„Schicker Laden hier, kann man nichts sagen. Besser als in Chicago.“
„Geht’s euch gut?“ (Publikum: „Ja“)
„Wie bitte?“ (Publikum lauter : „Ja“)
„Na also.“ (Pause)
“Dann woll’n wir mal. Here’s looking at you, kids.” (Applaus)
“Viel Spaß bei “Kevin – Allein gegen alle!“ (großer Applaus, Fußstampfen)
Damit verschwindet Rick hinter dem Vorhang. Nun muss der Filmvorführer ein paar Takte aus „As Time goes by“ einspielen, bis Rick mit seinem steifen Bein die rettende Hintertür erreicht hat und der Vorhang für den Hauptfilm wieder geöffnet werden kann.
Ricks Minimalismus ist an Authentizität kaum zu überbieten, was weniger mit seinem Schau-spieltalent als vielmehr mit den Rummelplätzen zu tun hat, auf denen man seine Sprache, seine Mimik und seine Gestik gründlich domestizierte. Das freilich wissen die Zuschauer nicht, sie feiern ihn wie einen Popstar, und es geht bereits das Gerücht, immer mehr Besucher kämen sogar aus dem Umland, um Rick zu erleben.
Da saß ich nun mit Leni im „Chez Lisette“. Immer mehr späte Gäste drängten nun an die rus-tikale Theke, während sich zwischen uns im Nachgang des eben gesehenen Films ein Ge-spräch über van Gogh, die Rolle seines Bruders und die seines Arztes Gachet entspann. Wir hatten uns wie immer für einen ruhigen Tisch im hinteren Teil des Raums entschieden, Kaffee mit Cognac bestellt und lauschten nun unseren Stimmen, die sanft und gedämpft im Abend angekommen waren.
„Weißt du“, sagte Leni, „ich glaube nicht, dass van Gogh verrückt war – vielleicht war er ein bisschen durch den Wind.“
„Ein bisschen durch den Wind nennst du das? Er hat sich das Ohr abgeschnitten, sowas macht man nicht mal eben zwischen Hauptgang und Dessert.“
„Es ist längst nicht erwiesen, ob es eine Selbstverstümmelung war. Könnte auch Gauguin gewesen sein.“
„Davon hab ich gehört“, sagte ich. „Aber du stimmst mir doch zu, dass da irgendwas aus den Fugen geraten war?“
Leni griff nach ihrer Zigarettenschachtel, die sie hochkant zwischen Kaffeetasse und Cognac-Schwenker aufgebaut hatte. „Okay, Cowboy, bei uns allen gerät statistisch gesehen mal was aus den Fugen. Ist man deshalb gleich geisteskrank? Mag sein, dass er es mit einer gepflegten Depression zu tun hatte und auch ansonsten ein bisschen absonderlich war – aber mal ehrlich: ihr Künstler seid doch alle ein bisschen schräge.“
„Schräge?“ gab ich zurück. “Ich doch nicht.“
„Siehst du“, sagte sie und lachte kurz auf. „Du merkst es nichtmal. Van Gogh hat von seinen Ölfarben genascht und bei dir bekommt man nichts zu essen, wenn man zum Tee eingeladen ist. Der Unterschied im Schrägheitsgrad erscheint mir sehr marginal.“
Ich hätte es mir denken können, dass Leni diese schon viele Jahre zurückliegende Begebenheit früher oder später aufwärmen würde. „Wo ist das Problem?“ fragte ich. „Wir waren zum Tee verabredet und du konfrontiertest mich gleich im dritten Satz mit einem Mangel: deinem Hunger. Wenn ich zum Tee verabredet bin, esse ich entweder vorher oder nachher – oder ich verabrede mich schon im Vorfeld besser gleich zum Essen, dann kann ich sicher sein, dass der Gastgeber Entsprechendes bereit hält. Und den Tee gibt’s nachher noch dazu.“
„Ich sag’s doch“, feixte sie zurück. „Eine völlig schräge und verquere Haltung. Wie soll man es sonst nennen: übertriebene Pedanterie, hohle Prinzipienreiterei? Zumindest erfüllt es den Tatbestand fortgeschrittenen Eigensinns, das kannst du nicht abstreiten. Dabei wäre ich mit einer Tasse Bouillon und einem Stück Brot vollständig glücklich gewesen.“
„Pah – Bouillon und Brot!“ brummte ich. „Gegessen wird mit Stil und nach Ansage. Wir sind schließlich nicht im Hause van Gogh.“
„Im Hause van Gogh hätte ich sicher warme Kartoffeln bekommen!“
„Dann hättest du aber auch mit diesen gruseligen Gestalten am Tisch sitzen müssen.“
„So gruselig sind die Kartoffelesser gar nicht“, sagte sie. „Ich hab mir das Gemälde aus der Nähe angeschaut. Es sind halt Bauern nach ’nem langen Arbeitstag.“
„Du hast echte van Goghs gesehen?“
„Ja, in Otterlo bei Arnheim. Bin sogar mehrmals hingefahren, um zu erkunden, ob es Anzeichen von Wahnsinn in den Bildern gibt.“
„Und? Hast du was finden können?“
„Nicht die Spur“, sagte sie. „Hab selten was Gesünderes und Schöneres gesehen. Van Gogh hatte diese besondere Verbindung zwischen Auge und Herz. Sicher war er extrem, und ich gebe zu, der Grat zwischen Wahn und Vision ist manchmal schmal. Aber man sucht sich die Steine eben nicht aus, wenn man neue Wege gehen will oder gehen muss. Verglichen mit ihm lebten die meisten Impressionisten wohl entspannt.“
„Apropos Impressionisten“, nahm ich das Sichwort auf. „In Bielefeld werden die deutschen Impressionisten gezeigt. Es sind ne Menge guter Nobodys dabei.“
Leni zündete nun die Zigarette an, die sie seit dem Beginn des Gesprächs in der Hand gehalten hatte. „Ja, ich las darüber in du rätst nicht welcher Zeitung. Eigentlich will ich dich seit Wochen fragen, ob du mich begleiten magst. Ein Trip nach Bielefeld könnte lustig werden.“
Liebe Marie, hier muss ich abbrechen, gerade ging das Telefon. Schwardtmann bittet mich, den Zustand seines schwarzen Rollkragenpullovers zu prüfen, weil er (man fasst es nicht!), heute Abend seinen ersten öffentlichen Auftritt als Dichter bestreiten will. Schwardtmann, nach eigenem Bekunden „einer der letzten Misanthropen auf Gottes schöner Erde“, hat sich doch tatsächlich zu einem Poetry Slam angemeldet! Mein Gefühl sagt mir, dass dieses Vorhaben in einem Fiasko enden wird, und auch seine neueste Idee, dort im endzeitschwarzen Existentialisten-Outfit aufzutreten, wird daran nichts ändern.
Ich werde dir im nächsten Brief ausführlich über alle Peinlichkeiten berichten, sofern ich nicht bereits ob all der Scham das Land verlassen habe, um als schreibender Nomade in deinen Fußstapfen zu wandeln…
Sei gut zu dir!
*Dirk*
Weiterführende Links:
Van Goghs „Kartoffelesser“ im Kröller-Müller Museum, Otterlo (NL)
Lesen Sie auch:
Schwardtmanns Poesie-Rezepte http://blog.mioch.net/?cat=35
Download aktueller Brief an Marie vom 01.03.2010 als pdf-Datei: Dirk Schulte - Brief an Marie -01.03.2010
Download früherer Briefe an Marie als pdf-Datei: Dirk Schulte - Brief an Marie - 27.07.2009
Download früherer Briefe an Marie als pdf-Datei: Dirk Schulte - Brief an Marie - 13.09.2009
Download aller bisher erschienenen Briefe an Marie als pdf-Datei: Dirk Schulte - Briefe an Marie - Archiv - Stand 01.03.2010
© Dirk Schulte, 2010 Nachdruck, auch auszugsweise, gerne, aber nur nach vorheriger
Genehmigung durch den Autor.
Kontakt: briefe-an-marie@dirk-schulte.net
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15.2.2010 von Peter Mioch.
Das niederländische Metropol Orchester ist mit seinem vielseitigen Repertoire aus Jazz und Pop, Weltmusik, Filmmusik und Entertainment das größte professionelle Orchester der Welt.
Mit diesem breiten Angebot spielt das Orchester auf den meisten Bühnen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in den Niederlanden und ist außerdem regelmäßig zu Gast auf dem North Sea Festival, The Hague Festival und dem Holland Festival. Auch die stark wachsende niederländische Filmindustrie fordet das Metropol Orchester regelmäßig für ihre Produktionen an.
Seit 2005 ist der viermalige Grammy Gewinner Vince Mendoza Chefdirigent des Orchesters. Die Qualität und die Vielseitigkeit des Metropol Orchesters wird durch die farbenprächtige Schar Solisten dokumentiert, die die Bühne unter anderen mit dem Orchester teilten: Oleta Adams, Vicente Amigo, Antony & The Johnsons, Within Temptation, Andrea Bocelli, Joe Cocker, Elvis Costello, Eddie Daniels, Brian Eno, Ella Fitzgerald, Stan Getz, Astrud Gilberto, Dizzy Gillespie, Herbie Hancock, Hank Jones, Chaka Khan, Pat Metheny, Ivan Lins, Mike Patton, Paquito D’Rivera, John Scofield, The Swingle Singers, Jean ‘Toots’ Thielemans, Gino Vannelli, Steve Vai, Sarah Vaughan, Nancy Wilson, Dino Saluzzi, Trijntje Oosterhuis, der legendäre türkische Sänger Sezen Aksu und Fado-Königin Mariza.
Aus der Zusammenarbeit mit dem brasilianischen Singer/Songwriter Ivan Lins ist ein im August 2009 herausgebrachtes Album entstanden: Ivan Lins & The Metropole Orchestra. Dieses Album wurde mit dem Latin Grammy als “Best Brasilian Album” ausgezeichnet. Unter der Leitung von Vince Mendoza spielt das Metropol Orchester auf diesem Album die erfolgreichsten Lieder von Ivan Lins, überwiegend mit Arrangements von Mendoza.
©Foto: Metropole Orkest
Geschichte des Orchesters
1945-1980
Das Metropol Orchester wurde 1945 von Dolf van der Linden gegründet und stand sofort im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Dolf van der Linden hatte den Auftrag erhalten, ein Radioensemble zu formieren, das Jazz und Pop auf hohem Niveau spielen konnte. Er mobilisierte Musiker in ganz Europa und entwickelte ein frisches und provokantes musikalisches Konzept, das nach den kulturarmen Kriegsjahren warm aufgenommen wurde. 35 Jahre lang leitete Dolf van der Linden das Orchester und führte es von Erfolg zu Erfolg. Über das Radio und in den späteren Jahren auch über das Fernsehen, wurden der Name und der Ruf des Metropol Orchesters verbreitet. Internationale Tourneen und Aufnahmen der European Broadcasting Union (EBU) brachten das Metropol Orchester zahlreichen Hörern in der ganzen Welt näher. Das größte Verdienst von Dolf van der Linden für das Metropol Orchester war, dass er dem Orchester eine unverwechselbare Identität verlieh, das Orchester an seinen unterschiedlichen musikalischen Stilen wachsen ließ und technische Innovationen stimulierte.
1980-1991
Der junge, energische Dirigent Rogier van Otterloo, Sohn des berühmten klassischen Meisters Willem van Otterloo, folgte auf Dolf van der Linden als künstlerischer Manager und Chefdirigent. Die Begeisterung von Rogier van Otterloo wirkte ansteckend auf das Metropol Orchester, das sich unter seiner Leitung besonders in den leichteren Genres profilierte. Das Metropol Orchester durfte mit ihm über eine doppelte Rhytmussektion verfügen: eine für Popmusik und eine für Jazz- und Weltmusik. Van Otterloo machte auch in zunehmendem Maße als Komponist und Arrangeur auf sich aufmerksam. Das Metropol Orchester übte eine Anziehungskraft auf Starsolisten des amerikanischen Jazz bis hin zu Operndiven aus und lieferte einen wichtigen Beitrag für die stark wachsende europäische Jazzszene.
Ab 1991
Als Dick Bakker dann kam, bedeutete das wieder eine neue Wende in der Geschichte des Metropol Orchesters. Das Orchester trat in großangelegten TV-Produktionen sowohl in Hilversum als auch außerhalb von Hilversum auf. Als denkwürdig sind hier das Akropolis-Konzert mit George Dalaris und Mikis Theordorakis in Griechenland und Konzerte im Amsterdamer Rockpalast Paradiso zu nennen. Das Orchester zog in ein neues, modernes Studio um und wirkte an Aufnahmen für Radio, Fernsehen, CD- und Filmmusik mit. Diese Aufnahmen zeichneten sich durch eine große Vielseitigkeit und Unterschiedlichkeit aus.
1995 begann die Zusammenarbeit mit Vince Mendoza. Anfangs bewegten sich Mendoza und das Metropol Orchester überwiegend auf dem Gebiet des Jazz, unter anderem mit eigenen Arbeiten von Mendoza. In der Folgezeit arbeitete das Metropol Orchester auf der Bühne und im Studio zusehens mit großen Stars aus der Welt des Jazz und Pop zusammen. In den vergangenen Jahren bot sich eine neue Generation von Komponisten und Arrangeuren an, die für den zeitgenössischen Klang des Orchesters stehen.
Im Jahre 2005 wurde Mendoza zum Chefdirigenten ernannt. Er führt die Mission des Orchesters weiter und überwacht das hohe Qualitätsniveau mit dem das Publikum so vertraut ist. Das Metropol Orchester gibt durchschnittlich pro Saison vierzig Konzerte in den Niederlanden und außerhalb der Niederlande.
Internationale Solisten
Das Metropol Orchester kann auf die Zusammenarbeit mit berühmten Solisten zurückblicken. Ein Line-up in alphabetischer Reihenfolge: Oleta Adams, Sezen Aksu, Antony & The Johnsons, Charles Aznavour, Burt Bacharach, Victor Bailey, Kenny Barron, Shirley Bassey, Jeff Beal, Jim Beard, Tony Bennett, Andrea Bocelli, Terry Bozzio, Michael Brecker, Randy Brecker, Ray Brown, Patrick Bruel, John Cale, Amit Chatterjee, Chico Cesar, Joe Cocker, Natalie Cole, Pete und Conte Condoli, Elvis Costello, The Creatures, Pete Christlieb, Ronnie Cuber, Eddie Daniels, Manu Dibango, Céline Dion, Eva de Dios, George Duke, Brian Eno, Sertab Erener, Peter Erskine, Bill Evans, Clare Fischer, Ella Fitzgerald, Tommy Flanagan, Bruce Fowler, Art Garfunkel, Gloria Gaynor, Stan Getz, Astrud Gilberto, Dizzy Gillespie, Herbie Hancock, Roy Hargrove, Tom Harrel, Conrad Herwig, Roger Hodgson, Shirley Horn, Freddie Hubbard, Al Jarreau, Ingrid Jensen, Hank Jones, Junkie XL, Mike Keneally, Nancy King, The King’s Singers, Lee Konitz, K’s Choice, Hubert Laws, Ivan Lins, Joe Lovano, Vera Lynn, Kevin Mahagony, Bob Malach, Mariza, Andy Martin, Nancy Marano, Dina Medina, Daniel Mendez, Pat Metheny, Bob Mintzer, Mark Murphy, Andy Narell, Daniel Navarro, Silje Nergaard, Peter Nero, Ed Neumeister, The New York Voices, Trijntje Oosterhuis, Alan Parsons, Mike Patton, Bill Perkins, Oscar Peterson, Fabia Rebodao, Diane Reeves, Paquito D’Rivera, Frank Rosselino, John Scofield, Zoot Sims, Sister Sledge, Mike Stern, The Supremes, The Swingle Singers, Lew Tabackin, Within Temptation, Clark Terry, Jean ‘Toots’ Thielemans, Tulug Tirpan, Mel Tormé, Rafael de Utrera, Steve Vai, Gino Vannelli, Sarah Vaughan, Harvey Wainapel, Dionne Warwick, Kenny Werner, Andy Williams, Nancy Wilson, The Yellowjackets und Karim Ziad.
Internationale Komponisten, Arrangeure und Dirigenten
Michael Abene, John Adams, Manny Albam, Jeff Beal, Bob Brookmeyer, Dori Caymmi, John Clayton, Michel Colombier, Bill Dobbins, Clare Fisher, Steve Gray, Tom Harrell, Peter Herbolzheimer, Bill Holman, Chuck Israels, Jim McNeely, Vince Mendoza, Bob Mintzer, Ennio Morricone, Ed Neumeister, Chuck Owen, Gunther Schuller und Maria Schneider.
Metropole Orkest Januar 2008 ©Foto: Simon van Boxtel
Dirigenten des Metropol Orchesters
Vince Mendoza
Vierfacher Grammy Award Gewinner Vince Mendoza ist seit 20 Jahren als Komponist und Dirigent in vorderster Reihe der Jazz und zeitgenössischen Musikwelt aktiv. Er wirkte an vielen Studioaufnahmen mit, hat zahllose Stücke und Arrangements für Big Band geschrieben und komponierte für unterschiedliche Besetzungen von Kammermusik bis Symphonieorchester. Seine Jazzkompositionen werden von den zur Zeit tonangebenden Instrumentalisten und Sängern gespielt und gesungen.
Soloalben
Seine frühen Soloalben auf Blue Note Records - Start Here und Instructions Inside - waren sehr erfolgreich. Er arbeitete auf diesen Alben mit Künstlern, wie John Scofield, Joe Lovano, Ralph Towner, Bob Mintzer, Randy Brecker, Peter Erskine und anderen, zusammen. Start Here wurde zu einem von den ‘Top Picks’ vom Jazziz Magazine ausgewählt; Mendoza wurde von Kritikern des Swing Journal Japan zum ‘Best Composer/Arranger’ ausgerufen. Auf der CD Epiphany werden Mendozas Kompositionen vom London Symphony Orchestra ausgeführt. Seine CD Blauklang mit Kammermusik, wurde für einen Grammy Award nominiert. Nach “All about Jazz” bereichert Mendoza das populäre Idiom mit einem gewagten Mix an abstraktem Impressionismus, Romantik und anderen unorthodoxen Elementen, mit denen er sich nahtlos hinter Gil Evans einreiht.
Mendoza und das Metropol Orchester
Mendozas Zusammenarbeit mit dem Metropol Orchester begann 1995. Im November 2005 wurde Vince Mendoza zum Chefdirigenten ernannt. Er dirigierte nicht nur das Orchester in Konzerten, auf Festivals und bei Studioaufnahmen, sondern schrieb auch Arrangements und lud renomierte Solisten ein. Erwähnenswert ist die Zusammenarbeit in den vergangenen Saisons mit unter anderen Elvis Costello, Herbie Hancock, The Brecker Brothers, Silje Nergaard und Ivan Lins.
Grammy Awards
Mendoza empfing 4 Grammies und wurde 16 Mal für einen Grammy nominiert. Seine Arrangements sind auf ganz vielen außerordentlichen Produktionen erschienen, mit so berühmten Singer/Songwritern wie Björk, Chaka Khan, Al Jarreau, Bobby McFerrin und Joni Mitchell. Im Februar 2008 wurde ihm sein vierter Grammy Award für sein Arrangement von Joe Zawinuls “In A Silent Way” (Best Instrumental Arrangement) überreicht.
2007 bekam “Some Skunk Funk” mit Randy Brecker und die WDR Big Band Köln einen Grammy für das “Best Large Jazz Ensemble Album”. Mendoza empfing 2001 den Grammy für “Best Instrumental Arangement Accompanying Vocalist” für sein Arrangement von Joni Mitchells “Both Sides Now” und nochmals 2004 für das Lied “Woodstock” von Mitchells letztem Studioalbum “Travelogue“. Das Album Ivan Lins & The Metropole Orchestra, das im August 2009 herausgebracht wurde, ist mit dem Latin Grammy ‘Best Brasilian Album’ gekrönt worden. Unter Leitung von Vince Mendoza spielte das Metropolorchester hierauf Erfolgslieder von Ivan Lins, in überwiegenden Arrangements von Mendoza. Mendoza schrieb für klassische Ensembles genauso wie für Jazz- und Popgruppen die Kompositionen und Arrangements. Darunter waren Sting, the Yellowjackets, Al DiMeola, Gino Vanelli, Joe Zawinul, Mike Stern, Melody Gardot, het Turtle Island String Quartet, het Debussy Trio, het L.A. Guitar Quartet, Berliner Philharmoniker, Los Angeles Philharmonic, BBC Philharmonic und natürlich das Metropolorchester. Seine Musik erklang auf dem Berlin Jazz Festival, dem Montreux Jazzfestival, dem North Sea Jazz Festival und auf Konzertbühnen in Europa, Japan und Skandinavien.
Jules Buckley
Komponist, Arrangeur, Orchestrator und Dirigent Jules Buckley hat sich in den vergangenen Jahren als musikalischer Pionier manifestiert, der die Grenzen zwischen den zeitgenössischen Genres verschiebt. Ab der Saison 2008/2009 ist er als fester Dirigent mit dem Metropol Orchester verbunden.
Jules Buckley, in London geboren, studierte zuerst Jazztrompete bevor er definitiv zum Komponieren wechselte. Sein Lehrer war Julian Philips an der Guildhall School of Music in London. Als er sein Studium 2004 beendete, bekam er den Chairman’s Prize for Outstanding Musicianship verliehen. Buckley setzte seine Studien am (Ende 2006 aufgelösten) Henry Mancini Institute in Los Angeles fort. Danach bot ihm die Guildhall School ein Stipendium an, um Komponieren weiter zu studieren.
2004 baute Jules Buckley The Heritage Orchestra auf, ein 45-köpfiges Kammerorchester, das sich ausschließlich dem Spiel von abenteuerlicher zeitgenössischer Musik widmete. Buckleys Arbeiten wurden von verschiedenen Ensembles unter anderem auf dem Montreux Jazz Festival, dem London Jazz Festival und dem Henry Mancini Institute ausgeführt. Er arbeitete mit einer Anzahl von wichtigen Musikern zusammen, darunter sind der brasilianische Produzent und Arrangeur Eumir Deodato, Dwight Trible, Jazzsänger und Multiinstrumentalist Jose James, Schlagzeuger Airto Moreira, DJ Amon Tobin, Saxofonist Chris Bowden, Natalie Williams und Brian Eno.
Jules Buckley schrieb Kompositionen für unterschiedliche Besetzungen. Darunter sind Streichquartett, Bigband und Symphonieorchester. Auch für Theaterproduktionen schrieb er Kompositionen, darunter für Gompers, References To Salvador Dali und Hello Dad!. Als Dirigent, Komponist und/oder Arrangeur war er, außer bei The Heritage Orchestra unter anderem auch aktiv für das Tom Richards Jazz Orchestra, das Guildhall Symphonic Wind Ensemble, Arctic Monkeys, Dylan Howe, Kirk DiGiorgio, Gonzalo Rubacalba, J-Wave 15 Japan, The 747’s, Terence Blanchard, den Kapverdischen Musiker Bana, Gil Semedo, Dina Medina und Grace Evora, Andy Sheppard’s Saxophone Massive, Fernando Lameirinhas und Stef Bos.
Erfolgreiche Konzerte seiner Karriere mit dem Metropol Orchester waren die mit Within Temptation, Barry Hay und dem argentinischen Pianisten Pablo Ziegler.
Als Quelle zum Beitrag über das Metropol Orchester diente mir die Internetseite des Orchesters.
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10.2.2010 von Peter Mioch.
Im letzten Jahr feierte der niederländische öffentlich-rechtliche christliche Radio- und Fernsehsender NCRV (Nederlandse Christelijke Radio Vereniging) sein 85-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass bat der Sender den niederländischen Singer/Songwriter Stef Bos, zwölf Personen aus der Bibel auszuwählen und jeweils ein Lied über diese Personen zu schreiben.
Stef Bos über dieses Projekt:
“Die Bibel ist das Buch mit dem ich groß geworden bin. Ich hatte als Kind eine lebhafte Vorstellung von Personen wie dem Propheten Elias und dem Apostel Petrus. Diese Fantasie holte ich für dieses Projekt wieder zum Vorschein.
Ich wollte losgelöst von Glauben, Kirche und Dogma zwölf biblische Figuren aus dem Kontext des Buches herausholen. Dadurch erscheinen sie in einem anderen Licht und sie werden zu Menschen in unserer heutigen Zeit.” Quelle: NCRV blog: In een ander licht
Für dieses Projekt wurde eigens ein Internettagebuch eingerichtet. Man konnte also verfolgen, wie das Projekt Form annahm. Diese Internetseite http://ineenanderlicht.ncrv.nl/ ist nach wie vor online und bietet mit vielen persönlichen Eindrücken und Erläuterungen von Stef Bos einen guten Überblick über die einzelnen Entwicklungsphasen.
Ein Höhepunkt, auf das das Projekt zusteuerte, war ein Konzert mit allen Beteiligten am 19. Dezember 2009 im Koninklijke Wegenerzaal Schouwburg Orpheus in Apeldoorn. Dieses Konzert war schnell ausverkauft und wurde vom NCRV für das Fernsehen aufgezeichnet. Unter folgendem Link ist die Aufzeichnung des Konzertes Online abrufbar In een ander licht .
Neben diesem Konzert wurde das Projekt durch eine Reihe von Fernsehsendungen begleitet, in denen die einzelnen Lieder, die entstanden sind, vorgestellt wurden. In diesen Sendungen kommentierte Stef Bos auch einzelne Lieder (Schepper & Co, Volgspot).
Ein weiteres wichtiges Ergebnis der Arbeit an dem Projekt ”In een ander licht” war die Entstehung und Veröffentlichung einer CD mit dem gleichnamigen Titel. Anfang September 2009 begann Stef Bos zusammen mit dem Metropol Orchester unter Leitung von James Buckley mit den Aufnahmen für diese CD. Neben Stef Bos und dem Orchester waren drei weitere Künstler beteiligt, die auch auf der CD zu hören sind. Der niederländische Singer/Songwriter Frank Boeijen singt zusammen mit Stef Bos das “Lied des Predigers”. Die flämische Sängerin Jackobond singt das “Lied von Maria Magdalena” und der in den Niederlanden lebende portugiesische Fado-Sänger Fernando Lameirinhas singt das “Lied von Noah”.
Entstanden ist eine CD, die ihre Zuhörer einen Spannungsbogen erfahren lässt, den es so vorher noch nie gab. Eine CD die musikalisch überzeugt und dazu auch noch schön anzusehen ist. Das ist den Entwürfen und Illustrationen der südafrikanischen Künstlerin Varenka Paschke zu danken, mit denen das Booklet gestaltet wurde.
Im folgenden habe ich den Text zum Booklet frei übersetzt. Das soll eine Einladung sein, sich dieses musikalische Meisterwerk aus den Niederlanden anzuhören und anzuschaffen; vielleicht auch genauso zu genießen wie ich. Eine Einladung auch an alle, die zwar des Niederländischen nicht mächtig sind, aber die die in Musik eingepackten Botschaften hautnah erleben wollen und dazu begleitende Informationen suchen.
1. Lied van Lot - Ruines en Spoken (Lied von Lot - Ruinen und Geister)
Bring dich in Sicherheit, es geht um dein Leben. Sieh dich nicht um und bleib in der ganzen Gegend nicht stehen! Rette dich ins Gebirge, sonst wirst du auch weggerafft. Genesis 19, 17
Lot - Er macht sich mit seinem Onkel Abraham auf die Reise in das Land, in das Gott sie hinführen wird. Sie werden zusammen reich. Sie haben irgendwann so viel Vieh, dass das Land für beide nicht reicht. Ihre Wege trennen sich. Lot zieht in die Gegend von Sodom und lässt sich dort nieder. In dieser Stadt und in Gomorrha leben die Menschen nicht in Übereinstimmung mit Gott. Darum beschließt Gott Sodom und Gomorrha zu räumen. Gott hält sein Versprechen gegenüber Abraham, Lot hat genug Zeit um der totalen Vernichtung zu entgehen. Er schaut sich während seiner Flucht nicht um, seine Frau schon. Die Bibel erzählt die Geschichte von Lot in Genesis 11, 13, 14 und 19.
Stef Bos: Erst wollte ich die Frau von Lot als Ausgangspunkt wählen. In einem zweiten Gedanken dachte ich daran, dass Lot auch die Versuchung gekannt haben muss, sich um zu sehen. Dadurch wurde er für mich interessanter. Die Versuchung, an dem was war festzuhalten und den Kampf sich nicht umzudrehen, obwohl du das eigentlich willst. Es ist nur ein Augenblick im Leben. Angst vor dem was vor dir liegt und nichts lieber tun wollen als zurück zu gehen in die Sicherheit, die einem vertraut ist. Ich habe versucht so eine Persönlichkeit in ein Lied einzufangen; genau in dem Moment, in dem sie mit sich kämpft.
2. Lied van God - Wat ik niet ben (Lied von Gott - Was ich nicht bin)
”Ich bin, der ich bin” Exodus 3:14
Stef Bos: Gott. Schon als Kind war er für mich viel greifbarer als man von mir erwartete zu denken. Die ultimative menschliche Projektion in all seine Grausamkeit und Übermacht. Ich glaube überhaupt nicht an ein Überwesen, dass sich selbst als jemand sieht, der angebetet werden will. Das ist ein viel zu menschliches Bedürfnis…wenn es so etwas wie einen Gott gibt, ist er erhaben über diese Art von Narzißmus. Ein Wesen mit Gefühl für Humor muss es sein, dass seine Gefolgsleute immer wieder aus der Fassung bringt. Am Anfang von Ecce Homo erklärt Nietzsche, dass diejenigen, die meinen ihn ergründen zu können, nichts verstehen. Das ist ein guter Anfang, um sich einem Wesen wie Gott zu nähern…es hält uns davon ab, ihn vor unseren infantilen Karren zu spannen…
3. Lied van Ruth - My Land is jou Land (Lied von Ruth - Mein Land ist Dein Land)
Dränge mich nicht, dich zu verlassen und umzukehren. Wohin du gehst, dahin gehe auch ich, und wo du bleibst, da bleibe auch ich. Dein Volk ist mein Volk und dein Gott ist mein Gott. Ruth 1,16
Weil eine Hungersnot ihr Land heimsucht, zieht Naomi mit ihrem Mann und ihren Söhnen aus Juda in das Nachbarland Moab. Die Söhne heiraten moabitische Frauen, Orpa und Ruth. Zehn Jahre vergehen und die drei Männer sind gestorben. Drei kinderlose Witwen bleiben zurück. Die tief enttäuschte Naomi kehrt nach Juda zurück. Ihre beiden Schwiegertöchter gehen mit. Auf dem Weg dorthin drängt Naomi die Schwiegertöchter umzukehren. Orpa nimmt Abschied. Ruth sträubt sich dagegen, Naomi los zu lassen. Wo du hingehst, werde auch ich hingehen. Sie geht mit ihr mit. Einem unsicheren Schicksal entgegen.
Stef Bos: Die Idee, Ruth als Ausgangspunkt für ein Lied auszuwählen, entstand in Südafrika. Ich kam mit einer Freundin über dieses Projekt ins Gespräch und fragte sie nach ihrer bevorzugten Bibelfigur. “Ruth” war ihre Antwort und sie zitierte sofort die Bibel: Mein Land ist auch Dein Land. Mein Volk ist Dein Volk. Das Gespräch kreiste ein halbes Jahr in meinem Kopf herum.
Ruth ist das Lied des Fremden der sich an alle Eventualitäten anpassen will, denn er wird relativ gesehen immer ein Außenseiter bleiben und das Gefühl kenne ich, seitdem ich in Belgien wohne. Ich fand ihre völlige Hingabe in der Geschichte so schön, daraus musste ein Lied entstehen. Vielleicht weil ich die wirkliche Bedeutung zuerst in Südafrika hörte, fand ich, das es auch in dieser Sprache gesungen werden mußte. Schon allein deshalb, weil Südafrika mein drittes Heimatland ist.
4. Lied van Lea - Wat doe ik hier nog (Lied von Lea - Was mach ich hier noch)
Die Augen Leas waren matt, Rahel aber war schön von Gestalt und hatte ein schönes Gesicht. Genesis 29,17
Jakob möchte gerne die attraktive Rahel heiraten. Er muss sieben Jahre für ihren Vater arbeiten, um sie zur Frau nehmen zu dürfen. Dann sorgt Laban, der Vater von den Schwestern Lea und Rahel für ein gewaltiges Hochzeitsfest. Abends wird die Braut mit einem Schleier hereingebracht. Jakob schläft mit ihr. Am folgenden Morgen folgt die Ernüchterung. Nicht die schöne Rahel, sondern die blasse Lea ist seine Frau geworden. Er wurde betrogen. Laban versteckt sich hinter den Sitten des Landes, gibt Jakob aber eine zweite Change. Wenn er nochmal sieben Jahre für den Vater arbeitet, darf er nach dem Fest auch Rahel heiraten. Jakob geht darauf aus Liebe zu Rahel ein. Die Geschichte steht in Genesis 29 und 30.
Stef Bos: Beim Wiederlesen der Geschichte von Jakob stieß ich auf Lea. Jakob…bestimmt nicht meine Vorstellung von einem Helden. Er verschaukelt erst seinen Bruder Esau, den ich als Kind viel sympatischer fand und bekommt dann glücklicherweise ein Stück vom eigenen Kuchen ab. Von seinem Onkel Laban wird ihm die hübsche Tochter Rahel versprochen, wenn er sieben Jahre hart für ihn arbeitet. Nach der Heirat entdeckt er dann, das er die häßliche Tochter Lea bekommen hat. Als ich das las, hielt ich bei Lea inne, die an einen Mann verheiratet wurde, der sie nicht wollte. Ein Mann, der ihre Schwester begehrte und sie später auch noch bekam. Was muss Lea gefühlt haben, als zweitrangige Ehefrau, die zwar gut genug war um Jakob Kinder zu gebähren aber niemals gut genug für seine Liebe.
5. Lied van Prediker - Alles is Lucht (met Frank Boeijen) (Lied des Predigers - Alles ist Luft, mit Frank Boeijen)
Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vornehmen unter dem Himmel hat seine Stunde. Prediger 3,1
Poesie in der Bibel. Buch der Weisheit. Zwölf Kapitel lang. Verfasser unbekannt. Oder ist es doch Salomon, der weise König, der Sohn von David? Das jedenfalls suggeriert der Titel. Aber wahrscheinlich ist das eine klassische Handhabung um dem Buch Gewicht zu verleihen.
Es ist ein Buch von Luft und Leere. Ein Buch über die Unzulänglichkeit des menschlichen Wissens und der Unergründbarkeit von Gott. Im Laufe der Zeit und des Kreislaufs der Natur. Alles hat seine Zeit.
Derselbe Prediger war nicht allein weise, sondern lehrte auch das Volk gute Lehre und merkte und forschte und stellte viel Sprüche. Prediger 12, 9
Stef Bos: Wahrscheinlich zusammen mit Hiob eines der philosophischten Bücher in der Bibel. Sehr taoistisch in seinem Denken, weil sich der Dualismus von Gut und Böse ständig verschiebt. Der Prediger legt sich nicht fest. Erklärt alles zu Luft und Leere aber führt uns auch in die Richtung des Genusses. Eine Art von Existentialist der uns nicht mutlos macht, weil er nur das Sinnlose betont. Ein Buch, mit dem ein dogmatischer Denker nichts anfangen kann. Denn es gibt ihm wenig Anknüpfungspunkte um andere zu verurteilen und den Teufel anzutun. Deshalb ein Mann der mir gefällt…wer er auch gewesen sein mag.
6. Lied van Job - Nulpunt (Lied von Hiob - Nullpunkt)
Es begab sich aber auf einen Tag, da die Kinder Gottes kamen und vor den Herrn traten, kam der Satan auch unter ihnen. Hiob 1,6
Ein frommer und rechtschaffender Mensch. Bekannt durch das gleichnamige Buch der Bibel. Nach der Geschichte gibt Gott dem Teufel die Erlaubnis Hiob auf die Probe zu stellen. Alles wird ihm genommen. Er verliert Vieh, Knechte und Kinder. Krank von dem Elend sitzt er in seinem eigenen Dreck und kratzt sich Wunden in die Haut. Er verflucht den Tag als er geboren wurde. Aber Satan verliert. Hiob beugt sich vor Gott. Gott gibt Hiob alles doppelt zurück und segnet ihn.
Stef Bos: Wer niemals im Nichts war ist nie irgendwo gewesen. Hiob. Der Mensch als Einsatz in einem Spiel zwischen Gott und dem Teufel. Derjenige der alles verliert und sich von Grund auf wiederfinden und neu definieren muss. Was ist das für ein wundervolles Buch in dem fortwährend philosophische Dialoge über das Leben und das Schicksal stattfinden. Sartre avant la lettre. Wollte etwas tun mit dem Menschen dessen nackte Existenz seines Leben zum Vorschein kommt, in der er die Essenz seines Lebens findet für einen Neubeginn. Der Phönix der aus der Asche emporstieg…der erst ein Niemand sein muss um jemand zu werden.
7. Lied van Noach - De Ark (met Fernando Lameirinhas) (Lied von Noah - Die Arche, mit Fernando Lameirinhas)
Da gedachte Gott an Noah und an alle Tiere und an alles Vieh, das mit ihm in dem Kasten war, und ließ Wind auf Erden kommen, und die Wasser fielen. Genesis 8,1
Noah - Ein sehr rechtschaffender Mann. Er baut eine Arche und überlebt damit eine gewaltige Überschwemmung, die Sintflut. Ein Jahr irren sie umher auf diesem großen Schiff. Noah, seine Frau und drei Söhne mit ihren Frauen. Außerdem die Tiere, die paarweise hereingekommen sind. Dann kommt Wind auf und das Wasser sinkt. Noah schickt eine Raben aus. Auch eine Taube wir rausgelassen. Beim zweiten Versuch kommt der Vogel mit einem Blatt von einem Ölbaum im Schnabel zurück. Die Taube fliegt ein drittes Mal los und kommt nicht zurück. Das Leben auf der Erde beginnt aufs Neue. So wird Noah nach Adam der zweite Stammvater der Menschheit. Aufgeschrieben in Genesis 6-9.
Stef Bos: Lied vom ökologischen Optimisten. Der grüne Denker ohne politisches Manifest. Der Mann vom Anfang bis zum Ende. Der Mann, der für verrückt erklärt wird als er eine Arche baut. Weil er unbewusst fühlt, das die Erde nicht dem Menschen gehört sondern der Mensch der Erde. Der Schöpfer hat die Erde Bankrott erklärt, seine eigene Schöpfung als missglückt betrachtet…Er drückt den Knopf delete und fängt mit Noah von vorne an. Musste beim Schreiben des Liedes andauernd an die schöne Schlichtheit des Gärtners in “Being There” gespielt von Peter Sellers denken.
8. Lied van Maria Magdalena - Zoals Licht (Jackobond) (Lied von Maria Magdalena - Wie das Licht, gesungen von der flämischen Sängerin Jackobond)
Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Johannes 20,17
Maria Magdalena - Auch Maria aus Magdala. Sie wird in der Bibel in Lukas 8,2 erwähnt. Dort steht, das Jesus sie von sieben teuflischen Geistern befreite. Weiterhin begegnet man ihr als eine der Frauen die Jesus nach Jerusalem begleiten. Dort wir sie Zeuge der Kreuzigung und des Begräbnisses sein. Sie ist auch die Erste, die Jesus nach der Aufersteheung sieht. Sie ist alleine beim leeren Grab, und hält Jesus erst für einen Gärtner, bis er sie mit ihrem Namen anspricht: “Maria” Sie ging zurück zu den anderen und erzählte alles was Jesus ihr gesagt hatte. Das steht geschrieben in Matthäus 27 und 28 und Johannes 19 und 20.
Stef Bos: Im dritten Lied gibt es eine Verbindung zu Maria Magdalena. Ich wollte durch die Augen von Maria die erleuchtete Seite von Jesus sehen lassen. Seine buddhistische Lebensvision, die immer wieder zur Liebe als treibende Kraft zurückkehrt. Der Versuch dich selbst im anderen zu sehen. Mit den Augen einer Frau bekommt das die Klarheit, die es benötigt. Dabei hatte ich auch im Hinterkopf, was mehr suggeriert wird, nämlich das mehr zwischen Christus und dieser Frau war. Darum suchte ich Worte für ein Liebeslied, dass sie mit zurückwirkender Kraft singt…darüber wie sie ihn sieht, jetzt wo er nicht mehr hier ist mit einem fast unsichtbarem Kummer, weil die Liebe, die er predigte, letztendlich den Verlust übersteigt.
9. Lied van Christus en de Duivel - Duel (Lied von Christus und dem Teufel - Duell)
Dann wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt; dort sollte er vom Teufel in Versuchung geführt werden. Matthäus 4,1
Die Wüste - Auch Jesus wird vom Teufel, dem großen Verführer, auf die Probe gestellt. Die Bücher Matthäus und Lukas geben, beide im Hauptkapiel 4, Bericht von der Versuchung in der Wüste. Jesus hat Hunger und ist verletzbar. Dann kommen die teuflischen Versuchungen. Steine können zu Brot werden. Alle Macht und Reichtum an ihn! Engel sollen ihn auffangen und tragen. Er soll angebetet werden als ein Gottessohn. Jesus gibt nicht nach. Als der Teufel Jesus all diesen Prüfungen unterworfen hatte, ging er eine Zeit vom ihm weg. Lukas 4,13
Stef Bos: Die Person Christus sehe ich als eine Siddharta. Jemand der sich traut das moralische Niemandsland zu betreten, der sich selbst als ein Tor zu einem Bewußtsein sieht, das mehr ist als die Banalitäten des Egos. Den Gottessohn selbst kann man kaum als jemand aus Fleisch und Blut fassen, deshalb habe ich ihn in drei Situationen betrachtet, in denen er im Licht einer anderen Person zu sehen ist. Im ersten Lied ist es der Teufel, mit dem er kämpft, als er sich in die Wüste zurückzieht, oben auf einem Berg mit Aussicht auf die Welt. Der Teufel ist in diesem Fall das Ego, die Verführung der Eitelkeit etc. Da wächst er über sich hinaus.
10. Lied van Jezus en Judas - De Judaskus (Lied von Jesus und Judas - Der Judaskuss)
Der Verräter hatte mit ihnen ein Zeichen verabredet und gesagt: Der, den ich küssen werde, der ist es; nehmt ihn fest. Matthäus 26,48
Judas Iskariot. Einer der zwölf Jünger von Jesus. Es ist sehr wenig über ihn bekannt. Aber er spielt eine herausragende Rolle in der Bibel, weil er es ist, der Jesus an die Herrschenden ausliefert. Er deutet auf ihn mit einem Kuss und diese Tat führt zur Kreuzigung von Jesus. Judas erhält für seine Aktion eine symbolische Summe von dreißig Silberstücken. Die Geschichte ist verzeichnet in Matthäus 26 und Lukas 22. Die Motive von Judas bleiben undeutlich. Nach Matthäus Aussagen packt ihn später die Reue. Aber sein Name ist für alle Zeiten verbunden mit Gier und Verrat.
Stef Bos: Im zweiten Lied steht er einem Gefolgsmann gegenüber, der ihn fallen läßt. Die letzte Prüfung für ihn ist durchzuhalten mit dem was er ist und für was er steht. Auf die Gefahr hin, dass er zurückfällt auf seine ontstijging. In der selben Nacht bittet er nämlich auch im Gebet darum ihn zu schonen. Lass diesen Becher Krug an mir vorbeigehen.
11. Lied van de Moeder - Pietà (Lied von der Mutter - Pietà)
Dadurch sollen die Gedanken vieler Menschen offenbar werden. Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen. Lukas 2,35
Maria - Josefs Frau. Mutter von Jesus. Sie kommt vor allem in den Geschichten von der Geburt Jesus in den Bibelbüchern Mathäus und Lucas vor. Lukas berichtet am königlichsten über sie, im Hauptkaitel 1 und 2 von seinem Evangelium. Hirten auf dem Feld hören überraschende Neuigkeiten. Ein Retter ist geboren. Sie gehen auf die Suche und finden Maria und Josef in einer einfachen Bleibe, wo das Kind in einem Futtertrog liegt. Die Hirten erzählen, was sie gehört haben über das Kind. Jeder von ihnen ist verblüfft. “Aber Maria bewahrt alle Worte in ihrem Herzen auf un denkt darüber nach. Lukas 2,19 Sie weiß aber noch nicht, dass ihr Sohn verleugnet und verraten, besprüht, bespuckt, gegeißelt und gekreuzigt werden wird.
Stef Bos: Lied von der Mutter, die einen Sohn verliert. Die einen Sohn loslassen muss. Sie sieht ihn wieder vor sich, als Kind. Ich selbst sah…während des Schreibens andauernd das Bild von Michelangelo de Pietà…die Mutter, die ihren Sohn leblos in den Armen hält.
12. Lied van Petrus - Vlees en Bloed (Lied von Petrus - Fleisch und Blut)
Jesus sagte: Komm! Da stieg Petrus aus dem Boot und ging über das Wasser auf Jesus zu. Als er aber sah, wie heftig der Wind war, bekam er Angst. Matthäus 14,29 u. 32
Petrus - Einer von den zwölf Jüngern von Jesus. Fischer von Beruf. Er wird zu einer zentralen Figur unter den Jüngern. Er ist bei allen großen Ereignissen rund um Jesus anwesend: bei seinem Leiden und Tod, bei der Auferstehung und bei der Fahrt in den Himmel. Er ist auch einer der prominenten Redner beim Pfingstereignis. Er macht manchmal einen unbesonnenen Eindruck. Aber für Jesus ist er in all seiner Menschlichkeit eine Schlüsselfigur. Er sagt: ” Du bist Petrus, der Fels auf dem ich meine Kirche bauen werde und die Tore des Totenreichs werden sie nicht bezwingen können. Ich werde dir die Schlüssel des Königreichs des Himmels geben.
Stef Bos: Was für ein Mann. Der fleischgewordene Himmelsstürmer, dessen Flügel schmelzen, als er zu nah an die Sonne kommt. Entrüstet, als Jesus sagt, dass einer von ihnen ihn irgendwann verraten wird. Das wird er niemals tun sagt er und kurze Zeit später, wenn er bezeugen muss, verleugnet er die Freundschaft um seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Mochte ihn schon immer. Großes Mundwerk, kleines Herz. Der Mensch mit seinen Schwächen aber mit einem guten Willen. Ein Mensch aus Fleisch und Blut.
Der Text aus dem Booklet wurde von mir frei übersetzt. Verfasser des kursiven Textes ist Yko van der Goot.
Die CD über die Stef Bos Homepage oder über Trip around the world bestellen:
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2.2.2010 von Peter Mioch.
Ein Quäntchen Duft
Der orange Sommerabend riecht
nach abgekühltem Sommertag
Mit einer wieder verschließbaren Dose vom Chinesen
fange ich die letzten Reste von ihrem Duft
REST schreibe ich darauf
mit einem wasserfesten Stift
Verwahre ihn in meinem Gefrierfach
bei der Sammlung
Gerüche der Tage
Überwältigt von Glück
©Jaap Robben ©Übersetzung: Peter Mioch
.
Bakje Geur
De oranje zomeravond ruikt
naar afgekoelde zomerdag
Met een hersluitbaar bakje van de Chinees
vang ik haar laatste restjes geur
KLIEKJE schrijf ik erop
met een watervaste stift
Bewaar hem in mijn vriesvak
bij de verzameling
Geuren van dagen
overheerst door geluk
©Jaap Robben
.
Strandstraße
Manche Menschen wissen nicht,
dass unter der Straße
der Strand beginnt
Stehst du
wenn der Bürgersteig aufgerissen ist
vor deiner Haustür
schon am Meer
Dann ist der Haufen mit Steinen an der Ecke
ein Wellenbrecher bei dem wir Krabben suchen
Legen wir unsere Strandlaken hin
Holen die Kühlbox vom Dachboden
und graben Tunnel
mit Sand tief unter den Nägeln
bis unsere Finger sich finden
Aber das Spannendste bleibt die Flut
wenn während des Grabens
ein Kanalisationsrohr platzt
Sobald das Loch abgedichtet ist
rennen wir jauchzend mit unseren Keschern
durch die Pfützen auf dem Strand
©Jaap Robben ©Übersetzung: Peter Mioch
.
Strandstraat
Sommige mensen weten niet
dat onder de straat
het strand begint
Sta je
als de stoep is opgebroken
vanuit je voordeur
zo aan zee
Dan is de berg stenen op de hoek
een golfbreker waar we krabben zoeken
Leggen we onze strandlakens uit
halen de koelbox van zolder
en graven tunnels
met het zand diep onder de nagels
Tot onze vingers elkaar vinden
Maar het spannendst blijft de vloed
wanneer tijdens het graven
een rioolbuis barst
Zodra het gat is gedicht
rennen wij juichend met onze schepnetten
door de plassen op het strand
©Jaap Robben
Jaap Robben wurde 1984 in Oosterhout in der Provinz Nord-Brabant geboren. Er ist Schriftsteller/Dichter und Theatermacher. Er wollte früher eigentlich Afrikaner werden und Archäologe, beendete dann aber doch sein Studium der Umweltsozialwissenschaften und wechselte danach an die Koningstheater - Akademie in Den Bosch. Von September 2008 an wurde Jaap Robben für zwei Jahre zum Stadtdichter von Nimwegen ernannt. Sein letztes Gedicht in dieser Funktion, “Jij was zoiets als kwijt” schrieb er am 30. Dezember 2009 anlässlich der Ausgrabung eines großen römischen Gräberfeldes im Stadtteil Waterkwartier in Nimwegen.
Seit 2000 schreibt er Gedichte und Kurzgeschichten sowohl für Kinder als auch für Erwachsene und veröffentlichte drei Gedichtbände. Twee vliegen (2004 - Zwei Fliegen, ISBN 9080931217), De nacht krekelt (2007 - Die Nacht zirpt, ISBN 9789044510447) und Zullen we een bos beginnen? (2008 - Sollen wir mit einem Wald anfangen?, ISBN 9789044512724, nominiert für die Goldene Eule für Jugendliteratur 2009). - Sein Werk erscheint bei Uitgeverij De Geus (Verlag De Geus).
Sein nächstes Buch ist in Vorbereitung und soll voraussichtlich im Sommer 2010 bei De Geus erscheinen. Hierbei handelt es sich um einen Jugendroman mit Illustrationen von Benjamin Leroy. Titel des neuen Buches ist: “De Zuurtjes” (Die Drops).
Jaap Robben gewann 2000 die Kunstbende Nord-Brabant in der Sparte Theater, 2001 den Trouw Kolumnistenpreis und 2002 den NRC Examenverhalenprijs. Sein Werk erschien unter anderem im NRC Handelsblad, BoekieBoekie, DUF, Collectie//, Tour, Tageszeitung Trouw, , Blaadje und in verschiedenen Anthologien.
Jaap Robben ist regelmäßiger Gast in Theatern, auf Festivals, in Cafés und in Buchläden. So las er unter anderem auf folgenden Veranstaltungen: Crossing Border, Boekenfeest, Sunsation, Onbederf’lijk Vers und im Theater de Kleine Komedie . Auch wirkte er an Hommage Veranstaltungen für Willem Wilmink und Ivo de Wij im Koningstheater Den Bosch mit.
Ab und zu präsentiert er Festivals und Literaturveranstaltungen wie beispielsweise Kunstbende und Write Now. Daneben war er zwei Jahre lang fester Gast der Radio 1 Sendung BNN United und machte Kurzfilme für den Rundfunk Brabant und LLink .
Neben der Tätigkeit als Schriftsteller und Dichter ist Jaap Theatermacher. Er spielte in der Vorstellung “De bammen zijn op” mit; eine Produktion des Produktionshauses Het LAB. Zusammen mit der Theatergruppe FIEN entwickelte er die Kindervorstellung “Het verloren sporen museum” und er spielte mit in der Kabarettvorstellung VET von der Stiftung Theaterplan. Zur Zeit arbeitet Jaap Robben an einem Solo-Theaterprogramm mit dem Titel “Troostprijs” (Trostpreis).
Die Gedichte von Jaap Robben wurden in folgende Anthologien aufgenommen:
Die Uitgeverij Plint (der Verlag Plint) verwendete das Gedicht Saharazand aus dem Gedichtband ‘Twee vliegen’ für ein Poster. Die Illustrationen zum Gedicht wurden von Saskia Vanderheyden angefertigt.
Daneben wurde das Gedicht Bakjes geur aus dem Gedichtband ‘De nacht krekelt’ bei Plint auf einer Küchenschürze verwendet. Sowohl das Poster als auch die Schürze sind im Buchhandel erhältlich oder können direkt bei plint.nl bestellt werden.
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‘Elke nacht’ und ‘Strandstraat’ aus dem Gedichtband De nacht krekelt wurden in der Anthologie Met het oog op morgen – Samengesteld door John Jansen van Galen – Uitgeverij Contact – Augustus 2008 - ISBN 9025419089 (Mit Blick auf morgen - zusammengestellt von John Jansen van Galen - Verlag Contact - August 2008) publiziert.
Jeden Sonntagabend schließt Moderator John Jansen van Galen sein Radioprogramm Met het oog op morgen (Mit Blick auf morgen) mit einem Gedicht ab. Alle diese Gedichte wurden in einer Anthologie zusammengefasst mit unter anderem Gedichten von Herman de Coninck, Tjitske Jansen, Bart Moeyaert, Menno Wigman, M. Vasalis, J.C. Bloem, Jan Boerstoel und Anneke Brassinga. John Jansen van Galen beendete seine Sendung auch zweimal mit einem Gedicht von Jaap Robben. Diese beiden Gedichte sind in diese Anthologie aufgenommen worden.
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Die Gedichte ‘Zullen we een bos beginnen?’ - ‘Moedervlekje’ aus dem Gedichtband “Zullen we een bos beginnen?” wurden in die Anthologie Kwam dat zien! Kwam dat zien! - Samengesteld door Ted van Lieshout (Kam um das zu sehen! Kam um das zu sehen! – zusammengestellt von Ted van Lieshout – Querido - ISBN 9789045106533 – August 2008) aufgenommen.
Eigentlich ist KDZ! KDZ! eine jährlich erscheinende Zeitschrift mit Kindergedichten, aber es ist auch eine Anthologie und vielleicht auch ein Lesebuch. Auf jeden Fall ist es wundervoll. Neue Gedichte von 50 Dichtern und Zeichnungen von 30 Illustratoren machten dieses Buch zu einem großartigen Poesieereignis. Neben den zwei Gedichten von Jaap Robben sind in dieser Anthologie Gedichte von Remco Ekkers, Karel Eijkman, Toon Tellegen, Frank van Oosterhout, Joke van Leeuwen, André Sollie, Jurrian van Dongen, Rob Chrispijn, Erik van Os, Joost Zwagerman und vielen anderen enthalten.
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Das Gedicht ‘Warmwatervis’ (Warmwasserfisch) aus De nacht krekelt (Die Nacht zirpt) wurden in die Anthologie “Vers verpakt” – Stichting Onbederflijk Vers - ISBN 9789081235716 (Frisch verpackt - Stiftung Unverderblich frisch) aufgenommen.
Anlässlich des fünfjährigen Bestehens des sehr schönen Nijmegen-Posiefestivals Onbederflijk Vers (Unverderblich frisch) wurde diese Anthologie mit Gedichten von 75 Dichtern herausgegeben, die im Laufe der Zeit alle schon einmal auf diesem Poesiefestival aufgetreten sind.
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Jaap Robben (Oosterhout NB, 1984) is schrijver/dichter en theatermaker. Hij wilde vroeger eigenlijk Afrikaan worden en archeoloog, maar ronde eerst zijn studie Milieu- Maatschappij wetenschappen af en ging vervolgens naar de KoningstheaterAkademie in Den Bosch. Sinds september 2008 is Jaap voor twee jaar benoemd tot Stadsdichter van Nijmegen.
Hij schrijft sinds 2000 gedichten en korte verhalen voor zowel kinderen als volwassenen en publiceerde drie bundels; ‘Twee vliegen‘ – 2004, ‘De nacht krekelt‘ – 2007 en ‘Zullen we een bos beginnen?‘ – 2008 (Nominatie Gouden Uil voor jeugdliteratuur 2009). Zijn werk verschijnt bij Uitgeverij De Geus.
Zijn volgende boek staat gepland voor zomer 2010 bij De Geus en wordt een jeugdroman die hij samen maakt met illustrator Benjamin Leroy. De titel kan alvast verklapt worden: ‘De Zuurtjes‘
Hij won in 2000 de Kunstbende NB in de categorie Theater, in 2001 de Trouw Columnistenprijs en in 2002 de NRC Examenverhalenprijs. Zijn werk verscheen ondermeer in NRC Handelsblad, BoekieBoekie, DUF, Collectie//, Toer, Dagblad Trouw en Blaadje en tal van bloemlezingen.
Hij treedt ook veel op door heel Nederland, in theaters, maar ook op festivals, in cafés en boekwinkels. Hij las onder andere voor tijdens Crossing Border, Boekenfeest, Sunsation, Onbederf’lijk Vers en in Theater de Kleine Komedie. Ook werkte hij mee aan hommage voorstellingen over Willem Wilmink en Ivo de Wijs in het Koningstheater in Den Bosch.
Zo nu en dan presenteert hij festivals en literaire programma’s zoals de Kunstbende en Write Now. Daarnaast was hij twee jaar lang vaste gast bij het Radio 1 programma BNN United en maakte hij korte filmpjes voor Omroep Brabant en LLINK.
Naast schrijver en dichter is Jaap theatermaker. Hij speelde in de voorstelling ‘De bammen zijn op’ van Productiehuis Het LAB, maakte de kindervoorstelling ‘Het verloren sporen museum’ met theatergroep FIEN en speelde mee in de cabaretvoorstelling VET van stichting Theaterplan. Op dit moment werkt hij aan een solo theaterprogramma onder de titel ‘Troostprijs’.
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21.1.2010 von Peter Mioch.
Friesisch-Groninger Zuckerfabrik wurde von “Gastarbeitern” aus Brabant mit aufgebaut
Im Jahre 1954 gab es die “Friesch-Groningsche Beetwortelzuikerfabriek” (Friesisch-Groninger Zuckerrübenfabrik) schon 40 Jahre. Dieses Jubiläum wurde im Rahmen eines Festabends im Stadttheater Groningen gefeiert. Der Höhepunkt des Festaktes war zweifellos die Ehrung derjenigen, die seit der ersten Saison für das Unternehmen gearbeitet hatten. Ihnen überreichte der stellvertretende Bürgermeister von Groningen, Herr De Wilde, eine königliche Auszeichnung. Zehn Personen wurden an diesem Abend Ehrenmedaillen überreicht. Einem elften Mitarbeiter wurde seine Ehrenmedaille an seinem Krankenbett ausgehändigt. Es handelte sich um sechs silberne und fünf bronzene Medaillen des Ordens von Oranien-Nassau. Mehrere dieser Männer hätten schon längst in den Ruhestand gehen können. Auf Bitten der Unternehmensleitung haben sie allerdings über ihren Ruhestandstermin hinweg weitergearbeitet. Mehr als die Hälfte der Jubilare stammte aus der Region Nord-Brabant.
Als die Produktion in der ersten Kampagne (Rübenerntezeit) anlief, arbeitete die Friesisch-Groninger Zuckerrübenfabrik zu einem nicht unerheblichen Anteil mit “Gastarbeitern” aus Brabant. Direktor J.J. van Doormaal hatte nämlich aus seiner vorherigen Fabrik Personal mitgebracht. Ein Teil von Ihnen arbeitete nur während der Kampagne. Viele Arbeitskräfte aus Brabant wurden aber auch fest eingestellt. Diese Gruppe, die sich verteilt in der Stadt niederließ, bestand inklusive der Familienangehörigen aus ungefähr 100 Personen. Mehrere von ihnen kamen während der Saison im Herbst als Untermieter bei freien Arbeitern unter, die aus anderen Teilen des Landes stammten. Oft waren das Familienangehörige.
©Foto: Groninger Archieven - Regional-Historisches Zentrum
Im Jahre 1913 hatte eine Gruppe von Menschen eine Genossenschaft, den “Eigentümer” der Fabrik, gegründet. Es war das Ziel, schon im folgenden Kalenderjahr Zucker herzustellen. Da hatte man es ziemlich eilig, war doch zu diesem Zeitpunkt noch kein Gelände angekauft. Des Weiteren musste die Fabrik erst noch entworfen und gebaut werden. Die Wahl für den Firmensitz viel auf ein Gelände nicht weit entfernt von der Stadt. Ein Ort mit Gleisanschluss und Nähe zum Kanal Hoendiep. Die Zuckerrüben konnten so also mit der Bahn und per Schiff angeliefert werden. In den dreißiger Jahren kam zudem auch die Anlieferung mit Lastkraftwagen auf. Das verdrängte schließlich und endlich den Transport auf der Schiene.
Anfang 1914 war die Grundsteinlegung. Danach arbeiteten Groninger und Brabanter gemeinsam am Aufbau der Fabrik. Sie taten das zusammen mit Deutschen und Belgiern, die Lieferanten der aufzustellenden Maschinen waren. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich die Flächen mit angebauten Zuckerrüben in der Provinz schon stark ausgebreitet. Das war ein Spiel auf Risiko, denn wenn die Fabrik nicht rechtzeitig fertig geworden wäre, wäre die Genossenschaft auf ihren Zuckerrüben sitzengeblieben.
Man hatte sich scheinbar auch noch in anderer Hinsicht verschätzt, weil der Erste Weltkrieg ausgebrochen war. Aber als deutsche Truppen im neutralen Belgien einmarschierten, hatten die bestellten Maschinen längst die Niederlande erreicht. Ohne Zeit für Testläufe zu haben, wurde mit der Produktion begonnen. Es wurde Rohzucker hergestellt, der gut genug für die industrielle Weiterverarbeitung war. Ab der dritten Saison wurde dann als Endprodukt weißer Zucker produziert. Hierfür war eine Betriebserweiterung, die erste von vielen, nötig. Die von Van Doormaal entworfene Fabrik galt lange Zeit als die modernste des Landes und als eine von den größten Europas.
1937 erreichte die Produktion zum ersten Mal als einen Meilenstein in der Unternehmensgeschichte 5000 Tonnen verarbeitete Zuckerrüben innerhalb von 24 Stunden. Ein enormer Unterschied im Vergleich zu 1913, als das Ziel noch 1800 Tonnen war. Ein Jahr später, am 5. November 1938 besuchte Königin Wilhelmina höchstpersönlich die Fabrik.
Die Entwicklungen in der Zuckerbranche gingen weiter. 1970 fusionierten mehrere Fabriken zur “Suikerunie” (Zuckerunion). Der Name Friesisch-Groninger Zuckerrübenfabrik verschwand. Die Fabrik produzierte noch fast vierzig Jahre weiter. Dann kam das Ende. 2007 war die letzte Kampagne für die ehemals größte Fabrik innerhalb der Stadt Groningen. Die Landwirtschaftspolitik der EU führte zu einem Zusammengehen mit der Fabrik in Hoogkerk. 2008 wurde die Zuckerfabrik in Groningen-Stadt geschlossen.
Autor des niederländischen Originaltextes: Chris Gevers (Stiftung/Packhaus Libau),
Freie Übersetzung ins Deutsche: Peter Mioch
Dieser Beitrag wurde zuerst auf der Internetseite “Het Verhaal van Groningen” (Die Geschichte Groningens) veröffentlicht.
Link zum Originalartikel: De eerste jaren van de Stad-Groninger Suikerfabriek
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17.1.2010 von Peter Mioch.
Nachdem im Sommer 2009 ein Aufruf der Axel Springer AG zu einem „Springer-Tribunal 2009“ bei den damaligen Protagonisten der Studentenproteste erwartungsgemäß (und verständlicherweise) ungehört verhallte, kontert das Medien-Imperium nun mit einer umfangreichen Online-Datenbank zu ihrer Sicht der 68er-Bewegung.
Das Springersche „Medienarchiv68“ ist seit dem 17. Januar 2010 online und erlaubt den Zugriff auf 5900 Artikel aus: BERLINER MORGENPOST, BILD Berlin, B.Z., DIE WELT Berlin, HAMBURGER ABENDBLATT, WELT am SONNTAG, BILD am SONNTAG. Außerdem können die Springer-Blätter punktuell mit Ausgaben der Konkurrenz wie DER TAGESSPIEGEL und dem (seit 1972 nicht mehr erscheinenden) TELEGRAF verglichen werden.
Die vom Leiter des Springer-Unternehmensarchivs Rainer Laabs betreute Datenbank basiert auf Scans der Original-Artikel und beinhaltet Beiträge, Kommentare, Leserbriefe, Karikaturen, Reportagen, Glossen und Interviews zum Thema.
Pflasterstein mit Anstecker “Enteignet Springer”, Sammlung Kindheit und Jugend der Stiftung Stadtmuseum Berlin, Fotograf: Andreas Praefcke
Durch das Archiv-Verfahren, nicht einzelne Artikel, sondern immer die gesamte Zeitungsseite zu scannen, kann man auch die Nachbarartikel lesen und damit einen guten Einblick in den politischen und kulturellen Zeitgeist der Mitt- und End-Sechzigerjahre bekommen.
Studentenproteste 1968 mit Wasserwerfer Daimler Benz, Sammlung im Bonner Haus der Geschichte, Fotograf Holger Ellgaard
Fazit: Wer die Marschrichtung der meinungsmachenden Springer-Medien schon damals als anti-emanzipatorisch empfand, wird sich beim Lesen der Artikel in dieser Einschätzung bestätigt finden, auch wenn sich manche Emotion mit dem Abstand von über 40 Jahren relativiert. Um ein umfassendes Printmedien-Bild über die 68er-Bewegung zu bekommen, fehlt allerdings ein vergleichender Zugriff auf Artikel der linksliberalen Presse. Dies kann und will das „Medienarchiv68“ nicht leisten. Dennoch ist es eine medien- und zeitgeschichtlich wichtige und nützliche Daten-Sammlung, die überdies zwischen den Zeilen auch durchaus Kurzweiliges und zum Schmunzeln Anregendes liefert.
Dirk Schulte
Zum Medienarchiv68: http://www.medienarchiv68.de/suche.html
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11.1.2010 von Peter Mioch.
SCHWARDTMANNS POESIE-REZEPTE
weitergereicht von Dirk Schulte
Kartoffel-Speck-Püree mit Möhrenwolke und Landsalat
Poesie-Dessert: „Seele der Liebenden“ von Francisca Stoecklin
Für ein schmackhaftes Kartoffelgericht würde Schwardtmann ohne zu zögern eine Tagesreise durch die Innere Mongolei antreten. Nach langjährigen Versuchsreihen halte er, so Schwardtmann, die Kartoffel im Vergleich zum Bilsenkraut, zur Tollkirsche oder zum Stechapfel doch für das weitaus bekömmlichste aller Nachtschattengewächse.
Mit den Jahren wurde aus seiner Liebe zur Kartoffel allmählich eine Obsession: alle paar Monate nötigt er mich, seinen alten Subaru zu besteigen, um mit ihm eine abgelegene Kartoffelfarm aufzusuchen, wo zu Bio-Managern mutierte Ex-Hippies ihren extremen Erdapfel-Leidenschaften fröhnen. Von „Ackergold“ bis zur „Vitelotte“, von der süßen über die violette bis hin zur roten Kartoffel ist hier alles zu bekommen, wonach Herz und Gaumen des eingefleischten Kartoffelfreaks verlangen.
Schwardtmann, der sich zwischen den Unmengen verschiedener Knollen zum Quietschen wohl fühlt, liebt es, das Personal in aberwitzige Fachgespräche zu verwickeln. Da geht es um Lagereigenschaften für den Katastrophenfall, um die Trockenresistenz der Knollen in Lehmbauten und um Frischemerkmale beim Langzeittransport, da wird über die Rückkehr der „Linda“ und die Schönheit der „Laura“ schwadroniert. Dabei bezieht Schwardtmann, der ein durchaus höflicher Zeitgenosse sein kann, mich immer mal wieder ins Gespräch ein: „Spür doch mal, wie gut die Desiree in der Hand liegt“, oder „Schau dir die Oberfläche dieser Nicola an – ich finde, wir sollten davon mal eine größere Menge einkellern, was meinst du?“
Auch wenn ich mich zwischendurch frage, was einen Menschen zu solch einer Kartoffel-Leidenschaft treibt, profitiere ich doch erheblich davon. Wie sonst hätte ich zwischen mehligen und festkochenden Sorten unterscheiden gelernt oder jemals die besondere Qualität einer Salatkartoffel schätzen können?
Jedenfalls sind wir für gewöhnlich auf der Rückfahrt von der Kartoffelfarm derart schwer beladen, dass der Auspuff des kleinen Subarus nicht selten den Asphalt berührt.
Das vorliegende Rezept kreierte Schwardtmann während seiner letzten Zen-Buddhismus-Phase. Er hatte gerade Daisetz T. Suzukis „Die große Befreiung“ gelesen und war bemüht, seinen Alltag konsequent zu vereinfachen. Alle Bereiche des täglichen Lebens, so auch die Küche, kamen auf den Prüfstand. Seinem neuen Credo „Im Grunde meines Herzens bin ich ein Landmann“ folgend, entwarf Schwardtmann eine Reihe einfachster Gerichte, die mich schnell und nachhaltig überzeugten.
Das „Kartoffel-Speck-Püree mit Möhrenwolke und Landsalat“ besitzt eine poetische Leichtigkeit und ist überdies schnell zu bereiten. Dem dominierenden Püree steht die sanfte und liebliche Möhrenwolke gegenüber – dazwischen der einfache und nahezu ungewürzte Salat.
Weiterführender Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Kartoffelsorte
Zutaten für 2 Personen:
- 500 g Kartoffeln (mehlig kochend)
- 200 g mageren Speck
- 4 mittelgroße Zwiebeln
- 8 mittelgroße Möhren
- 1 Kopfsalat
- 8 - 10 EL Natur-Joghurt
- 3 - 5 EL Orangensaft
- 4 Knoblauchzehen
- ca. 120 ml warme Milch
- frisch geriebene Muskatnuss
- ½ Bund Basilikum
- 3 EL Pinienkerne
- 1 TL Honig
- 1 EL Zitronensaft
- Olivenöl
- Salz
- weißer Pfeffer
Die Kartoffeln fein würfeln und in Salzwasser gar kochen.
Die in dünne Ringe geschnittenen Zwiebeln und den fein gewürfelten Speck zusammen mit dem fein geschnittenen Basilikum in einer Pfanne mit Olivenöl anbraten. Salzen, pfeffern und in den letzten 3 Minuten die Pinienkerne hinzugeben.
Die Möhren so fein wie möglich reiben, gepressten Knoblauch, den Orangensaft sowie eine Prise Salz und Pfeffer hinzugeben. Zuerst den Joghurt und dann den Honig mit dem Schneebesen unterrühren.
Das Kartoffelkochwasser vollständig abgießen und die Kartoffeln stampfen (keinen Pürierstab verwenden!). Die Milch mit dem Schneebesen langsam einrühren. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken, zuletzt den Inhalt der Zwiebel-Speck-Pfanne unter das Püree heben.
Den Kopfsalat waschen, abtropfen lassen und in großzügige Stücke zerreißen. Weder salzen noch pfeffern, lediglich den Zitronensaft mit 1 EL Olivenöl vermengen und über den Salat träufeln.
Poesie-Dessert: „Seele der Liebenden“ von Francisca Stoecklin
Seele der Liebenden
Einmal schon liebte ich dich
Und das Meer, das Meer.
Doch lichter waren damals
Die Seelen, ungetrübt
Von dunklen Taten.
Es sangen unsere Liebe
Strahlend die Sterne,
Und das Meer, das Meer.
Wieviel hundert Jahre
Sind seitdem vergangen,
Wieviel Leiden und Tode
Und Sterne. Wo blieben
Die Seelen so lange?
Wir halten uns schweigend
Die schauernden Hände.
Wir blicken uns tief
In die fragenden Augen.
Noch singen die Sterne
Und das Meer, das Meer.
Aber unfaßbar ewig
Ist die Vergangenheit
Der menschlichen Seele.
Francisca Stoecklin
Geboren am 11. 9. 1894 in Basel, gestorben am 1. 9. 1931 in Basel.
Tochter des Kaufmanns Johann Niklaus Stoecklin (1859-1923) und seiner Frau Genovefa Fanny Stoecklin-Müller (1859-1939). Einer von Franciscas Brüdern war der bekannte Maler und Graphiker Niklaus Stoecklin (1896-1982). Schon früh wollte sie der kleinbürgerlichen Enge des Elternhauses entfliehen; sie strebte ein Leben als Künstlerin an.
Nach dem Besuch der Allgemeinen Gewerbeschule in Basel machte sie sich bereits 1913 selbständig und begann ein bohèmehaftes Leben.
1914 reiste sie mit ihrem Bruder Niklaus und ihrer Freundin Gertrud Burckhardt nach München. Dort lernte sie u. a. Karl Wolfskehl, Johannes R. Becher, Hugo Ball und Emmy Hennings kennen. Bei Kriegsausbruch Rückkehr in die Schweiz. 1920 heiratete sie Harry Betz, einen Buchhandelsgehilfen aus Zürich. Trotz finanzieller Schwierigkeiten unternahm das Paar häufig Reisen, u. a. nach Berlin, München, Paris und Italien. 1928 Scheidung von ihrem Mann. Schon längere Zeit schwer herzleidend, starb sie nach einjährigem Aufenthalt im Clara-Spital in Basel.
Francisca Stoecklin veröffentlichte zwei Gedichtbände (Gedichte, Bern 1920; Die singende Muschel, Zürich 1925), sowie Novellen und Prosadichtungen. Daneben war sie auch als Malerin und Lithographin tätig und präsentierte ihr bildnerisches Werk auf Ausstellungen.
aus: Beatrice Mall-Grob: »Der doppelte Klang«. Gedanken zu Leben und Werk Francisca Stoecklins. In: Francisca Stoecklin: Lyrik und Prosa, hrsg. v. Beatrice Mall-Grob. Bern, Stuttgart, Wien: Haupt, 1994. S. 195-211.
Weiterführender Link: http://www.wortblume.de/dichterinnen/stoeck_i.htm
Download Schwardtmanns Poesie-Rezept Nr. 01 vom 11.01.2010 als pdf-Datei: Schwardtmanns Poesie-Rezept Nr. 01
Zu den Briefen an Marie: Briefe an Marie
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1.1.2010 von Peter Mioch.
De adempauze
Van al mijn gedachten
die om me heen snorren
pak ik
voorzichtig
die ene
die mij het meest
aan jou doet denken
ik hou hem
in mijn handen
bekijk hem
en geef hem
zijn vrijheid
want hij mag niet
te lang
van de anderen
afgescheiden zijn
©Mario Siegesmund ©Vertaling: Peter Mioch
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Atempause
Von all den Gedanken
die mich umschwirren
greife ich mir
behutsam
den einen
der mich am meisten
an dich erinnert
halte ihn
zwischen meinen Händen
betrachte ihn
und gebe ihn
wieder frei
denn er soll nicht
zu lange
von den anderen
getrennt sein
©Mario Siegesmund
Mario Siegesmund, geboren in 1973 in het Duitse Hamm/Westfalen, is daar ook vandaag nog woonachtig. Hij is een geschoold commercieel medewerker, een getrainde muzikant en een sociale einzelgänger.
Mario Siegesmund heeft satires, korte proza en gedichten gepubliceerd, onder meer in literatuur magazines als Federwelt (Verenwereld), Lima en Cognac & Biskotten .
In 2002 zijn de gedichten “Stille Post zur letzten Ruhe” en “Szene einer Ehe” in de bloemlezing Wilhelm-Busch-Preis für satirische und humoristische Versdichtung (Wilhelm-Busch-Prijs voor satirisch en humoristisch dichtwerk) verschenen.
In 2005 was hij deelnemer aan de finale voor de Literaturprijs Prenzlauer Berg in Berlijn.
2007 winnaar van de Poetry Slam in Hamm.
2008 winnaar van de “kortverhaal-prijs Gelsenkirchen” (Gelsenkirchener Kurzgeschichtenpreis).
Sinds meer dan tien jaar is Mario Siegesmund lid van de auteursgroep “abiszett” (a tot z). Hij is ook vaak met zijn teksten op de lokale radio van zijn geboortestad te horen en geeft regelmatig lezingen, bijvoorbeeld voor de “Literair Herfst” (Literarischer Herbst).
In 2009 verscheen een getoonzette bundel op de cd met als titel “Leben in der Glosse” (Leven in de kanttekening).
Mario Siegesmund is ook regelmatig als singer-songwriter met zijn gitaar op tour.
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Mario Siegesmund wurde am 29.07.1973 in Hamm/Westfalen geboren und ist dort
auch wohnhaft.
Gelernter Kaufmann, geübter Musiker, geselliger Einzelgänger.
Veröffentlichungen von Satiren, Kurzprosa und Gedichten in Literatur-Magazinen und Anthologien (z. B. Federwelt, Lima, Cognac&Biskotten).
2002 Veröffentlichung im Gedichtband zum Wilhelm-Busch-Preis
2005 Finalteilnahme Literaturpreis Prenzlauer Berg in Berlin
2007 Gewinn des Hammer Poetry Slams
2008 Gewinn des Gelsenkirchener Kurzgeschichtenpreises
Seit über 10 Jahren ist er Mitglied der Autorengruppe “abiszett”, mit regelmäßigen Lesungen z.B. im “Literarischen Herbst” in Hamm.
Außerdem ist er mit seinen Texten auch gern gesehener Gast im Lokalradio seiner
Heimatstadt.
2009 erschien dann eine vertonte Sammlung auf der CD “Leben in der Glosse”
Auch als Songschreiber und Sänger ist Mario Siegesmund mit Gitarre und
eigenem Programm unterwegs.
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1.12.2009 von Peter Mioch.
I AM BORG
und wieder ist der Schatten
über ihn hin gezogen
und wieder hat er ihn abgeschüttelt
und wieder fand er den Weg
zu dem Laden mit den Flaschen
und sagte: eine Flasche bitte
oder bei näherem Hinsehen doch gleich alle
und wieder machte er den Brei warm
um danach zu sehen
und trank alle Flaschen
in so wenigen Zügen wie möglich
und wieder fand man ihn ohne Frau
hinter zugezogenen Gardinen
in einem Zimmer
das nur nicht vollkommen schwarz war
weil seine Frau ihn sonst verlassen würde
und wieder sagte er steckt mich nur weg
und sie steckten ihn in ein Transportmittel
und wieder war da das Gebäude mit den Gängen
das nur nicht vollkommen weiß war
weil man sonst stolpern würde
und wieder kehrte er zurück
und sagte nie wieder
und wieder zog der Schatten über ihn hin
und wieder schauderte ihm
und lachte bis er zerbrach
©Anneke Claus ©Übersetzung: Peter Mioch
Aus dem Gedichtband Dat was dat (Das war das, Uitgeverij Passage)
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I AM BORG
en weer is de schaduw
over hem heen getrokken
en weer heeft hij hem afgeschud
en weer vond hij de weg
naar de winkel met de flessen
en zei hij: één fles graag
of bij nader inzien toch maar allemaal
en weer maakte hij de prak warm
om ernaar te kijken
en dronk hij alle flessen
in zo min mogelijk teugen
en weer vond men hem zonder vrouw
achter dichte gordijnen
in een kamer
die alleen niet volledig zwart was
omdat zijn vrouw hem dan verlaten zou
en weer zei hij stop mij maar weg
en stopten ze hem in een transportmiddelen
weer was er het gebouw met de gangen
dat alleen niet volledig wit was
omdat man er anders zou struikelen
en weer keerde hij terug
en zei hij nooit weer
en weer trok de schaduw over hem heen
en weer huiverde hij
en lachte tot hij brak
©Anneke Claus
Uit de dichtbundel Dat was dat (Das war das, Uitgeverij Passage)
Anneke Claus wurde 1979 in Doetinchem in der Provinz Gelderland geboren und studierte Romanische Sprachen und Kulturen an der Universität Groningen. Sie ist Schriftstellerin und Performerin.
2005 debütierte Anneke Claus mit dem Gedichtband BONZAI! (Uitgeverij Passage) und wurde dafür mit dem Literaturpreis der Provinz Groningen, dem Belcampo-Stipendium, ausgezeichnet. Im Rahmen des Stipendiums ist es Aufgabe der Stipendiaten, ein eigenes Werk zu verfassen. 2006 erschien Kogels zijn Woorden / Woorden zijn kogels, een stemmenspel in dertien delen (Stichting Philip Elchers) (Kugeln sind Worte /Worte sind Kugeln, ein Stimmenspiel in dreizehn Teilen), das sie für das Belcampo-Stipendium schrieb. 2006 veröffentlichte Anneke Claus auch mehrere Kurzgeschichten in der Anthologie Groningse Nieuwe (Uitgeverij Passage). 2008 erschien dann ihr zweiter Gedichtband Dat was dat (Das war das, Uitgeverij Passage). Die Gedichte von Anneke Claus sind in zahlreiche Anthologien aufgenommen worden. Neben Poesie schreibt Anneke Claus Kurzgeschichten, Theaterstücke und ist Redakteurin und Übersetzerin für verschiedene Verlage.
Anneke Claus liest ihre Texte gerne vor Publikum auf der Bühne. Entweder tritt sie solo auf, oder auch mit anderen Akteuren in wechselnden Zusammensetzungen. Eine Formation ist Claus & Co., combo sin motivo, bei den Live-Aufführungen von “Kogels zijn woorden” waren der Schlagzeuger Wim Sebo und der Videokünstler Sander Trispel für Ton und Bild verantwortlich.
Am 29. Januar 2009 wurde sie für zwei Jahre zur Stadtdichterin von Groningen ernannt. In ihrer Eigenschaft als Stadtdichterin stellt sich Anneke Claus jeden Freitag im Büro des Stadtdichters in der ersten Etage der Öffentlichen Bibliothek Groningen während einer Sprechstunde den Fragen und literarischen Anregungen der Bürger Groningens.
Bücher von Anneke Claus
‘BONZAI!’, Poesie-Debüt, Uitgeverij Passage, Groningen 2005
‘Kogels zijn woorden / Woorden zijn kogels’, Stichting Philip Elchers, Groningen 2006
‘Dat was dat’ - gedichten, Uitgeverij Passage, Groningen 2008
Gedichte in Anthologien
Gedicht ‘Algeciras’ in der Anthologie mit dem Titel Dichters in de Prinsentuin 2004, Red.: Roos Custers & Tsead Bruinja, Uitgeverij Passage
4 Gedichte in dem Gedichtband Alle 13 goed, 2004, Red.: Karel ten Haaf, Groningen
4 Gedichte in dem Gedichtband De eerste woensdag, 2005, Red.: Karel ten Haaf, Groningen
Gedicht ‘Dankbaarheid’ in der Anthologie mit dem Titel De Blauwe Schuit, Red.: Alice Stollmeyer, Uitgeverij Passage, Groningen 2005
Gedicht ‘Kompas’ in der Anthologie Dichters in de Prinsentuin 2005, Red.: Roos Custers & Tsead Bruinja, Uitgeverij 521 & Uitgeverij Passage
Gedicht ‘Ten overvloede’ in der Anthologie Dichters in het Noorderlicht: foto’s en poezie, Red.: Stefan Nieuwenhuis & Anneke Claus, Aurora Borealis, Groningen 2005
Gedichte ‘Oerwet’ und ‘IJsvrij’ in der Anthologie Aperitief: Noorderzon in gedichten, Red.: Stefan Nieuwenhuis & Anneke Claus, Uitgeverij Passage, Groningen 2005
Gedicht ‘De vrouw met de snor (hoe lelijk ook)’ in der Anthologie Dichters in de Prinsentuin 2006, Red.: Roos Custers & Tsead Bruinja, Uitgeverij 521 / Uitgeverij De Kleine Uil
Gedichte ‘Bergaf’ en ‘Trouwens’ in De Contrabas Canon – 25 jaar Nederlandse Poëzie (1980-2005) in 666 en een stuk of wat gedichten, Red.: Chrétien Breukers, BnM Uitgevers, Nijmegen 2006
Gedicht ‘Reunie’ in dem Meulenhoff poëzie scheurkalender (Meulenhoff Poesie Abreißkalender), Meulenhoff, Red.: Menno Wigman & Alfred Schaffer, Amsterdam 2006
4 Gedichte in dem Dichterklubband De Dichtpub, Dichtclubbundel 2006, Red.: Karel ten Haaf, Groningen
Gedicht ‘Bliksem’ in der Anthologie Toon Wegner: teken en taal: een bloemlezing modelstudies; met 11 Gedichten op het Thema ‘naakt’, Zusammenstellung und Red.: Efraim Milikowski, Atelier’92 & Pro Graph, Orvelte, 2006
Gedicht ‘De Aard’ und die dazugehörende Illustration in der Anthologie Mijn vriend Charms heeft het goed begrepen, Red.: Stefan Nieuwenhuis, Uitgeverij Pegasus, Amsterdam 2007
Gedicht ‘Madame S.’ in der Anthologie Voetschrift van verleiding: schoengedichten = Fußschrift der Verführung: Schuhgedichte, Uitgeverij Passage, Groningen 2007
Gedicht ‘Amazing grace’ in der Anthologie Wees niet wreed - Gedichten voor Elvis Presley, Red.: Kees ‘t Hart en John Schoorl, Nijgh & van Ditmar, Amsterdam 2008
4 Gedichte in dem Dichterklubband Lust Rum, Dichtclubbundel 2007, Red.: Karel ten Haaf, Groningen
Gedicht ‘Noordkant’ in der Anthologie Uit het Noorden waait de muze aan: dichters over Groningen, zusammengest. von Hannie Rouweler, Uitgeverij Passage, Groningen 2008
Gedicht ‘Oude gelieven’ in der Anthologie Verliefd verloofd getrouwd: gedichten voor geliefden, zusammengest. von Henk van Zuiden, Rainbow Essentials / Uitgeverij Maarten Muntinga, Amsterdam 2008
Gedicht ‘Vooraf en daarna‘ in der Anthologie Jou willen is je missen: gedichten over liefde, zusammengest. und eingeleitet von Marjoleine de Vos, Uitgeverij Van Gennep, Amsterdam 2008
Gedicht ‘Oude gelieven’ in Honderd zoenen - 100 onvergetelijke kussen uit de poëzie, Red.: Ronny de Schuyter en Peter Theunynck, Uitgeverij Lannoo 2008
Gedicht ‘Koelkast zei je’ in der Anthologie Meesterwerk, Red.: Daniel Dee, Uitgeverij Passage 2009
Gedicht ‘Karakter van zomer en winter 2001-2007′ (Charakter des Sommers und Winters 2001-2007) in der Anthologie Ik ben een bijl - Nieuwe dichters uit de jaren nul, zusammengest. von Erik Jan Harmens, Uitgeverij Nijgh & Van Ditmar, Amsterdam 2009
Gedicht ‘Gij zult niet’ in der Anthologie Dicht! De beste Poezie slam dichters en rap teksten, Red.: Henk van Zuiden, Uitgeverij Maarten Muntinga, Amsterdam 2009
Kurzgeschichten
Kurzgeschichten ‘Niet mijnheer de Ridder’ und ‘O, verveling’ für ‘De Bron’, das rundreisende audiovisuelle Kunstwerk von Sjanet Bijker, enthüllt auf dem Noorderzongelände, Groningen 2006
Kurzgeschichten ‘Terzijde’, ‘Van de maan’, ‘Als vlamgommetjes’, ‘Geen gaatje’ und ‘In een verzengend vuur’ in Groningse Nieuwe - negen prozadebutanten, Uitgeverij Passage 2006
Gedichte, Interviews und Artikel in Zeitungen und Zeitschriften
4 Gedichte in der Literaturzeitschrift Krakatau Nr. 29, Rotterdam 2004
Artikel ‘Ketchup’ in de Wintertuin Festivalzeitung, Wintertuin, Nijmegen 2005
Gedichte ‘Maestro’ en ‘Onvolkomen’ in der Literaturzeitschrift Schoon Schip (Belgien) no.1, 2005
Artikel ‘Waarschijnlijk de overkant’ in Wachten op betekenis, ONIX publicaties, Groningen 2005
Gedicht ‘Dr. Bosstraat’ in Plannen op Tafel, GRAS publicaties, Uitgeverij Passage, Groningen 2005
Gedichten ‘Kachel’ en ‘Mr. Pink’ in der Sommerausgabe von Tzum, Groningen 2007
Gedicht ‘Van het land’ in Noorderbreedte, Jahrgang 31 Nr. 6, Groningen 2008
Interview mit Jan Glas in Krakatau Nr. 50, Rotterdam 2008
Interview mit Krijn Peter Hesselink und Tippagina in Krakatau Nr. 51, Rotterdam 2008
Gedicht ‘Saalien Made’ im Dagblad van het Noorden, 16. Dezember 2008
Schetsboek für Tzum Nr. 44, Dezember 2008
Gedicht ‘Sleutel’ in der Groninger Stadjerskrant und auf T-shirt
Gedicht ‘Per slot van rekening’ über den Abschied von Groningens Bürgermeister Jacques Wallage am 1. Juli 2009 im Groninger Gezinsbode
Sonstiges
Gedicht ‘Neer’ auf einem Transparent für das Bauprojekt Korrezoom, Dieben Meyer, Arnhem 2007
Gedicht ‘Van mijlenver’ im Katalog für das Epson Fotofestival Naarden, 2007
Gedicht ‘Vooraf en daarna’ und Film von Sander Trispel auf www.cafedeliefde.nl
Gedicht ‘Me Sarah’ auf www.eo.nl/ditisdedag
Gedicht ‘Freeway’ auf www.eo.nl/ditisdedag, 10 november 2008
Auto-interview über die Noorderzonvorstellung ‘U bent de meerderheid’ (Sie sind die Mehrheit) auf www.deoptimist.net, August 2009
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Anneke Claus, geboren 1979 in Doetinchem, studeerde van 1997 tot 2001 Romaanse Talen & Culturen aan de Rijksuniversiteit Groningen. Ze is schrijver en performer en sinds 29 januari 2009 voor gedurende twee jaar Stadsdichter van Gronigen.
In 2005 ontving ze het Belcampo-stipendium, de literaire prijs van de Provincie Groningen voor haar poëziedebuut BONZAI! (Uitgeverij Passage). In 2006 volgde in het kader van het Belcampo-stipendium Kogels zijn Woorden / Woorden zijn kogels, een stemmenspel in dertien delen (Stichting Philip Elchers). In 2006 publiceerde ze ook een serie korte verhalen voor de bloemlezing Groningse Nieuwe (Uitgeverij Passage). In 2008 verscheen dan haar tweede dichtbundel Dat was dat (Uitgeverij Passage).
Behalve poëzie schrijft Anneke Claus korte verhalen en toneel alsook redactie- en vertaalwerk voor diverse uitgeverijen. Ze treedt nog regelmatiger op, solo of in samenwerking met muzikanten (Wim Sebo, Renger Koning). Anneke Claus wordt regelmatig gebloemleesd.
In haar hoedanigheid van stadsdichter houdt Claus, mits zonder tegenbericht, elke vrijdag spreekuur in de Stadsdichters Boxoffice op de eerste verdieping van de OB Groningen. Alwie een vraag, een sterk verhaal of een snood plan voor haar heeft krijgt een bakkie troost uit de kantine.
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